Jonglieren kann man nicht verstehen, man muss es tun
31.10.2014 / ID: 179104
Medizin, Gesundheit & Wellness
Jonglieren ist eine Bewegungskunst, die auch als "Musik für das Auge" bezeichnet wird. Das heißt: man jongliert mit fast allen Sinnen. In den letzten Jahrzehnten begann man sich systematisch mit den gesundheitsfördernden und heilenden Auswirkungen des Jonglierens zu befassen. Kinesiologen bestätigen demnach, dass Jonglieren u.a. die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften belebt und aktiviert. Gehirnforscher verschiedener Universitäten haben sogar festgestellt, dass Jonglieren die Gehirnzellen erweitert - sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen und Senioren.
Ist Jonglieren-Lernen schwer oder einfach?
Selbst wer alle Prinzipien des Jonglierens kennt (Rhythmus, tastende Hände, Schwer- und Fliehkraft, peripheres Sehen, entspannte Aufrichtung u.v.a.), kann es noch nicht. Wie koordiniert man Augen und Hände, um fortwährend ein Überkreuzmuster zu realisieren? Wie gewinnt man jeweils im richtigen Moment Information über die Bewegungen seiner Hände und der Bälle? Die etwa für Tennisspieler wichtige Regel "Immer den Ball im Auge behalten" wäre beim Jonglieren völlig falsch. Die Aufmerksamkeit muss vielmehr von einem Ball zum nächsten wechseln, so dass man jeweils nur einen Teil der Flugbahn sieht. Welcher Teil ist am informativsten, also am aufmerksamsten zu beobachten? "Schau auf den höchsten Bahnpunkt" und "Wirf den nächsten Ball ab, wenn der vorige seinen Scheitelpunkt erreicht hat" lauten gewöhnlich die Anweisungen von Jongliertrainern.
Jonglieren "wandert" vom Auge zum Tastsinn
Howard A. Austin untersuchte 1974 als Doktorand am MIT in Cambridge, welcher Bereich um diesen Höhepunkt für einen Jongleur mittleren Könnens sichtbar sein muss, damit er die Jonglage aufrechterhalten kann. Er setzte zwischen Hände und Augen des Probanden einen fächerartigen Schirm mit keilförmiger Aussparung. Nach den Ergebnissen des Experimentes sind bloße zweieinhalb Zentimeter am Scheitel der Flugbahn ausreichend, was einer Sichtdauer von ungefähr 50 Millisekunden entspricht - einem sehr flüchtigen Blick auf diesen speziellen Punkt. Sehen wird mit zunehmender Jonglierpraxis also immer weniger wichtig. Im Allgemeinen arbeiten Anfänger und fortgeschrittene Jongleure überwiegend mit den Augen, die Meister jedoch mehr mit dem Tastsinn beim Ballkontakt.
Jonglieren-Lernen berührt einen persönlich
Kurzum: Um zu verstehen, was Jonglieren ist, muss man es tun. Die Anleitungen eines Heftchens oder eines Youtube-Videos oder eines Jongleurs müssen in einen persönlichen Bezug gebracht werden. Dazu gehört Ausprobieren, Fehler zulassen und Fehler machen, aus Misserfolgen lernen, Dranbleiben, den inneren Schweinehund überwinden, immer wieder bücken u.v.a.m.. Ganz allmählich bilden sich dann neue Verbindungen, Schwingungen und Verknüpfungen zwischen zahlreichen Hirnstrukturen aus. Die Bewegungen werden weniger hektisch, lässiger, und je effektiver geworfen und gefangen wird, desto mehr können Muskeln, Gelenke und Sehnenfasern sich dabei entspannen. Irgendwann schließlich fliegen die Bälle wie von selbst. Und das "Ich" steuert nichts mehr, sondern beobachtet nur und staunt, was die Hände (das "Körper-Ich") da Faszinierendes zustande bringen. Dann erst entsteht das Gefühl, endlich zu verstehen, was Jonglieren ist.
Jonglieren lernen ist kostenfrei im Internet möglich
Auf der Webseite http://www.jonglier-fix.de ist das REHORULI®-Jonglier-Lernsystem veröffentlicht, mit dessen Hilfe absolute Anfänger in verblüffend kurzer Zeit (30 Minuten) das Jonglieren mit drei Bällen lernen können. 15 Wurf- und Fangübungen mit 1 und 2 Bällen jeweils für die linke und rechte Hand reichen aus, um dann erfolgreich drei Bälle nacheinander werfen und fangen zu können. So funktioniert das REHORULI®-Jonglier-Lernsystem. REHORULI® ist mit 44 Titeln im Buchhandel Europas größter Anbieter von Jonglier-Lernmedien. Das Jonglierball-Set für Einsteiger inkl. Video-DVD und Anleitung kostet 16,90 EUR mit kleinen Bällen (ISBN 978-3940965-271) oder 24,90 EUR mit großen Jonglierbällen (978-3940965301).
Jonglieren bedeutet Handeln, Denken, Fühlen gleichzeitig
Die liegende Acht ist ein uraltes Symbol für unendliche Energie und bringt, richtig angewandt, Energien in uns zum Fließen. Wie beim Jonglieren. Beim Jonglieren wird die Liegende Acht deshalb richtig angewandt, weil sie fortlaufend nacheinander mit jedem Ball - also dreimal ausgeübt wird! Jeweils zeitlich versetzt, verfolgt jeder Ball die Umlaufbahn einer liegenden Acht. Während wir jonglieren oder jonglieren lernen, muss das Gehirn Handeln, Denken und Fühlen gleichzeitig verarbeiten. Es verbraucht mehr Energie, weshalb das Schwitzen beim Jonglieren normal ist. Weniger durch die Bewegung, als vielmehr durch die erhöhte Gehirnaktivität. Deshalb fördert das Jonglieren die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften so enorm und integriert Körper und Geist. Es ermöglicht Grundvoraussetzungen für"s Lernen zu bilden, schult die Überkreuzung der Körpermittellinie, verbessert die Balance, Koordination, Konzentration und hilft uns, neue Aufgaben kreativ und intelligent zu lösen. Man erfährt durch eigenes Tun, wie energetisierend, zentrierend und entspannend das Jonglieren auf das Gehirn und den Körper wirkt, und bekommt neue Anregungen. Es werden alle Sinne aktiviert.
Jonglieren fördert Wissensaufnahme, Lernen und Lernmotivation
Die mittlerweile wissenschaftlich mehrfach bewiesene Tatsache bzw. Kernbotschaft ist: "Wer sich beim Lernprozess bewegt, fördert die Durchblutung im Gehirn. Dadurch wird sowohl die Aufmerksamkeit als auch der Lernerfolg verbessert." Das liegt daran, dass die Gebiete im Gehirn, die die Bewegung koordinieren, im Stirnlappen sitzen. Also genau dort, wo sich auch das Arbeitsgedächtnis befindet, das Dinge bearbeitet, auf die wir uns beim Lernen konzentrieren wollen. Bewegt man sich, werden diese Bereiche generell besser durchblutet. Das heißt nicht nur, während man einen Ball wirft und fängt, sondern auch noch danach. Das ist mit den heutigen bildgebenden Verfahren sogar messbar. Der Effekt der Bewegung hält an (erhöhter Blutdurchfluss). Durch den erhöhten Blutdurchfluss kommt im Gehirn auch mehr Sauerstoff an. Zahlreiche Studien bestätigen den direkten Zusammenhang von Bewegung und leichterem, besseren Lernen.
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