Pressemitteilung von Dr. Marianne von Schmettow

Aktuelle Prophylaxe-Themen in entspannter Kinoatmosphäre


16.12.2016 / ID: 248533
Medizin, Gesundheit & Wellness

Nach Kinosälen in Berlin und Wiesbaden war in Leipzig die dritte und letzte Station einer außergewöhnlichen Fortbildungsreihe. Insgesamt mehr als 200 Teilnehmer folgten der Einladung von CP GABA, um sich gemeinsam mit hochkarätigen Referenten einen aktuellen und praxisnahen Überblick zur Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), zu Rezessionen und Substanzverlusten am Zahnhals sowie zur Rolle der Zahnpasta im häuslichen Biofilmmanagement zu verschaffen.

Effektive Behandlung für MIH-Patienten

Eröffnet wurden die Veranstaltungen von Prof. Dr. Katrin Bekes, Direktorin der Klinik für Kinderzahnheilkunde der Universitätszahnklinik Wien, mit ihrem Vortrag zu Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH). Unter dieser Erkrankung, deren Ursachen bis heute nicht komplett geklärt sind, leiden immer mehr Kinder: in Deutschland aktuell bereits zwischen 10 und 14 Prozent - bei steigender Tendenz. Die korrekte Diagnose und ein spezielles Recall-Programm sind entscheidend, um Abhilfe zu schaffen und Folgeerkrankungen zu verhindern. In der zahnärztlichen Praxis werden Kinder mit der Diagnose MIH intensivprophyIaktisch betreut, mehrmals im Jahr wird ein hochkonzentrierter Fluoridlack (Duraphat® Fluoridlack*1) appliziert. Bei den schweren Formen der MIH spüren die Betroffenen teilweise extrem schmerzempfindliche Zähne und daher einen hohen Leidensdruck. Ein vielversprechender neuer Ansatz könnte hier die Behandlung mit der elmex® SENSITIVE PROFESSIONAL™ Desensibilisierungspaste sein. Aus der Behandlung der schmerzempfindlichen Zähne ist bereits bekannt, dass die Paste diese Hypersensibilität effektiv lindert.[1] Bekes präsentierte in ihrem Vortrag Daten einer eigenen klinischen Studie: Hierfür wurden insgesamt 19 Kinder mit 56 schmerzempfindlichen MIH-Zähnen mit der argininhaltigen Prophylaxepaste behandelt. Dabei spürten die betroffenen Kinder eine sofortige signifikante Schmerzlinderung, die über acht Wochen angehalten hat. Neben der Behandlung in der Praxis gilt für die häusliche Mundhygiene wie gewohnt, zweimal täglich die Zähne mit fluoridierter Zahnpasta (z.B. elmex®Junior bis 12 Jahre) zu putzen und zusätzlich einmal pro Woche eine Intensivfluoridierung (z.B. mit elmex® gelee*2) durchzuführen.

Prävention ist die beste Therapie

Im Vortrag "Brennpunkt Zahnhals - wie verhindere ich Rezessionen und Substanzverluste" stellte ZÄ Antje Diederich, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, neben der Prävention auch den richtigen Umgang mit den Folgen in den Fokus. Gingivale Rezessionen und Hartsubstanzdefekte, von denen laut aktueller Zahlen der DMS V viele Erwachsene betroffen sind, führen oft zu Hypersensibilitäten und begünstigen die Entstehung von Wurzelkaries. Zur Prävention von Rezessionen zählt das regelmäßige Screening in der Zahnarztpraxis zu den wichtigsten Maßnahmen. Die Referentin diskutierte ebenfalls die Frage der Putztechnik - die keinen signifikanten Einfluss auf Hartsubstanzdefekte hat - sowie den Einsatz verschiedener manueller und elektrischer Bürsten. Für die Linderung der Schmerzempfindlichkeit können Patienten zu Hause Produkte mit der PRO-ARGIN®-Technologie anwenden. Enthalten ist diese Technologie zum Beispiel in der neuen elmex® SENSITIVE PROFESSIONAL™ Repair & Prevent Zahnpasta, die zusätzlich den antibakteriellen Wirkstoff Zink beinhaltet. Eine neue klinische Studie mit 273 Teilnehmern in drei europäischen Ländern belegt erstmals, wie die Behandlung von Dentinhypersensibilität mit der PRO-ARGIN®-Technologie zu einer spürbaren Verbesserung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität beiträgt.[2]
Die Referentin führte aus, dass Patienten säurehaltige Lebensmittel und Getränke weniger häufig konsumieren und bestimmte Grunderkrankungen wie Reflux oder Essstörungen behandeln lassen sollten, um Erosionen wirksam vorzubeugen. Zeitverzögertes Zähneputzen ist nicht sinnvoll, wie Diederich und ihre bei der Veranstaltung in Wiesbaden vortragende Kollegin Alina Winkelmann (Universitätsklinikum Bonn) bezugnehmend auf die aktuellen EFCD Richtlinien übereinstimmend feststellten.[3] Für die Mundhygiene empfiehlt sich die Benutzung spezieller zinn-/fluoridhaltiger Zahnpflegeprodukte, die vor weiterem Zahnschmelzabbau schützen. Unter dem Strich gilt: Prävention ist die beste Therapie.

Häusliches Biofilmmanagement ist das, was man daraus macht

Im dritten und letzten Vortrag nahm Dr. Fabian Cieplik, Universitätsklinikum Regensburg, die Rolle der Zahnpasta im häuslichen Biofilmmanagement genauer unter die Lupe. So sei Zahnpasta der ideale Träger für aktive Inhaltsstoffe, die bestenfalls mehrmals täglich direkt an den Wirkort gelangen. Neben Fluoriden, dem unumstritten wichtigsten Zusatz einer Zahnpasta, können antimikrobiell wirksame und biofilmmodulierende Zusätze wie CHX, Triclosan, Amin-/Zinnfluorid oder Arginin die mechanische Mundhygiene chemisch sinnvoll unterstützen. Bei der komplexen Zusammensetzung einer Zahnpasta ist jedoch zu beachten, dass sich die vielen verschiedenen Komponenten nicht gegenseitig inaktivieren. Cieplik und seine Kollegin Anna Plaumann aus Kiel, die den Vortrag in Wiesbaden hielt, gaben zu bedenken, dass für eine effektive Plaqueentfernung eine gewisse "Mindesteinwirkdauer" der aktiven Inhaltsstoffe erforderlich ist und das Ausspülen mit Wasser nach dem Zähneputzen die Vorteile von fluoridhaltiger Zahnpasta vermindert. Entscheidend für ein erfolgreiches häusliches Biofilmmanagement sei letztendlich die richtige Anwendung: Zweimal täglich drei Minuten putzen und ausspucken, nicht mit Wasser nachspülen.

In der abschließenden Diskussion stellten sich die Referenten den aus dem Auditorium geäußerten Fragen. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, die Themen der Vorträge weiter zu vertiefen und eigene Erfahrungen einzubringen, bevor die Fortbildung - passend zum Veranstaltungsort - beim geselligen Get-together im Kinofoyer zu Ende ging.
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