Pressemitteilung von Holger Fischer

Die Etrusker und Tyrrhenos (griechische Mythologie)


06.02.2026 / ID: 437825
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Die Etrusker und Tyrrhenos (griechische Mythologie)Die Etrusker

Die Etrusker waren ein einflussreiches Volk im antiken Mittelitalien, das sich im nördlichen Teil der Halbinsel – in den heutigen Regionen Toskana, Umbrien und Latium – ansiedelte. Ihre Kultur entstand etwa ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. und erreichte ihre Blüte im 6. Jahrhundert v. Chr., als sie eine der führenden Seemächte im Tyrrhenischen Meer waren und eine reiche Kunst- und Architekturtradition entwickelten. Das Volk der Etrusker beeinflusste maßgeblich die frühe römische Kultur, darunter die Gründung der Königszeit durch die etruskischen Tarquinier. Ihr formelles Ende als unabhängige Macht kam mit der Eroberung durch Rom ab dem 3. Jahrhundert v. Chr., wobei die letzte Unabhängigkeit 90 v. Chr. durch die Verleihung des römischen Bürgerrechts für das nördliche Etrurien endgültig beendet wurde.

Tyrrhenos

Tyrrhenos >> , der in der griechischen Mythologie als Stammvater der Etrusker gilt, spielt eine zentrale Rolle in der legendären Herkunft des Volkes. Laut Herodot und anderen antiken Quellen war er der Sohn des lydischen Königs Atys und brachte nach einer Hungersnot in Lydien – einem Gebiet im heutigen Südwesten der Türkei – einen Teil der Bevölkerung von Smyrna (heute Izmir) nach Italien >> . Nach einer Losentscheidung zog er mit seinem Volk über das Meer nach Umbrien, wo sich die Siedlung der Etrusker entwickelte. Der Name Tyrrhenisches Meer geht auf ihn zurück. In der Mythologie wird Tyrrhenos auch als politischer Organisator der Etrusker gesehen, der die Gründung von Städten und den Aufbau einer staatlichen Struktur vorantrieb. Sein Sohn Tarchon >> gilt als Gründer von zwölf etruskischen Städten und Organisator des etruskischen Zwölfstädtebundes.

Moderne Forschung

Moderne Forschung vermutet, dass die Legende um Tyrrhenos auf einer historischen Ethnogenese beruhen könnte: Eine Einwanderung von Bevölkerungsgruppen aus Kleinasien, möglicherweise aus Lydien, die sich mit der einheimischen Villanovakultur verbanden. Genetische und sprachliche Analysen zeigen Übereinstimmungen zwischen lydischen und etruskischen Elementen, was die Einwanderungstheorie stützt. Die Etrusker selbst nannten sich Rasenna, während die Griechen sie als Tyrsenoi oder Tyrrhenoi bezeichneten – ein Name, der bis heute im geografischen Begriff „Tyrrhenisches Meer“ erhalten blieb.

Quellen

Mehrere antike Quellen berichten über Tyrrhenos im Zusammenhang mit dem Volk der Etrusker. Besonders bedeutsam sind dabei Herodots Historien (1,94).
Etrusker Volk Ethnogenese Tyrrhenos Mythologie

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