Grupp: Keine Millionen-Boni für Luftballons
26.02.2014 / ID: 158579
Freizeit, Buntes & Vermischtes
(Mynewsdesk) Frankfurt/Main. Anleger sind verunsichert. Skandale wie die um Infinus oder Prokon erschüttern das Vertrauen der privaten Anleger. Auf Einladung des Deutschen Sachwert- und Finanzverbandes diskutierten am Freitag der Trigema-Chef Wolfgang Grupp, FDP-Politiker Frank Schäffler, Degussa-Chefvolkswirt Prof. Dr. Thorsten Polleit, Finanzexperte Antonio Sommese und „Silberjunge“ Thorsten Schulte über die Zukunft der privaten Geldanlage. Dabei forderten die Diskutanten mehr Verantwortung und Haftung im Finanzsektor. Frank Schäffler: Regulierung Die Gastgeber Julien Backhaus (Sachwert Magazin) und Thomas Hennings (DSF Verband) wollten wissen, ob die Regulierung der Finanzmärkte überhaupt funktioniert. „Die beste Regulierung ist die Haftung. Wir regulieren aber immer um die Haftung herum“, sagt Finanzpolitiker Frank Schäffler. Jeder staatliche Eingriff ziehe weitere Eingriffe nach sich und der Staat würde immer fetter. Jedoch sieht Schäffler das Problem auf allen Seiten. Die Kollektivierung der Verantwortung sei falsch – Anbieter und Kunde sollen gleichermaßen für Ihre Entscheidungen haften. Wolfgang Grupp: Verantwortung Der Mittelständler Grupp sieht den Kleinanleger betrogen. Grupp fordert die Rückkehr zur vollen Verantwortung und Haftung von Politik und Finanzunternehmen. „Dass Banker Millionen-Boni dafür kassieren, anderen Luftballons zu verkaufen, ist indiskutabel. Es kann nicht sein, dass der Kunde der Dumme und der Verkäufer fein raus ist“, empörte er sich. Von der Politik verlangt er, Rahmenbedingungen für verantwortliches Handeln zu schaffen. Antonio Sommese: Anleger-Gier Finanzexperte Antonio Sommese, der auch bei Markus Lanz schon zum Thema Geldanlage Stellung bezogen hat, sieht das nicht so einseitig. „Anlegerschutz kann nicht vor Gier bewahren. Warum haben denn so viele Anleger in Prokon investiert, obwohl beispielsweise Stiftung Warentest seit Jahren davor warnt?“ Wolfgang Grupp: Spekulation Wolfgang Grupp als Anleger ist der Spekulation sowieso abgeneigt. „Ich lasse mir keine Aktien und dergleichen verkaufen. Das kann nur Mist sein, sonst würde der Verkäufer das selbst behalten.“ Auch Edelmetalle seien für ihn uninteressant. Er investiere in seine Firma. Punkt. „Ich habe Festgeld bei meiner Volksbank. Mit einem Prozent Zinsen muss ich mich zufrieden geben.“ Prof. Dr. Thorsten Polleit: Bitcoins Die Notenbanken, die für die niedrigen Zinsen überhaupt erst sorgen, könnten laut Prof. Dr. Thorsten Polleit eh abgeschafft werden. Dann nämlich wäre ein Währungswettbewerb möglich. Schließlich sei das Kreditgeldsystem die Ursache der Finanzkrise. Darum begrüße er neue Angebote wie Bitcoins. Silberjunge Thorsten Schulte: Tulpen Für das Beispiel Bitcoins kritisierte ihn der Rohstoffanalyst Thorsten Schulte, der unter seinem Synonym „Silberjunge“ bekannt wurde. „Bitcoins sind für mich die holländischen Tulpen des 17. Jahrhunderts. Sie haben keinen inneren Wert.“ Recht gab er Polleit aber beim Thema Geldsystem. Das bezeichnet Schulte als eine Geschichte des Scheiterns.
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