Christoph Blumenthal warnt Hausbesitzer: Mehr als 90 % aller Gas- und Ölheizungen haben Optimierungsbedarf
22.04.2013
Garten, Bauen & Wohnen
Bauliche Veränderungen, wie neue Fenster, eine verbesserte Dämmung an Kellerdecke, Fassade und Dach bringen vor allem den Gebäuden einen spürbaren Effekt, die bislang noch viel Wärme über die äußere Hülle verlieren. Im zweiten Schritt kommt dann die Erneuerung der Technik an die Reihe. Doch selbst in vielen älteren Häusern kann man die vorhandene Heizungsanlage schon mit kleinen Einzelmaßnahmen verbessern.
BEVOR SIE TEURE MASSNAHMEN ERGREIFEN: HEIZUNG TESTEN LASSEN
Wenn Sie Hausbesitzer sind, haben Sie wegen hoher Heizkosten womöglich auch schon über eine Modernisierung nachgedacht. Doch wo soll man ansetzen? Was ist überhaupt notwendig? Was bringt einen deutlichen Effekt, was verschlingt nur Geld?
Wenn Ihr Haus im Winter viel Wärme verliert, weil es schlecht gedämmt ist, sind bauliche Veränderungen an Kellerdecke, Fassade und Dach natürlich das Erste, was einen deutlich spürbaren Effekt bringt. Doch solche Maßnahmen sind bekanntermaßen sehr kostenaufwändig. Am Anfang müssen Sie sich die Frage stellen, wie viel darf eine Verbesserung der Situation – zumindest im ersten Schritt – kosten?
Bevor Sie beginnen, das ganze Haus durch Baumaßnahmen energetisch auf ein höheres Niveau zu bringen, schauen Sie sich lieber zuerst die vorhandene Heiztechnik an. Ist die Anlage älter als 15 Jahre und in der letzten Zeit nicht mehr nachgesehen worden, dann ist es höchste Zeit für eine Überprüfung. Doch selbst bei neueren Heizungen lohnt es sich, genauer hinzusehen. Zwar werden Sie keine Traumwerte mit zig Prozentpunkten an Energieeinsparung erzielen, aber auch hier schlummern unentdeckte Potenziale zur Optimierung, die sich bei der Heizkostenabrechnung bemerkbar machen.
Kaum einem Hausbesitzer ist bewusst, dass allein falsche Einstellungen und die falsche Kombination von Bauteilen den Wirkungsgrad eines Heizungssystems massiv beeinträchtigen. Mit Hilfe einer einfachen Checkliste kann ein Heizungsfachmann herausfinden, wo die Schwächen Ihrer Anlage liegen.
Dazu überprüft er die drei Hauptkomponenten der Heizungsanlage durch Messungen und genaues Hinsehen:
den Wärmeerzeuger
Das ist der Heizkessel mit Brenner und Steuerungseinrichtungen.
den Wärmeverteiler
Das sind die Heizleitungen, die Umwälzpumpe, Ventile und ein eventueller Speicher.
die Wärmeübergabe
Das sind die Heizkörper oder die Fußbodenheizung mit ihren Thermostaten.
SO LÄUFT DER HEIZUNGSCHECK AB
Schritt 1
Mit einem Gerät werden zunächst Abgas-, Ventilations- und Oberflächenverluste gemessen.
Schritt 2
Danach überprüft der Fachmann, ob der eingebaute Kessel sich für die Nutzung des Brennwerteffektes eignet und ob er auch so eingestellt ist, dass er ihn überhaupt erreicht.
Schritt 3
Im nächsten wichtigen Punkt, der bei den meisten älteren Anlagen zu bemängeln ist, untersucht er die Dimensionierung des Kessels: Als überdimensioniert gilt ein Heizkessel, wenn die eingestellte Kesselleistung um mehr als 50 % über der zu versorgenden Heizlast liegt. Anhand von Diagrammen kann der Installateur die Heizlast vereinfacht in Abhängigkeit von der beheizten Fläche und vom Wärmeschutzstandard (dem Alter des Hauses) abschätzen.
Schritt 4
Wie alt oder leistungsfähig die Heizungsregelung ist, kann man mittels Sichtprüfung einordnen: Gibt es überhaupt eine, wie läuft sie ab, ist sie raum- oder außentemperaturgeführt, wie alt sind die Geräte und was können sie?
Schritt 5
Wenn der Prüfer sich die Verteilungstechnik anschaut, kann er relativ leicht feststellen, ob die Anlage hydraulisch abgeglichen ist oder nicht.
Schritt 6
Die Heizungspumpe ist genauso häufig wie der Kessel falsch dimensioniert. Wenn sie nicht richtig abgestimmt oder nicht ausreichend regelbar ist, pumpt sie meist viel zu viel heißes Wasser in die Leitungen.
Schritt 7
Sind die Rohrleitungen im Keller gedämmt? Hier geht ansonsten Wärme verloren.
Schritt 8
Sind die Heizkörper und ihre Ventile in Ordnung? Wenn die Wärme nicht richtig ankommt, verschenken Sie Energie. Hier prüft man mindestens 3 Heizkörper in verschieden großen Räumen.
DAS ERGEBNIS
Die Ergebnisse der Untersuchung werden in einem Bericht festgehalten, ähnlich wie bei der TÜV-Prüfung des Autos. Nach einem Punktesystem vergibt das Verfahren für die verschiedenen Prüfungen Minuspunkte. Am Ende können Sie ablesen, wie der Zustand und die Funktion Ihrer Heizungsanlage einzuschätzen sind. Je höher die erreichte Punktzahl, desto stärker weicht sie von der optimalen Einstellung ab. Maximal können 100 Minuspunkte erreicht werden.
Auf einem gesonderten Blatt gibt der Prüfer auch Empfehlungen, welche Modernisierungsmaßnahmen als nächstes sinnvoll sind.
WER FÜHRT DEN HEIZUNGSCHECK DURCH?
Sie erhalten diese Prüfung von jedem Heizungsbaufachmann oder von großen Dienstleistern wie Techem oder Ista. Für ein Einfamilienhaus kostet der Heizungscheck circa 100 € und dauert etwa eine Stunde.
WO ERHALTEN SIE MEHR NEUTRALEN RAT ZU HEIZUNGSTHEMEN?
Möchten Sie sich genauer über Heizungsanlagen und energieeffizientes Bauen informieren, werfen Sie einen Blick in die Buchreihe Baukompass. Erschienen im Durchblickverlag, finden Sie dort neutrale, werbefreie Informationen über alle Systeme.
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Christoph Blumenthal - Architekt
Herr Christoph Blumenthal
Nußbaumer Berg 9
51467 Bergisch Gladbach
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fon ..: 02202 - 1249969
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