Luftdichte Elektroinstallation: Was bei der energetischen Sanierung zu beachten ist
23.03.2026 / ID: 439343
Garten, Bauen & Wohnen
Die Initiative ELEKTRO erklärt, warum luftdichte Elektroinstallation entscheidend bei der energetischen Sanierung ist. Neue Dämmung eingebaut, neue Fenster installiert - und trotzdem sinken die Heizkosten kaum. Das kommt häufiger vor, als man denkt. Eine oft unterschätzte Ursache sind schon kleine Undichtigkeiten an Steckdosen, Schaltern oder Leuchten. Dadurch kann warme Raumluft nach außen entweichen, und die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit wird dabei freigesetzt. Neben dem zusätzlichen Energieverbrauch durch das Wiederaufheizen der Räume kann das freigesetzte Kondenswasser auch zu Schimmelbildung und sogar zu Bauschäden führen. Dann verpufft der gewünschte Effekt der Sanierung teilweise. Die Initiative ELEKTRO zeigt, worauf man achten sollte.
Je dichter das Haus, desto wichtiger jede Steckdose
In einem alten, zugigen Haus macht eine undicht eingebaute Steckdose kaum einen Unterschied, die Luft zieht ohnehin durch Fenster und Ritzen. In einem frisch sanierten Haus ist das ganz anders. Hier ist die Hülle rundum gut abgedichtet, und genau deshalb fällt jede kleine Schwachstelle sofort ins Gewicht: Zugluft, Schimmel hinter der Wand oder Heizkosten, die trotz teurer Sanierung nicht sinken wollen. "Das Tückische ist, dass solche Schwachstellen oft unsichtbar sind und erst bemerkt werden, wenn bereits Schäden entstanden sind", erklärt Stefan Born, Experte der Initiative ELEKTRO. "Luftdichtheit ist kein "Nice to have', sondern ein funktionaler Bestandteil der energetischen Sanierung."
Die (energetische) Sanierung ist der beste Moment
Besonders relevant wird das Thema Luftdichtheit bei der Innendämmung, etwa wenn das Haus unter Denkmalschutz steht und eine Dämmung von außen nicht möglich ist. Dabei verändert sich der Aufbau der Wände grundlegend. Bestehende Steckdosen und Schalter passen dann oft nicht mehr richtig, und werden sie einfach verlängert statt fachgerecht angepasst, entstehen Undichtheiten in der Wand. Feuchtigkeit kann eindringen, im ungünstigsten Fall bildet sich Schimmel - genau das, was eine energetische Sanierung eigentlich verhindern soll. Ob energetisch oder aus anderen Gründen: Eine Sanierung bedeutet fast immer, dass Wände oder Decken ohnehin geöffnet werden. Das ist die ideale Gelegenheit, die Elektroinstallation gleich mit auf den neuesten Stand zu bringen. Danach ist alles wieder zu, und Nachbesserungen würden teuer. "Für jeden Wandaufbau gibt es passende Lösungen, die luftdicht eingebaut werden können", erklärt Born. "Wer später smarte Geräte wie automatische Rollläden oder eine Sprachsteuerung einplant, sollte das jetzt berücksichtigen. Nachrüsten kostet immer mehr."
Kleine Fehler mit großer Wirkung
Scheinbar harmlose Dinge können ebenfalls Probleme bereiten. Einbauleuchten in gedämmten Decken zum Beispiel: Leuchtmittel werden warm, selbst LED-Leuchten. Ohne die richtigen Schutzgehäuse kann diese Wärme die Abdichtung hinter der Decke dauerhaft beschädigen. Spezielle Gehäuse für Einbauleuchten lösen dieses Problem einfach und zuverlässig. An der Fassade verhält es sich ähnlich. Lange Schrauben, die eine Außenleuchte, eine Kamera oder eine Steckdose durch die Dämmung direkt ins Mauerwerk fixieren, schaffen eine direkte Verbindung zwischen warm und kalt. Dort geht kontinuierlich Heizwärme verloren. Einen weiteren Punkt übersehen viele: Ein gut abgedichtetes Haus lässt keine Frischluft mehr durch Ritzen und Fugen nachströmen. Deshalb ist eine kontrollierte Lüftung in vielen Fällen sinnvoll, sonst wird die Luft drinnen stickig und Feuchtigkeit staut sich. Der Stromanschluss für eine Lüftungsanlage muss ebenfalls luftdicht eingebaut sein, sonst entsteht an dieser Stelle eine neue Schwachstelle.
Testen, bevor alles zu ist
Ob das Haus nach der Sanierung dicht ist, lässt sich mit dem sogenannten Blower-Door-Test messen. Dabei wird kurzzeitig Druck im Haus erzeugt, sodass die Dichtheit der Gebäudehülle in Verbindung mit Methoden für Leckageortung (z. B. Wärmebildkameras, Anemometer) ermittelt werden kann. "Am besten macht man diesen Test, bevor die Wände wieder geschlossen sind", empfiehlt Born. "Dann lassen sich Probleme noch einfach und günstig beheben. Wer wartet, bis alles fertig ist, zahlt deutlich mehr." Hinzu kommt: Staatliche Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist an bestimmte Dichtheitswerte geknüpft. Eine sauber ausgeführte Elektroinstallation trägt dazu bei, diese Werte zu erreichen und die Förderung nicht zu riskieren.
Planen statt nachbessern
Wer frühzeitig einen Elektrofachbetrieb in die Sanierungsplanung einbezieht, spart am Ende Geld, schützt sein Haus und holt das Beste aus der Förderung heraus. Weitere Informationen sowie die Broschüre "Luftdichte und wärmebrückenfreie Elektroinstallation" stellt die Initiative ELEKTRO unter http://www.elektro-plus.com bereit. Über die Fachbetriebssuche auf der Website lässt sich ein Elektrofachbetrieb in der Nähe finden.
(Bildquelle: Kaiser)
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