Pressemitteilung von Leadership Choices GmbH

Wenn ein Führungsteam nur Krise kann


30.10.2026 / ID: 447924
Bildung, Karriere & Schulungen

Wenn ein Führungsteam nur Krise kannViele Führungsteams zeigen ein erstaunliches Muster: Gerät das Unternehmen unter Druck, laufen sie zur Höchstform auf. Entscheidungen werden schnell getroffen, Silodenken verschwindet, Verantwortung wird selbstverständlich übernommen und alle arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin. Kaum ist die Krise jedoch überwunden, kehren alte Routinen zurück. Abstimmungsschleifen nehmen zu, Bereichsinteressen gewinnen wieder an Gewicht und Entscheidungen verlieren an Geschwindigkeit.


Was zunächst widersprüchlich erscheint, ist in Wahrheit ein aufschlussreiches Signal über die Funktionsweise von Organisationen. Denn das Problem liegt meist nicht in den Fähigkeiten der Führungskräfte. Vielmehr übernimmt die Krise eine Funktion, die im Normalbetrieb häufig fehlt: Sie schafft Orientierung.


Die Krise als temporärer Nordstern

Krisen reduzieren Komplexität. Plötzlich ist für alle klar, was Priorität hat. Diskussionen über Zuständigkeiten oder politische Interessen treten in den Hintergrund, weil das gemeinsame Ziel wichtiger wird als individuelle Perspektiven. Genau diese Klarheit erzeugt eine außergewöhnliche Handlungsfähigkeit.

Viele Unternehmen interpretieren dieses Phänomen falsch. Sie fragen sich, wie sie ihre Krisenprozesse weiter verbessern können. Die eigentlich entscheidende Frage lautet jedoch: Warum braucht das Führungsteam überhaupt eine Krise, um wirksam zu werden?

Aus Sicht der Organisationsentwicklung ist die Antwort eindeutig. Fehlt im Alltag eine gemeinsame Orientierung, entstehen zwangsläufig unterschiedliche Entscheidungslogiken. Bereiche optimieren ihre eigenen Ziele, Führungskräfte handeln aus verschiedenen kulturellen Prägungen heraus und Abstimmungen ersetzen Verantwortung. Die Krise überdeckt diese Unterschiede kurzfristig, sie löst sie aber nicht.


Führung ist mehr als gute Einzelpersonen

Deshalb reicht es nicht aus, ausschließlich einzelne Führungskräfte weiterzuentwickeln. Organisationale Wirksamkeit entsteht immer im Zusammenspiel zwischen Individuum und System.

Führungsteams müssen lernen, Verantwortung für das Gesamtsystem zu übernehmen und nicht nur für den eigenen Bereich. Dafür braucht es Vertrauen, klare Rollen, gemeinsame Entscheidungsprinzipien und Kommunikationsformate, die Zusammenarbeit erleichtern, statt zusätzliche Komplexität zu erzeugen.


Vor allem aber benötigen Organisationen einen gemeinsamen Referenzpunkt – einen Nordstern. Dieser beschreibt nicht nur strategische Ziele, sondern gibt Orientierung dafür, wie Entscheidungen getroffen werden und welches Verhalten die Zusammenarbeit prägen soll. Ein wirksamer Nordstern ersetzt den äußeren Druck der Krise durch eine gemeinsam getragene innere Ausrichtung.


Organisations-Coaching verändert Systeme

Hier setzt Organisations-Coaching an. Anders als klassische Führungsprogramme arbeitet es nicht ausschließlich mit einzelnen Personen oder Teams, sondern betrachtet die Organisation als soziales System.


Dabei werden individuelle Entwicklung und organisationale Veränderung konsequent miteinander verbunden. Führungskräfte reflektieren ihre eigenen Denk- und Handlungsmuster, während gleichzeitig Strukturen, Entscheidungsprozesse und kulturelle Dynamiken sichtbar gemacht und weiterentwickelt werden. Erst dieses Zusammenspiel ermöglicht nachhaltige Veränderung.


Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem psychologischen Kapital einer Organisation. Hoffnung, Selbstwirksamkeit, mentale Agilität und Zuversicht entscheiden maßgeblich darüber, wie Menschen mit Unsicherheit umgehen. Gerade in Zeiten permanenter Transformation werden diese Ressourcen zum eigentlichen Wettbewerbsfaktor. Organisationen, die sie bewusst stärken, entwickeln nicht nur resilientere Führungskräfte, sondern auch eine höhere kollektive Veränderungsfähigkeit.


Transformation braucht Lernräume statt Ausnahmezustände

Veränderung ist längst kein Ausnahmezustand mehr. Digitalisierung, geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheit sorgen dafür, dass Organisationen kontinuierlich lernen und sich anpassen müssen. Wer dafür jedes Mal auf den Druck einer Krise angewiesen ist, verschenkt enormes Potenzial.

Die Aufgabe moderner Führung besteht deshalb darin, jene Bedingungen bewusst zu schaffen, die Krisen scheinbar automatisch erzeugen: Orientierung, gemeinsame Verantwortung, Vertrauen und konsequente Entscheidungsfähigkeit.


Genau deshalb verfolgen wir bei Leadership Choices den Ansatz des Organisations-Coachings . Organisations-Coaching schafft Lernräume, unterstützt Führungsteams dabei, neue Muster nicht nur in Workshops zu entwickeln, sondern dauerhaft im organisationalen Alltag zu verankern. So entsteht eine Organisation, die auch ohne äußeren Druck fokussiert, handlungsfähig und wirksam bleibt. Denn am Ende sollte nicht die Krise der Auslöser für gute Zusammenarbeit sein. Sie sollte lediglich sichtbar machen, welches Potenzial in einer Organisation bereits vorhanden ist und was möglich wird, wenn dieses Potenzial auch im Alltag genutzt wird.


(Von Uwe Achterholt und Karsten Drath, Geschäftsführer und Gründer der Leadership Choices GmbH)

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)

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