Multiple Sklerose
31.05.2015 / ID: 196612
Medizin, Gesundheit & Wellness
Nicht umsonst wird die Multiple Sklerose (https://www.gesundheits-magazin.net/3137-ms-multiple-sklerose.html) auch die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern genannt, denn trotz vieler Anzeichen fällt es den Ärzten immer noch schwer, MS zu diagnostizieren. Multiple Sklerose ist nach wie vor eine rätselhafte Krankheit, an der in Deutschland rund 130.000 Menschen leiden, weltweit sind es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO 2,5 Milliarden Menschen. Was die Multiple Sklerose so rätselhaft macht, ist die komplexe Struktur der Krankheit, denn fast jeder der Betroffenen hat andere Symptome und wenn diese Symptome auftreten, dann ist die Krankheit in der Regel schon sehr weit fortgeschritten.
Was genau ist Multiple Sklerose?
Bei der Multiplen Sklerose, kurz auch MS genannt, handelt es sich um eine Entzündung des zentralen Nervensystems, die immer einen chronischen Verlauf nimmt. Betroffen sind meist Menschen zwischen dem 25. und dem 40. Lebensjahr, aber es gibt auch Fälle, in denen weitaus jüngere Menschen an MS erkranken. MS diagnostizieren kann nur ein Neurologe und meist kommen die Patienten erst zu ihm, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Tückisch ist aber, dass viele eindeutige Symptome verspüren, die aber nicht selten nach wenigen Tagen wieder von alleine verschwinden. Der Gang zum Arzt wird daher nicht mehr als unbedingt nötig betrachtet, aber die MS nimmt trotzdem weiter ihren verheerenden Verlauf, bis zum nächsten Schub und den nächsten Symptomen.
Welche Symptome gibt es?
Multiple Sklerose beginnt in den meisten Fällen sehr harmlos. Die Betroffenen verspüren ein leichtes Kribbeln in den Beinen oder in den Füßen. Da jeder schon mal "eingeschlafene Füße" hat, wird dieses Symptom nicht weiter beachtet. Zum Kribbeln kommen dann Gleichgewichtsstörungen, und auch das Sehen von Doppelbildern ist eines der typischen Anzeichen, dass es sich vielleicht um Multiple Sklerose handeln könnte. Im späteren Verlauf leiden die Erkrankten dann unter Depressionen und Problemen mit der Blase, auch Störungen im sexuellen Bereich werden bei MS häufig beobachtet.
Vier Schritte bis zur Diagnose
Bevor die Diagnose Multiple Sklerose gestellt werden kann, braucht es vier Schritte. Im ersten Schritt überprüft der Neurologe zunächst die Sehschärfe, die Bewegung der Augen, die Sensibilität auf Berührungen, die Muskelkraft und auch die Muskelspannung. Zu diesen ersten Tests muss der Patient zum Beispiel mit geschlossenen Augen den Zeigefinger mit gestrecktem Arm an die Nasenspitze führen können. Je nachdem, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist, haben die Betroffenen mit diesen leichten motorischen Übungen schon erhebliche Schwierigkeiten.
Besteht nach dem ersten Schritt der Verdacht, dass es sich um MS handeln könnte, dann folgen im zweiten Schritt die sogenannten provozierten Potenzialen. Hier wird die Leitgeschwindigkeit der verschiedenen Sinnessysteme gemessen. Die Augen werden beispielsweise mit einem Schachbrettmuster gereizt und mit der Hilfe von Elektroden misst der Arzt dann, wie schnell ein Impuls im Gehirn ankommt. So wird festgestellt, wie stabil oder instabil die Nervenbahnen sind.
Im dritten Schritt folgt dann ein MRT, eine Magnetresonanztomografie, um mögliche Entzündungsherde, die bei der Multiplen Sklerose auftreten, lokalisieren zu können. Der Patient bekommt bei dieser Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt, um zwischen älteren und neueren Entzündungsherden unterscheiden zu können.
Schritt vier soll dann die endgültige Diagnose möglich machen, und in diesem Schritt muss sich der Patient einer Lumbalpunktion unterziehen. Bei dieser Punktion wird mittels einer Kanüle Nervenwasser aus dem Rückenmark im unteren Teil der Lendenwirbelsäule entnommen. Die Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten und ist durch eine lokale Betäubung auch schmerzfrei. Die Antikörper im Nervenwasser sind dann der Beweis, dass es sich tatsächlich um MS handelt.
Keine Heilung und keine Therapie
Multiple Sklerose ist unheilbar, aber die Krankheit verläuft in Schüben. Zwischen diesen Schüben sind die Betroffenen meist ohne Beschwerden. Kommt dann aber wieder ein neuer Schub, dann kann es sein, dass die Patienten plötzlich ihre Arme und Beine nicht mehr bewegen können. Ein Medikament oder eine Therapie gibt es bislang nicht.
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