Wenn das Gedächtnis schwächer wird
12.07.2016 / ID: 233316
Medizin, Gesundheit & Wellness
Auch das menschliche Gehirn ist Alterungsprozessen unterworfen. Darum nehmen die Lernfähigkeit und die Gedächtnisleistung von Jahr zu Jahr ab. Die Symptome sind weit verbreitet: Schlüssel werden verlegt, Termine vergessen oder Betroffene merken, dass sie sich Namen oder Sachverhalte nur noch schlecht merken können. Ursachen für die abnehmende Leistung sind altersgemäße Durchblutungsstörungen, Arteriosklerose - umgangssprachlich auch Arterienverkalkung genannt - oder Eiweißablagerungen in den Gefäßen, die die Funktionsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigen. Weitere Ursachen können aber auch eine schlecht eingestellte Diabeteserkrankung, Bluthochdruck oder Depressionen sein.
Sofern es keinen pathologischen also krankheitsbezogenen Hintergrund zur Erkrankung gibt, können betroffene Menschen selbst gut gegensteuern, weiß Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg: "Es ist durchaus normal, dass wir mit zunehmendem Alter etwas vergesslicher und schusseliger werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist dann wichtig. Vor allem Vitamin B, wie es in Hülsenfrüchten, Walnüssen, Trockenfrüchten oder in Schweinefleisch und Leber vorkommt, hält die grauen Zellen fit. Ausreichend Schlaf, nicht zu viel Alkohol, Sport und Bewegung wirken sich ebenfalls positiv aus." Auch das Lösen von Kreuzworträtseln oder Gedächtnisspiele wie Memory helfen, dass die Gehirnleistung nicht so stark zurückgeht. Gulde weiter: "Das Gehirn verhält sich da ähnlich wie ein Muskel. Was nicht regelmäßig trainiert wird, verliert an Leistungsfähigkeit und Kraft. Es konnte auch wissenschaftlich belegt werden, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, sinkt, wenn man auch im Alter geistig rege bleibt."
Neben dem gesunden Lebensstil gibt es auch pflanzliche Wirkstoffe, deren förderliche Wirkung von Studien belegt wurde, erklärt Apotheker Christoph Gulde: "Ein bestimmter Ginkgo-Extrakt verbessert, wenn er in einer höheren Dosierung von 240 Milligramm pro Tag eingenommen wird, die geistige Aktivität und das Erinnerungsvermögen. Als Geheimtipp gilt die Brahmipflanze (lateinisch Bacopa monnieri), die auch unter der Bezeichnung Kleines Fettblatt bekannt ist. Hier gibt es den entsprechenden Extrakt als Tropfen, Kapseln oder auch als Tee." Auch dieser pflanzliche Wirkstoff beeinflusst die Gehirnleistung positiv, wie Studien belegen. Bei den häufig empfohlenen Taigawurzel- und Ginseng-Präparaten gibt es keine eindeutig in Studien nachgewiesenen Wirkungen. Hingegen konnte bei einem Lecithin aus der Sojabohne, nachgewiesen werden, dass es die Gedächtnisleistung verbessert.
Bildquelle: ABDA
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Landesapothekerverband Baden-Württemberg
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