Babylon: Legende, Mythos und der kraftvolle Name Belos
09.02.2026 / ID: 437839
Kunst & Kultur
BabylonBabylon, die sagenhafte Hauptstadt der antiken Welt, steht seit Jahrtausenden für Macht, Weisheit und die Grenzen menschlichen Strebens. Gelegen am Euphrat, etwa 90 Kilometer südlich von Bagdad im heutigen Irak, erlebte die Stadt zwischen 1800 und 140 v. Chr. ihre Blütezeit. Doch bereits in der griechischen Mythologie wurde Babylon nicht nur als historische Metropole, sondern auch als mythisches Zentrum der Menschheit verortet – und hier tritt Belos >> als zentrale Gestalt auf.
Belos in der griechischen Mythologie
Belos, in der griechischen Mythologie als Sohn des Poseidon und der Nymphe Libya dargestellt, gilt als König von Ägypten und Gründer von Babylon. Sein Name, eine hellenisierte Form des hebräischen Baal („Herr“, „König“, „Gott“), verweist auf eine tiefe sprachliche und religiöse Verbindung zu orientalischen Göttervorstellungen. In der antiken Sage wird Belos nicht nur als Vater der Zwillingsbrüder Aigyptos und Danaos – deren Geschichte die berühmten Danaiden >> prägt –, sondern auch als Vater von Ninos, Kepheus, Phineus und anderen bedeutenden Gestalten der griechischen Sage genannt.
Faszinierende Verbindung
Die Verbindung zwischen Belos und Babylon ist besonders faszinierend: Während historische Quellen, wie die babylonische Keilschrifttradition von Göttern wie Bêl (Marduk) als Schöpfer der Stadt berichten, verknüpft die griechische Mythologie diese Gründung mit einem menschlichen König. So wird Belos in euhemeristischer Deutung als uralter, göttlich verklärter König verstanden – ein Symbol für die Vereinigung von Mensch und Gottheit, von Macht und Zivilisation. Seine Identifikation mit Baal, Bel und sogar Beelzubub in den Apokryphen unterstreicht die kulturelle Durchdringung zwischen dem Alten und Neuen Testament der Bibel, der griechischen Mythologie und dem antiken Orient.
Turmbau zu Babel
Die Legende vom Turmbau zu Babel, die in der Bibel als Zeichen menschlicher Hybris >> dargestellt wird, findet in dieser Sichtweise eine mythologische Vorgeschichte: Babylon, gegründet von Belos, wird so zum Symbol einer frühen, hochambitionierten Zivilisation, deren Aufstieg und Zerstörung gleichzeitig die Grenzen der menschlichen Erkenntnis und Macht thematisiert. Belos bleibt somit nicht nur ein König, sondern ein mythologischer Archetyp – ein Herrscher, der zwischen Erd- und Himmelsgewalt steht und die Geschichte der Menschheit prägt.
Fazit
Mit der Erinnerung an Belos und Babylon wird die Antike lebendig: Ein Erbe aus Legende, Glaube und Geschichte, das bis heute unsere Vorstellung von Macht, Zivilisation und göttlicher Ordnung formt.
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