Krebserregende Stoffe in vielen Technikprodukten
27.06.2013 / ID: 124365
IT, NewMedia & Software
Wie viele Schadstoffe im Plastik von Spielzeug, Kleidung und Lebensmittelverpackungen enthalten sind, haben wissenschaftliche Studien bereits gezeigt. Doch bei Elektro- und Elektronikgeräten scheint wohl niemand genauer hinzuschauen - das lässt zumindest ein Labortest der Fachzeitschrift COMPUTER BILD vermuten: Von analysierten 118 Technikprodukten waren lediglich 18 frei von schädlichen Substanzen, 32 hätten so erst gar nicht in den Handel kommen dürfen (Heft 15/2013, ab Samstag am Kiosk).
Auf den Prüfstand kamen Artikel von der Steckdosenleiste über Handytaschen, Babyphones, Blutdruckmessgeräte bis zum Spielzeugcomputer. Die Produkte wurden in Elektronikmärkten, Discountern, Schnäppchenläden und bei Versandhändlern gekauft.
In 85 Produkten, beispielsweise in PC-Mäusen, Bügel- und In-Ear-Kopfhörern, fanden die Prüfer Verunreinigungen aus Verbrennungen, sogenannte polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Für diese Stoffgruppe gibt"s bislang keinen Grenzwert, obwohl viele Verbindungen als krebserregend gelten. Einige der Substanzen stehen sogar als besonders krebserregend im Verdacht - fünf Prozent der Produkte enthielten solche Partikel, darunter ein Kopfhörer der Marke Renkforce und eine Notebook-Tasche von CaseLogic.
Darüber hinaus wiesen die Experten bei 58 Produkten den als gesundheitsschädlich eingestuften Weichmacher DEHP nach. Dieser steckte in hoher Konzentration unter anderem in Blutdruckmessgeräten, Bluetooth-Headsets, In-Ear-Kopfhörern und etlichen HDMI- und Netzwerkkabeln. Weichmacher sind im Kunststoff nicht fest gebunden, sondern gasen mit der Zeit aus - mit möglichen Folgen: "DEHP und andere Phthalate stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt des Menschen zu beeinflussen", sagt Professor Dr. Edmund Maser von der Uni Kiel. Besonders gefährdet sind Kinder: "Ihre Organe befinden sich noch im Wachstum, und das Hormonsystem steuert die körperliche und geistige Entwicklung", erklärt Sarah Häuser vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Doch bis heute müssen Produkte mit hoher DEHP-Konzentration nicht gekennzeichnet werden.
Die Auswertung des COMPUTER BILD-Tests ergab außerdem: 32 Produkte hätten so nicht in den Handel kommen dürfen, weil sie etwa nicht konform sind zur EU-Richtlinie ROHS. Diese regelt die Verwendung von gefährlichen Stoffen in Elektro- und Elektronikgeräten. Darunter waren eine Fernbedienung, die es für 3,99 Euro beim Discounter gibt, ein "Janosch"-Babyphone für 52,99 Euro sowie ein Blutdruckmessgerät für 39,90 Euro vom Versandhändler.
Um Verbraucher zu schützen, fordert COMPUTER BILD: Gefährliche Weichmacher müssen schnellstmöglich verboten werden, sie haben in keinem Alltagsprodukt etwas verloren. Ungefährliche Ersatzstoffe sind seit Jahren verfügbar. Zudem muss der Verbraucher auf der Verpackung über die Menge aller Inhaltsstoffe informiert werden. Des Weiteren sind Grenzwerte systematisch zu kontrollieren.
Mehr zu Technik und Sicherheit unter http://www.computerbild.de/sicherheitscenter
Bildrechte: COMPUTER BILD
COMPUTER BILD Labor test Gesundheitsschädlich Verunreinigungen Weichmacher Plastik Elektrogeräte Elektronikgeräte Technik
http://www.computerbild.de
COMPUTER BILD
Jurastraße 8 70565 Stuttgart
Pressekontakt
http://www.communicationconsultants.de
Communication Consultants GmbH Engel & Heinz
Jurastraße 8 70565 Stuttgart
Diese Pressemitteilung wurde über PR-Gateway veröffentlicht.
Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich. Newsfenster.de distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.
Empfehlung | devASpr.de
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Weitere Artikel von René Jochum
30.06.2014 | René Jochum
Sicherheitslecks bei Fotoautomaten
Sicherheitslecks bei Fotoautomaten
26.06.2014 | René Jochum
Im Internet surft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft
Im Internet surft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft
13.06.2014 | René Jochum
China hört mit: Spionage bei nachgemachten Handys
China hört mit: Spionage bei nachgemachten Handys
12.06.2014 | René Jochum
Gute Bildqualität bei Fotodiensten
Gute Bildqualität bei Fotodiensten
12.06.2014 | René Jochum
Noch präsenter in Japan
Noch präsenter in Japan
Weitere Artikel in dieser Kategorie
28.03.2026 | Anna Jacobs
Eis 2.0: Wie moderne Technologien die Integration von Systemen neu definieren
Eis 2.0: Wie moderne Technologien die Integration von Systemen neu definieren
27.03.2026 | Anna Jacobs
Digitale Nutzererfahrung neu gedacht: Wie SAP Fiori die Arbeitswelt verändert
Digitale Nutzererfahrung neu gedacht: Wie SAP Fiori die Arbeitswelt verändert
27.03.2026 | ManageEngine (Kontakt: PR-Agentur)
ManageEngine erweitert seine Endpoint Central-Lösung um autonome Endpunktsicherheit mit EDR und Secure Private Access
ManageEngine erweitert seine Endpoint Central-Lösung um autonome Endpunktsicherheit mit EDR und Secure Private Access
27.03.2026 | Fivetran
Ausfälle von Datenpipelines kosten Unternehmen durchschnittlich drei Millionen US-Dollar pro Monat
Ausfälle von Datenpipelines kosten Unternehmen durchschnittlich drei Millionen US-Dollar pro Monat
27.03.2026 | PROFI Engineering Systems AG
OEDIV und PROFI schließen Partnerschaft für IBM i Managed Service
OEDIV und PROFI schließen Partnerschaft für IBM i Managed Service

