Neue Schriftenreihe "Deutschland gesund gestalten" beleuchtet Zukunft des Gesundheitssystems
13.11.2025 / ID: 435365
Bildung, Karriere & Schulungen
Die Herausgeber Prof. Dr. Bernhard Allmann, Prof. Dr. Jörg Loth, und Prof. Dr. Arne Morsch von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) präsentieren in der neuen Schriftenreihe "Deutschland gesund gestalten" zunächst eine aktuelle Bestandsaufnahme zum Status quo des deutschen Gesundheitssystems. Der erste Band widmet sich neben der Analyse der Stärken und Schwächen des deutschen Gesundheitssystems ersten Lösungsansätzen und skizziert Perspektiven für eine zukunftsfähige Versorgung. Die zukünftigen Bände der Schriftenreihe werden sich auf Basis der jetzt druckfrisch veröffentlichten Analyse vertieft mit den einzelnen Sektoren und Bereichen der Versorgung in Deutschland und deren Problemlösungsoptionen beschäftigen."Dabei ging es nicht darum, pauschale Kritik zu üben, sondern vielmehr darum, die aktuellen Entwicklungen differenziert zu beleuchten und praktikable Lösungsansätze zu diskutieren. Die vorliegende Schriftenreihe soll dazu beitragen, ein realistisches Bild der Versorgungslage in Deutschland zu zeichnen - mit all ihren Licht- und Schattenseiten", so die Herausgeber Allmann, Loth und Morsch. "Trotz aller Schwierigkeiten, die unser Gesundheitssystem sowohl auf der Einnahmen- als auch der Ausgabenseite prägen, bietet es enorme Potenziale - wenn wir bereit sind, offen über Reformen zu sprechen, sektorübergreifend zu denken und innovative Ansätze mutig umzusetzen."
Gesundheitssystem unter Druck: Strukturelle Mängel trotz hoher Ausgaben
Obwohl Deutschland ein leistungsstarkes Gesundheitssystem besitzt, zeigt sich zunehmend, dass die strukturellen Mängel in der Versorgung spürbar werden. Trotz hoher Ausgaben und guter medizinischer Infrastruktur sind die Deutschen nicht gesünder als die Bevölkerung anderer Industrienationen. Zudem werden die aktuellen Defizite verstärkt von den Bürgerinnen und Bürgern aktiv wahrgenommen. Die Herausgeber stellen daher zentrale Fragen: Wie kann das System nachhaltig verbessert werden? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu fördern?
Der erste Band vereint wissenschaftliche Analysen und Perspektiven von Experten aus verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung, darunter Vertreter der Ärzteschaft, Krankenhäuser, der Notfallversorgung, Apotheken und der Präventionsbranche. Das Ergebnis der Befragung von Versicherten und Fachleuten ist eindeutig: Das System steht vor großen strukturellen Herausforderungen. Einzelmaßnahmen reichen nicht aus, um die dringenden Probleme zu lösen.
Prävention als Schlüssel zur besseren Gesundheit
Zentraler Punkt ist die Forderung nach einer verstärkten Prävention, die als eine der Schlüsselressourcen zur Verbesserung der Gesundheit angesehen wird. Besonders Zivilisationserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Adipositas könnten durch veränderte Verhaltensweisen und systematische Präventionsstrategien gesenkt werden. Dem Thema der Zivilisationskrankheiten haben die Autoren ein im Jahr 2022 erschienenes Herausgeberwerk gewidmet.
Das Präventionsgesetz von 2015 wird nahezu von allen Experten als unzureichend bezeichnet, da viele Maßnahmen punktuell und befristet umgesetzt werden, anstatt langfristig und flächendeckend.
Darüber hinaus fordert das Buch eine Überwindung der sektoralen Grenzen im Gesundheitssystem, insbesondere zwischen ambulanter, stationärer und präventiver Versorgung. Die strikte Trennung führe zu Ineffizienzen und Mehrkosten, während eine stärkere Integration der Sektoren die Versorgung verbessern könnte. Ein Ansatz könnte die Einführung eines Primärversorgungssystems sein, das auch digitale Tools zur besseren Patientensteuerung nutzt.
Gesundheitskompetenz stärken - Bevölkerung besser befähigen
Die Experten plädieren auch für eine Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz, die derzeit in vielen Teilen der Bevölkerung bei Weitem nicht ausreichend ist. Die Förderung von Gesundheitskompetenz ist dabei eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Präventionsstrategien.
Ein weiteres großes Problem ist der Fachkräftemangel in allen Sektoren des Gesundheitswesens. Neben der notwendigen Reduzierung der Bürokratie und der Einführung neuer Versorgungsmodelle müssen insbesondere die Arbeitsbedingungen verbessert werden, um Pflege- und Gesundheitsberufe für die kommenden Generationen attraktiv zu machen.
Die Digitalisierung wird als notwendiger Entlastungshebel gesehen, um das System effizienter zu gestalten. Doch die Umsetzung muss gezielt und strukturiert erfolgen, um Doppelarbeit zu vermeiden und die Qualität der Versorgung zu steigern.
Fazit: Reformen, Prävention und Eigenverantwortung als Zukunftsstrategie
Fazit des aktuell erschienenen ersten Bandes: Deutschland steht vor der Herausforderung, sein Gesundheitssystem nachhaltig zu reformieren. Notwendig sind klare Reformpläne, eine verstärkte Prävention und eine stärkere Integration der Versorgungsebenen. Gleichzeitig muss jeder Einzelne die Verantwortung für seine eigene Gesundheit mehr denn je in die eigenen Hände nehmen. Nur durch eine Kombination aus staatlicher Unterstützung, innovativen Konzepten und persönlicher Eigenverantwortung kann das Gesundheitssystem in Deutschland zukunftsfähig bleiben.
Deutschland gesund gestalten - Status quo und Perspektiven
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