Pressemitteilung von Holger Fischer

Die antike Stadt Gordion in Phrygien und König Gordios


12.02.2026 / ID: 437916
Kunst & Kultur

Die antike Stadt Gordion in Phrygien und König GordiosGordion

Die antike Stadt Gordion, die einst die Hauptstadt des phrygischen Reichs war, steht heute im Zentrum archäologischer Forschung und historischer Faszination. Gelegen im heutigen Yassıhöyük in der türkischen Provinz Ankara, wurde Gordion 1895 von den Gebrüdern Gustav und Alfred Körte wiederentdeckt und seit 1950 systematisch unter der Leitung der University of Pennsylvania ausgegraben. Die Fundstätte ist ein Weltkulturerbe der UNESCO. Es handelt sich um ein beeindruckendes Zeugnis einer hochentwickelten früh-eisenzeitlichen Kultur in Zentralanatolien.

König Gordios

Gordios, der nach griechischer Überlieferung der Gründer von Gordion und König der Phryger war, spielt eine zentrale Rolle in der Legende der Stadt. Laut Mythologie soll er ein einfacher Bauer gewesen sein, der durch ein Wunder – den Gordischen Knoten – zum König auserkoren wurde. Dieser Knoten, der ein Pferdegeschirr an einem Wagen befestigte, wurde von keinem Menschen gelöst, bis Alexander der Große ihn mit einem Schwert durchschnitt. Die Legende verbindet damit Gordion mit dem Schicksal eines Weltreichs.

Archäologische Funde

Archäologische Funde bestätigen die historische Bedeutung der Stadt: Gordion war eine bedeutende Handelszentrale an der Schnittstelle zwischen dem Osten und Westen Anatoliens. Die Stadt war über Jahrhunderte besiedelt – bereits in der frühen Bronzezeit – und erreichte ihre Blütezeit zwischen dem 9. und 7. Jahrhundert v. Chr. Die Phryger, ein indogermanisches Volk, errichteten hier prächtige Megaron-Bauten und eine starke Stadtmauer. Die Stadt wurde jedoch um 800 v. Chr. durch eine gewaltsame Zerstörung überrascht, möglicherweise durch die Kimmerier. Später wurde Gordion unter persische und hellenistische Herrschaft gestellt. Es heißt weiterhin, dass die Stadt Gordion im Rahmen vom Römischen Reich schließlich verlassen wurde.

Der große Tumulus

Ein besonderes Highlight der Stätte ist der große Tumulus, auch Midas-Tumulus genannt. Dieser riesige Grabhügel (ca. 300 m breit, 50 m hoch) enthielt die Gebeine eines etwa 60- bis 70-jährigen Adligen. Obwohl lange als Grab des Königs Midas >> gedacht, deuten neuere dendrochronologische Untersuchungen auf ein Fälldatum von ca. 740 v. Chr. hin – möglicherweise handelt es sich um das Grab von Gordios, dem tatsächlichen Gründer der Stadt.

Fazit

Die Kombination aus archäologischer Forschung und antiker Mythologie macht Gordion zu einem einzigartigen Ort der Erinnerung. Die Geschichte von Gordios, dem einfachen Mann, der durch ein Wunder zur Macht gelangte, bleibt bis heute ein Symbol für Schicksal, Mut und die Macht der Legende – ein Erbe, das die antike Stadt Gordion lebendig erhält.

Zur Webseite:

Gordios, phrygischer König und Heros der antiken Stadt Gordion >>
Gordios Gordion Mythologie Geschichte Phrygien

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