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12.08.2015 | Medizin, Gesundheit & Wellness | geschrieben von Levent Piker¹ | Pressemitteilung löschen

Algenextrakt mit Wirkung gegen Krebs entwickelt

Meer-Wert und Gesundheit durch Meeresschutz, Forschung und bioaktive Wirkstoffe

Oceanwell macht die Wirkstoffe aus dem Meer für die Gesundheit des Menschen nutzbar. Die oceanBASIS GmbH, das Unternehmen hinter der Marke Oceanwell, hat sich seit vierzehn Jahren auf die Entwicklung von Extrakten aus Algen für Hautpflege und Nahrungsmittel spezialisiert. In Forschungsprojekten wird auch die medizinische Anwendung intensiv untersucht. Ziel ist es, das enorme Potential von Bio-Wirkstoffen aus dem Ozean für die Gesundheit nachhaltig zu nutzen.

Projekt "Algen gegen Krebs" liefert aussagekräftige Ergebnisse

In einer nun veröffentlichten Studie zahlreicher Wissenschaftler von Universitäten und Unternehmen aus Deutschland und Italien wurden Teile des dreijährigen Verbundprojektes "Algen gegen Krebs" präsentiert. Unter Federführung von CRM - Coastal Research & Management, ein Schwesterunternehmen von oceanBASIS, das sich auf Marine Biotechnologie spezialisiert hat, wurden umfassende Untersuchungen zur Wirkung gegen mehrere Krebszellinien durchgeführt. Die Studie wurde unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bereits in den vergangenen Jahren konnte das private Meeresforschungsinstitut CRM zeigen, dass Inhaltsstoffe aus heimischen Makroalgen krebshemmend wirken können. Diesen ersten Ergebnissen sollte in der aktuellen Studie detaillierter nachgegangen sowie Struktur und Wirkmechanismen neu definierter Inhaltsstoffe aus diesen potenten Algen aufgeklärt werden. Dabei wurde mit innovativen Methoden der Genom- und Zellstoffwechsel-Analyse der Zusammenhang zwischen Wirkstoffgabe und zellulärer Antwort untersucht. Außerdem konnten synergistische Wirkungen mehrerer unbekannter Substanzen und bekannter Krebstherapeutika beschrieben werden.

Um einerseits die Wirkstoffe in mehreren Schritten aufzureinigen und zu identifizieren und andererseits Wirkung und Wirkungsmechanismus zu beschreiben, wurden die zahlreichen und aufwändigen Analysen und Tests Hand in Hand in einem großen Experten-Team aus verschiedenen wissenschaftlicher Disziplinen durchgeführt. Das Team bestand aus Meeresbiologen, Biotechnologen, Tumorforschern, Zellbiologen, Ernährungsforschern, Pharmakologen, Chemikern und Bioinformatikern.

Die wichtigsten Ergebnisse:
Dabei ist es den Forschern von oceanBASIS und CRM gelungen, aus der heimischen Braunalge Fucus vesiculosus (Blasentang) Wirkstoffe aufzureinigen, die das Zellwachstum verschiedener Pankreaskrebs-Zelllinien mit einem speziellen Wirkmechanismus eindämmt.
Der Wirkmechanismus konnte auf RNA- und Proteinebene gut beschrieben werden und basiert darauf, dass von den Krebszellen vermehrt Enzyme produziert werden, die den Zellzyklus, also die Prozesse der Zellvermehrung behindern.
Eine ausgeprägte Proliferation war sogar Voraussetzung für die Wirksamkeit des Extraktes. Damit betrifft die Wirkung vor allem die sich stark vermehrenden Krebszellen und weniger die gesunden Zellen.
Wichtig für eine spätere Anwendung war auch die Beobachtung, dass der Extrakt auf andere, gesunde Zellen keine generelle, übermäßig toxische Wirkung entfaltete. Kombinationsexperimente mit bekannten Krebstherapeutika und dem Algenextrakt zeigen additive Effekte und deuten damit auf eine gute in-vivo-Wirksamkeit.

Bislang unentdeckte Krebstherapeutika haben einen Wert von 500-4.000 Milliarden Euro

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der aggressivsten Krebsarten mit einer extrem schlechten 5-Jahres-Überlebensrate. Daher sind neuartige therapeutische Wirkstoffe mit spezifischen Wirkmechanismen dringend erforderlich. Marine Organismen stellen eine vielversprechende Quelle dar, um neue pharmakologisch wirksame Stoffe zu identifizieren. In einer Studie von Erwin et al. (2010) wurde der Wert der noch nicht entdeckten Krebstherapeuitika im Meer auf 500 Milliarden bis 5 Billionen Euro geschätzt. Algen sind besonders interessante Kandidaten, denn sie haben einen Stoffwechsel, der komplexe organische Moleküle aus ihrer "chemischen Küche" hervorbringt, die man nur dort findet.

Die Studie liefert gute Argumente für einen therapeutischen Nutzen und macht eine Weiterentwicklung des Extrakts für eine klinischen Anwendung plausibel. Die beteiligten Unternehmen suchen nun einen Partner für die Weiterentwicklung. Allerdings ist es bis zu einer Anwendung am Menschen noch ein langer Weg, denn die Entwicklung eines Krebsmedikaments dauert etwa zwanzig Jahre.

Bildquelle: Mar. Drugs 2015, 13(7), 4470-4491

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
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