Gesang, Gender, Genialität - Dimash Qudaibergen im Fokus
29.04.2025 / ID: 427418
Kunst & Kultur
Was passiert, wenn eine Stimme alle Grenzen sprengt? Die Publikation "Jenseits der Stimmlagen. Dimash Qudaibergens Lied "S.O.S d"un terrien en detresse " und die Auflösung geschlechtsspezifischer Gesangsgrenzen" von Lilli Zeifert, im April 2025 bei GRIN erschienen, untersucht die außergewöhnliche Gesangsstimme des internationalen Künstlers Dimash Qudaibergen - ein Phänomen, das musikalisch und gesellschaftlich Normen herausfordert. Eine fundierte, interdisziplinäre Analyse mit aktueller Relevanz für Musik-, Kultur- und Genderforschung.Dimash Qudaibergen begeistert Millionen mit einer Stimme. Zwischen Bariton und Sopran, von klassischem Gesang bis Pop, nutzt er ein Spektrum, das über sechs Oktaven reicht - einschließlich des Pfeifregisters. Die Arbeit "Jenseits der Stimmlagen" beleuchtet sein Stimmphänomen nicht nur aus musikwissenschaftlicher, sondern auch kulturwissen-schaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive. Sie zeigt, wie Stimme zur Hinterfragung von Geschlechternormen führt und wie Gesangsstimmen (historisch wie neuzeitlich) die biologisch geschlechterspezifischen Grenzen der Stimme durchbrechen.
Gesang als Grenzphänomen - Stimme zwischen Biologie, Kultur und Ästhetik
In "Jenseits der Stimmlagen" analysiert Lilli Zeifert einen bislang wenig erforschten Ausnahmekünstler. Anhand des genannten Songs, den Qudaibergen live interpretiert und der über Spotify zugänglich ist, untersucht sie dessen Technik, Registerwechsel und genreübergreifenden Stil. Die Arbeit beleuchtet historische und zeitgenössische Stimmphänomene, die normative, geschlechtlich definierte Einordnungen von Gesangsstimmen infrage stellen - und damit auch gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht und künstlerischem Ausdruck. Angesprochen werden neben der Musikwissenschaft auch Kultur- und Gender Studies sowie Journalist:innen mit Fokus auf Popkultur und Interdisziplinarität. In einer Zeit wachsender Sensibilität für Diversität in Kunst und Gesellschaft liefert diese Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Debatte um Identität, Körper und Stimme.
Lilli Zeifert vereint akademische Expertise mit gelebter Praxiserfahrung: Als Kulturwissen-schafts- und Linguistikstudentin, Librettistin, Songwriterin und Musikkritikerin analysiert sie Stimmen mit außergewöhnlicher Präzision. Trotz eigener Sprechunfähigkeit wurde sie mit nur 19 Jahren die zur damaligen Zeit jüngste Musicalrezensentin der Musicalzentrale. Ihre Analyse zu Dimash Qudaibergen ist wissenschaftlich fundiert, interdisziplinär verankert und ein Pionierwerk zu einem faszinierenden Künstler, der Grenzen verschiebt - musikalisch wie gesellschaftlich.
Das Buch ist im April 2025 im GRIN Verlag erschienen (ISBN 978-3-389-12521-2).
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