Kümmern Sie sich um Ihre psychische Gesundheit
10.10.2023
Medizin, Gesundheit & Wellness
Mentale Gesundheit gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Laut dem DAK Psychreport 2023 sind in den letzten Jahren die Fehltage von Beschäftigten aufgrund psychischer Erkrankungen, zu denen übrigens auch der Burn-out gehört, um 48 % gestiegen! Dabei stehen auch längst nicht mehr nur die älteren Arbeitnehmer im Fokus. Mittlerweile betreffen psychische Erkrankungen auch durchaus die jüngeren Generationen.
Ist psychische Gesundheit nur das Fehlen von psychischen Erkrankungen?
Wurde der Begriff "mental health" lange Jahre im englischsprachigen Raum vorrangig mit psychischen Störungen in Verbindung gebracht, gibt es heutzutage ein ganzheitlicheres Verständnis. Denn psychische Gesundheit ist weit mehr als nur das Fehlen von psychischen Beeinträchtigungen. Im Gegenteil geht es bei diesem Begriff um einen Zustand des grundsätzlichen Wohlbefindens, der sowohl Zufriedenheit im Privat- und Arbeitsleben einschließt als auch emotionale und soziale Gesundheit beinhaltet.
Die WHO (Welt-Gesundheitsorganisation) definiert den Begriff der psychischen Gesundheit als einen "Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft beitragen kann."
Der 10. Oktober, der World mental health day, ist der perfekte Tag, um sich um seine psychische Gesundheit zu kümmern!
Psychische Belastungen haben nicht nur in der subjektiven Wahrnehmung in den letzten Jahren zugenommen. Tatsächlich steigt aufgrund zunehmender Belastungen sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben der durch Stress erzeugte Druck auf jeden Einzelnen an. Das haben diverse Studien und Umfragen eindeutig ergeben. Veränderte Arbeitsbedingungen, gesellschaftlicher Wandel, Umwelt- und Gesundheitskrisen verstärken diese Effekte noch.
Deswegen ist es an der Zeit, dass wir uns verstärkt um unsere psychische Gesundheit kümmern, damit wir sowohl körperlich als auch geistig gesund bleiben - und das so lange wie möglich. Der geeignete Tag um damit anzufangen ist definitiv der 10. Oktober: der offizielle World mental health day - der Welttag der psychischen Gesundheit!
Sie können diesen Tag beispielsweise dazu nutzen, sich ausführlich über psychische Störung, wie Depressionen, Angststörungen oder Burn-out zu informieren. Oder Sie gehen Ihre psychische Gesundheit praktisch an, indem Sie verschiedene Stressmanagement-Techniken, wie zum Beispiel Meditation, Yoga, Qigong oder MBSR und Achtsamkeit ausprobieren und sich dann für eine entscheiden, die Sie regelmäßig anwenden und in Ihren Alltag integrieren können. Das brauchen Sie auch nicht alleine in Angriff zu nehmen. Es gibt dazu diverse Kursanbieter, bei denen Sie in verschiedene Techniken reinschnuppern können, um die für Sie beste zu finden.
Daneben gibt es natürlich - wie es sich für einen Welttag gehört - auch einige Aktionen, die von verschiedenen Verbänden und Institutionen angeboten werden. Dazu gehört beispielsweise das Aktionsbündnis seelische Gesundheit, die in der Woche vom 10. bis 20 Oktober verschiedene Veranstaltungen sowohl in unterschiedlichen Städten als auch online anbietet.
Auch die World Federation for Mental Health, welche in diesem Jahr ihr 75stes Bestehen feiert, ist an diesem Tag aktiv und bietet unter dem Motto "Mental health is a universal human right" (Mentale Gesundheit ist ein universelles menschliches Recht) verschiedene Aktionen weltweit an.
Denn es ist nie zu spät, sich um seine psychische Gesundheit zu kümmern!
Erste Hilfe für psychische Störungen: mental health first aid
Neben seiner eigenen Gesundheit ist es natürlich auch wichtig, sich um sein privates und berufliches Umfeld zu kümmern. Das ist durchaus möglich, auch wenn Sie keine entsprechende Ausbildung, wie beispielsweise ein Psychologiestudium, abgeschlossen haben. Sie können trotzdem bei Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten und/oder Arbeitskollegen Erste Hilfe in einer psychischen Notlage leisten und somit als MHFA-Ersthelfer fungieren. MHFA ist übrigens die Abkürzung für mental health first aid.
Dabei geht es auch genau darum: Erste Hilfe zu leisten - und nicht etwa jemanden zu behandeln! Letzteres sollte tatsächlich ausschließlich Menschen mit entsprechender Ausbildung beziehungsweise Studium vorbehalten sein!
Bei der Ersten Hilfe in einer psychischen Notlage geht es darum, zunächst entsprechende Symptome bei einem Menschen zu erkennen, um dann mit dem*derjenigen ins Gespräch zu gehen. Wobei es gerade hierbei darauf ankommt, besonders feinfühlig und unvoreingenommen zu sein - um schließlich zu erreichen, dass sich der*diejenige aufgehoben, angenommen und verstanden fühlt in dem bestehenden Problem. Und schließlich - ebenfalls auf Anraten des Erste-Hilfe-Leistenden - einen Fachmann für diese Problematik aufsucht.
Um das tun zu können, sind natürlich spezielle Kenntnisse nötig. Zum Beispiel ein Basiswissen zu psychischen Störungen und spezielle, auf diese Situationen ausgerichtete Gesprächstechniken. Das und noch einiges mehr kann jedoch erlernt werden, beispielsweise in unserer Ausbildung "Krisenintervention und -prävention für Laien ".
Mit dieser Ausbildung leisten auch wir einen Beitrag zum Welttag der psychischen Gesundheit und sogar darüber hinaus! Wir helfen mit, Vorurteile psychische Störungen betreffend und Unsicherheiten im Umgang mit den Betroffenen abzubauen. Außerdem unterstützen wir dadurch den stetigen Ausbau des Mental Health First Aid Programms. Denn in unserer stressgebeutelten Gesellschaft ist es ungemein wichtig ist, dass betroffene Personen früher effektive Hilfe erhalten und rechtzeitig in professionelle Behandlung kommen.
Engagieren also auch Sie sich!
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