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25.01.2011 | Freizeit, Buntes & Vermischtes | geschrieben von Gunnar Fehlau¹ | Pressemitteilung löschen

Elektroantrieb nachrüsten

Fachhandel, Verbände und Hersteller sind sich einig: Die Aufrüstung eines Fahrrads zum E-Bike spart selten Geld und birgt hohe Risiken. Sie ist deshalb nur in speziellen Fällen ratsam, erklärt der pressedienst-fahrrad.

[pd-f / TD] Basteln und Schrauben gehören ebenso zum Fahrrad wie das Radeln selbst. Sicherheitsrelevante Bauteile hingegen lässt man lieber beim Fachhändler tauschen oder nachrüsten. Auch zum Thema Nachrüstung von E-Antrieben findet man Angebote von Händlern oder Anleitungen für die private "Bastelstunde", die den eigenen alten Drahtesel zu einer E-Rakete mutieren lassen soll. Doch Vorsicht, bei diesem Thema gelten andere Regeln: "So schön die Vorstellung auch sein mag, in Zukunft das schwere Hollandrad mit der Hälfte an Muskelarbeit bewegen zu können, so gefährlich werden die dabei höheren Belastungen fürs Material", weiß Ralf Klagges vom Reiseradhersteller Utopia (www.utopia-velo.de) aus guter Erfahrung, denn drei Jahre Entwicklungsarbeit stecken im exklusiven, nachrüstbaren Utopia-Elektroantrieb "E-Support". "Unser System lässt sich zwar in nahezu alle unsere Modelle seit dem Baujahr 2001 integrieren, Voraussetzung ist aber ein Belastungstest des Velos in unserem Werk, wo übrigens auch immer der Umbau durchgeführt wird. Nur so behält der Kunde seine vollen Garantie- und Gewährleistungen."

Sicherheitsrisiken sind nicht abschätzbar
Auch Komponentenhersteller wie Humpert (www.humpert.com) warnen allzu eifrige "Daniel Düsentriebs" vor den steigenden Anforderungen an das Material, die mit dem E-Antrieben einhergehen. "Prüfungen der Betriebsfestigkeit von Neurädern und Bauteilen, wie etwa die DIN-Norm, untersuchen die Belastungsgrenzen eines Bauteils im Vorfeld der Serienproduktion. Dabei zeigt es sich immer wieder, dass Bauteile, die für ein normales Fahrrad ohne Motorunterstützung entwickelt wurden, für ein E-Bike oftmals nicht geeignet sind. Bei der Nachrüstung an einem gebrauchten Rad kann niemand abschätzen, wie stark die Ermüdung von Rahmen, Gabel, Lenker oder sonstiger sicherheitsrelevanter Bauteile bereits vorangeschritten ist und ob die dort verbauten Komponenten den erhöhten Anforderungen eines E-Bikes überhaupt standhalten"erklärt Rolf Häcker, Produktmanager bei Humpert und langjähriger Mitarbeiter im Normenausschuss für Fahrräder. "Auch wenn man nun alle sicherheitsrelevanten Bauteile am Rad durch Neuteile ersetzen würde, könnten keine validen Aussagen über die Gesamtstabilität des Fahrzeugs getroffen werden. Diese Werte könnten nur aufwändige Testverfahren liefern, die ein Händler aufgrund der hohen Kosten kaum leisten kann."

Wer schnell sein will, muss irgendwann mal bremsen
Wer mit seinem herkömmlichen Fahrrad bisher den steilen Anstieg mied, wird diesen mit der Extrakraft des Pedelecs mit Freuden meistern. Doch wo es rauf geht, geht es auch wieder runter. "Das Mehrgewicht von Antrieb und Akku sowie die erhöhte Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit wollen im Zaum gehalten werden", erklärt Kurt Schär, Geschäftsführer des Pedelec-Pioniers Biketec (www.flyer.ch). "An unseren Rädern verbauen wir daher entweder hydraulische Felgenbremsen oder Scheibenbremsen, die die geforderten Verzögerungswerte witterungsunabhängig garantieren."

Systemintegration - weit gefehlt!
"Fahrrad plus Motor plus Akku gleich E-Bike, diese Rechnung geht heute nicht mehr auf. E-Bike-Hersteller setzen bei der Entwicklung von Antriebskonzepten auf die clevere Integration der Bauteile in das Gesamtkonzept des Rades," weiß Anke Namendorf vom niederländischen Hersteller Koga (www.koga.com), die u. a. mit dem "E-Advance" ein Pedelec im E-Bike-Programm haben, das die ihm innewohnenden Kräfte optisch geschickt versteckt. "Um unser Pedelec E-Advance wie ein normales Rad aussehen zu lassen, haben wir den Akku im speziell angefertigten Unterrohr des Rahmens integriert." Solch einen Wolf im Schafspelz wird man nachträglich kaum erschaffen können, von der dafür notwendigen Stabilität des Rades ganz abgesehen, die eine Menge an Entwicklungsarbeit voraussetzt.

Auch juristisch schwer tragbar
Unter rechtlichen Gesichtspunkten sind Umbaumaßnahmen durch private Bastler und auch Händler mehr als heikel, denn: "Sobald ein Händler den Umbau eines Fahrrads zum E-Bike oder Pedelec vornimmt, wird er zum Hersteller des Gesamtprodukts, mit allen vom Gesetzgeber geforderten Gewährleistungen", erläutert Roland Huhn, Rechtsreferent des ADFC (www.adfc.de). Der Händler, der das Fahrrad nachrüstet, ist demnach nicht nur für den einwandfreien Betrieb des Elektroantriebes, sondern auch für das gesamte Fahrzeug verantwortlich. Die Produzentenhaftung gilt dabei zehn Jahre. "Ob ein Händler diese Verantwortung tragen will, muss er letztendlich selbst entscheiden. Wir raten schon allein aus diesem Grund vom nachträglichen Umbau eines Rades zum E-Bike ab", ergänzt Dirk Sexauer vom unabhängigen Rad-Branchenverband VSF (www.vsf.de). Der private Hobbybastler löscht im Übrigen mit dem Umbau seines Rades ebenfalls die Garantieleistungen des Radherstellers.
An Brisanz gewinnt das Thema, sobald Elektroantriebe über die Pedelec-Definition, also der Trittunterstützung bis 25 km/h, hinausgehen. "Bei den sogenannten offenen E-Bikes sind zusätzlich die Versicherungspflicht, eine Überprüfung beim TÜV zum Erhalt einer Betriebserlaubnis und die besondere Ausstattung zu beachten", verdeutlicht Roland Huhn. "Unter die "besondere Ausstattung" fallen nicht etwa nur Nummernschild, zusätzliche Reflektoren und ein Rückspiegel, selbst die Reifen unterliegen hier gesetzlichen Bestimmungen. So fordere die StVZO bei Reifen an schnellen E-Bikes eine Mindestprofiltiefe von einem Millimeter," erklärt Peter Horsch, Produktmanager E-Bikes beim Hersteller riese und müller (www.r-m.de), die mit dem "Delite Hybrid 500 HS Cup" eines der wenigen schnellen aber legalen Pedelecs im Programm haben.
In der Branche herrscht ein einheitlicher Tenor: Nachträgliches Aufrüsten eines Velos zum Stromer hat mehr Nach- als Vorteile. So rät nicht nur der ADFC zur Alternative: das für die Nachrüstung vorgesehene Rad beim Kauf eines geprüften E-Bikes im Fachhandel in Zahlung zu geben.
Zur Zeit bietet einzig der Reiseradhersteller Utopia ein Nachrüstkit für seine Räder an, dem eine Belastungsprüfung des Rades zugrunde liegt, das speziell nach den Anforderungen an einen bestimmten Einsatzzweck (Reiserad) entwickelt wurde und das die Gewährleistung für das entstandene Pedelec beinhaltet.

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
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