Studie: 90 Prozent der untersuchten österreichischen KMU sind in KI-Antworten kaum oder gar nicht sichtbar
01.10.2026 / ID: 446676
Medien & Kommunikation
Wien, 1. Oktober 2026 – Österreichische KMU werden bislang nur selten von KI-Systemen als passende Anbieter genannt. Das zeigt eine neue Untersuchung des Wiener KI-Startups xchannels.ai. 76 Prozent der 300 untersuchten Unternehmen wurden in keiner der relevanten Antworten von ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity genannt. Weitere 14 Prozent kamen in weniger als fünf Prozent der Antworten vor. Insgesamt waren damit neun von zehn untersuchten Unternehmen entweder gar nicht oder nur sehr selten sichtbar.Untersucht wurden 300 eigentümer- oder familiengeführte österreichische KMU mit 10 bis 250 Mitarbeitenden aus zehn Branchen. Für die Studie wurden 100 typische Fragen zur Anbietersuche formuliert und an drei unterschiedlichen Tagen auf den drei untersuchten KI-Plattformen gestellt. Insgesamt flossen 844 auswertbare Antworten in die Analyse ein.
Wenn Kund:innen KI fragen, wird der Mittelstand bislang selten genannt
Die Ergebnisse zeigen, dass selbst bekannte KMU-Marken in KI-Antworten bislang häufig fehlen. Nur 3 Prozent der untersuchten Unternehmen erreichen eine AI Visibility von rund 50 Prozent. Weitere 7 Prozent kommen auf Werte zwischen 5 und 50 Prozent.
Dabei dürfte die Bedeutung von KI-gestützter Recherche für die Anbietersuche bereits jetzt wesentlich zunehmen. Eine Analyse von Averi.ai aus dem Jahr 2026 kommt für die USA zu dem Ergebnis, dass 73 Prozent der befragten B2B-Entscheider:innen KI-Plattformen für ihre Kaufrecherche nutzen. Für Österreich liegen derzeit keine vergleichbaren belastbaren Zahlen vor.
Auch bei klassischen Suchmaschinen verändert sich das Nutzerverhalten. Eine Analyse von Ahrefs von mehr als 300.000 Suchbegriffen kommt zu dem Ergebnis, dass das erste organische Google-Suchergebnis deutlich weniger Klicks erhält, wenn auf der Suchergebnisseite eine AI Overview direkt eine Antwort liefert. Die Analyse beziffert den Rückgang auf rund 58 Prozent.
Die beiden Untersuchungen beziehen sich auf andere Märkte beziehungsweise Suchsituationen und sind daher nicht unmittelbar auf österreichische KMU übertragbar. Sie zeigen jedoch, warum die Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten für Unternehmen zunehmend relevant werden kann.
„Viele Unternehmen investieren weiterhin in Google-Anzeigen und klassische Suchmaschinenoptimierung. Gleichzeitig entsteht eine neue Form der Anbietersuche direkt in KI-Systemen. Wenn ein Unternehmen in der Antwort nicht genannt wird, findet es in diesem Moment in der Auswahl eines potenziellen Kunden nicht statt“, sagt Isabell Claus, Co-CEO von xchannels.ai. „Unsere Untersuchung zeigt, dass österreichische KMU bei dieser Entwicklung bislang noch sehr wenig sichtbar sind.“
Erste Auswirkungen werden von Unternehmen berichtet
Auch aus Österreich gibt es erste Hinweise darauf, dass sich die Veränderung der Suchlandschaft auf Unternehmen auswirkt. Seit der Einführung von Google AI Overviews haben mehrere österreichische Unternehmen unterschiedlicher Branchen gegenüber xchannels.ai von Rückgängen bei Website-Besuchen und Umsätzen berichtet, die sie zeitlich mit dieser Entwicklung in Verbindung bringen. Diese Angaben beruhen auf individuellen Unternehmensberichten und stellen keine repräsentative Messung der Auswirkungen von AI Overviews auf den österreichischen Mittelstand dar.
Sichtbarkeit in KI-Antworten lässt sich gezielt aufbauen
AI Visibility entsteht zum weit überwiegenden Teil nicht durch klassische Suchmaschinenoptimierung. KI-Systeme können bei der Beantwortung von Anbietersuchen auf unterschiedliche öffentlich zugängliche Informationen zurückgreifen. Für Unternehmen bedeutet das, ihre Leistungen, Fachkompetenz und relevanten Themen über kontinuierlich gepflegte und gut zugängliche Inhalte sichtbar zu machen.
Gerade für KMU kann dabei ein systematischer Ansatz relevant sein:
- Fachkompetenz konkret zeigen: Produkte, Leistungen und Fachfragen sollten anhand konkreter Informationen, Beispiele, FAQs und Referenzen nachvollziehbar erklärt werden.
- Regelmäßig relevante Inhalte veröffentlichen: Aktuelle Fachinformationen helfen Unternehmen, ihre aktuelle Expertise bei Fragestellungen sichtbar zu machen.
- Auf mehreren relevanten Kanälen präsent sein: Fachinformationen können – je nach Zielgruppe und Thema – über Website, Presse, Fachportale und Social Media verbreitet werden.
- Einen kontinuierlichen Redaktionsprozess etablieren: Themen lassen sich beispielsweise monatlich planen. KI-Tools können wesentlich bei Recherche, Strukturierung und Erstellung unterstützen.
- Technische Zugänglichkeit prüfen: Unternehmen sollten sicherstellen, dass relevante Inhalte technisch erreichbar und für Suchmaschinen sowie die jeweils relevanten Crawler zugänglich sind. Dazu gehört beispielsweise auch die Prüfung der robots.txt.
„Es klingt zunächst nach einer Mammutaufgabe, ist aber vor allem eine Frage von Struktur und Kontinuität“, sagt Ashley Zvaniashvili, Co-CEO von xchannels.ai. „Unternehmen können heute viele Schritte in der Themenplanung, Content-Erstellung und Verbreitung mit KI unterstützen. Entscheidend ist, Fachkompetenz kontinuierlich und über relevante Kanäle sichtbar zu machen.“
Praxisbeispiel: Von 20 auf 80 Prozent AI Visibility in 90 Tagen
Dass sich die gemessene Sichtbarkeit innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern kann, zeigt ein Praxisbeispiel eines Kunden von xchannels.ai. Dabei handelt es sich um ein B2C-Unternehmen aus dem Bereich Gesundheitsdienstleistungen mit Schwerpunkt auf medizinischer Vorsorge.
Zu Beginn lag die AI Visibility im unternehmensspezifischen Fragenset bei 20 Prozent. Nach 90 Tagen kontinuierlicher, KI-gestützter Veröffentlichung wurde das Unternehmen in 80 Prozent der themenrelevanten KI-Antworten genannt. Dieses Niveau hält das Unternehmen nach Angaben von xchannels.ai seit April 2026.
Im selben Zeitraum veränderten sich weitere Kennzahlen:
- Blogzugriffe: von 115 auf rund 11.000 pro Monat
- Kanäle: 10 statt zuvor 4, darunter ein breiterer Presseversand
- Pressemitteilungen: zweimal pro Monat statt einmal pro Quartal
- Social Media: mehr als 1.000 neue Instagram-Follower sowie erstmals Kundenaufträge über LinkedIn und Instagram
- Marketingteam: unverändert eine Teilzeitkraft
„Die Entwicklung zeigt vor allem, dass Unternehmen ihre Sichtbarkeit systematisch bearbeiten können“, sagt Isabell Claus. „Dafür braucht es nicht zwingend ein großes Marketingteam. Entscheidend sind ein klarer Themenfokus, regelmäßige und zahlreiche Veröffentlichungen und die Verbreitung relevanter Inhalte über mehrere, geeignete Kanäle. KI-Unterstützung ist bei der notwendigen Frequenz ein „must have“, so Claus.
Das Studiendesign
Stichprobe: 300 eigentümer- oder familiengeführte KMU mit 10 bis 250 Mitarbeitenden und Sitz in Österreich. Pro Branche wurden 30 Unternehmen aus den Bereichen Bau, Immobilien, produzierendes Gewerbe, Logistik, Handel B2C, Handel B2B, Gesundheit, Dienstleistungen, Tourismus und Bildung untersucht. Voraussetzung war, dass die Unternehmen österreichweit tätig sind oder österreichweit liefern. Die Unternehmen wurden aus dem Verzeichnis „Firmen A–Z“ der Wirtschaftskammer Österreich ausgewählt, sofern dort eine Website angegeben war und sich die Mitarbeiterzahl ermitteln ließ. Bei der Auswahl wurde auf eine möglichst breite Abdeckung der jeweiligen Unterbranchen geachtet.
Untersuchte KI-Plattformen: ChatGPT mit Websuche, Google AI Overviews, Perplexity
Abfragen: Es wurden 100 realistische Fragen zur Anbietersuche formuliert, jeweils zehn pro Branche. Die Fragen enthielten keine Unternehmensnamen und waren so formuliert, wie potenzielle Kund:innen eine Anbietersuche stellen könnten. Jede Frage wurde an drei unterschiedlichen Tagen identisch auf allen drei Plattformen gestellt, um tagesabhängige Schwankungen zu berücksichtigen.
Datenbasis: Insgesamt wurden 900 Abfragen durchgeführt. 844 Antworten waren auswertbar. 56 Abfragen wurden ausgeschlossen, weil keine auswertbare KI-Antwort vorlag – beispielsweise wenn Google für eine Suchanfrage keine AI Overview ausspielte.
Kennzahl AI Visibility: Die AI Visibility bezeichnet den Anteil der auswertbaren, themenrelevanten KI-Antworten, in denen ein Unternehmen mindestens einmal als Anbieter genannt wurde.
Erhebungszeitraum: September 2026
Sprache und Region: Deutsch, Standort Österreich
Die Studie mit weiteren Ergebnissen und Details zur Methodik steht unter https://xchannels.ai/de/presse/studie-ai-visibility-oesterreichische-kmu zur Verfügung.
(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
Firmenkontakt:
xchannels.ai
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1030 Wien
Deutschland
+43 1 9297964
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