Neue Keramiken: Zahnärzte bohren heute weniger
29.09.2026 / ID: 446573
Medizin, Gesundheit & Wellness
Hochleistungskeramiken und digitale Fertigung verändern die Zahnmedizin grundlegend. Zahnärzte arbeiten heute deutlich substanzschonender als noch vor einigen Jahren. Zugleich wirken Versorgungen natürlicher und bleiben langfristig stabil.
Keramik ist heute nicht mehr gleich Keramik. Moderne Werkstoffe wie hochtransluzentes Zirkonoxid und Lithiumdisilikat vereinen Eigenschaften, die vor wenigen Jahren noch als Widerspruch galten: Sie sind hochfest und zugleich lichtdurchlässig. Kronen und Teilkronen wirken dadurch fast wie natürliche Zähne. Gleichzeitig lassen sie sich deutlich filigraner herstellen. Das eröffnet neue minimalinvasive Behandlungsmöglichkeiten. Dabei bleibt wesentlich mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten. „„Der größte Fortschritt der modernen Keramik besteht darin, dass wir heute Stabilität und Ästhetik nicht mehr gegeneinander abwägen müssen. Hochfeste Keramiken ermöglichen minimalinvasive Therapien und tragen dazu bei, möglichst viel natürliche Zahnsubstanz zu erhalten. Moderne Keramik ersetzt heute nicht einfach Zahnsubstanz – sie hilft, sie zu erhalten,“ bestätigt Dominik Kruchen, Präsident des Verbandes der Deutschen Zahntechniker-Innungen (VDZI) und Vorstand der Initiative proDente e.V.
Mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten
Früher musste für eine Krone oft rund zwei Drittel der sichtbaren Zahnsubstanz beschliffen werden. Heute ermöglichen moderne adhäsive Befestigungstechniken und hochfeste Keramiken in vielen Fällen Teilkronen, Onlays oder ultradünne keramische Restaurationen. Der biologische Vorteil ist erheblich: Je mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten bleibt, desto besser sind die langfristigen Erfolgsaussichten des Zahns.
Kaum Komplikationen
Die wissenschaftliche Evidenz bestätigt diese Entwicklung. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse im Journal of Prosthetic Dentistry wertete 28 klinische Studien mit insgesamt 1.298 monolithischen implantatgetragenen Keramikrestaurationen aus. Das Ergebnis der 2024 veröffentlichten Studie: Die Komplikationsrate bei Einzelkronen lag bei 2 Prozent. Brücken wiesen noch geringere Ausfallraten auf. Die Autoren bewerten monolithische Keramiken deshalb als „effektive und sichere Therapieoption“ mit niedrigen Komplikationsraten.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Bauweise. Die heute verbreiteten monolithischen Keramiken bestehen aus einem einzigen Keramikkörper. Die früher häufiger auftretenden Abplatzungen der Verblendkeramik entfallen. Auch systematische Reviews zu zahngetragenen Versorgungen zeigen hohe Langzeitüberlebensraten und deutlich weniger technische Komplikationen als klassische verblendete Konstruktionen.
Vom Inlay bis zum Vollkeramik-Implantat
Moderne Keramiken werden heute weit über ästhetische Frontzahnkronen hinaus eingesetzt. Hochleistungswerkstoffe kommen inzwischen bei Teilkronen, Vollkronen, mehrgliedrigen Brücken und implantatgetragenem Zahnersatz zum Einsatz. Parallel etablieren sich Vollkeramik-Implantate aus Zirkonoxid. Sie ermöglichen vollständig metallfreie Versorgungen und zeigen in aktuellen systematischen Übersichtsarbeiten vielversprechende klinische Ergebnisse. „Keramik entwickelt sich vom Spezialmaterial für schöne Frontzähne zum Standardwerkstoff der modernen restaurativen Zahnmedizin,“ so Kruchen.
Zahntechnik vereint Handwerk und Innovation
Möglich wird diese Entwicklung durch das enge Zusammenspiel von Zahnärzten und Zahntechnikern. Der Zahnarzt präpariert minimalinvasiv und erfasst den Befund digital. Zahntechniker fertigen daraus hochpräzise und individuell charakterisierte Restaurationen aus Hochleistungskeramiken. So verbindet moderne Zahntechnik industrielle Präzision mit handwerklicher Ästhetik. Das Ergebnis ist Zahnersatz, der funktionell überzeugt und sich harmonisch in das natürliche Gebiss einfügt.
Digitalisierung beschleunigt den Fortschritt
Zusätzlichen Schub gibt die digitale Zahnmedizin. Intraoralscanner ersetzen immer häufiger den klassischen Abdruck. CAD/CAM-Systeme konstruieren Kronen am Computer und fräsen sie hochpräzise aus industriell gefertigten Keramikblöcken. Das sorgt für reproduzierbare Qualität, exakte Passgenauigkeit und oft kürzere Behandlungszeiten. Davon profitieren vor allem Patientinnen und Patienten: weniger unangenehme Abdrucknahmen, oft weniger Behandlungstermine, passgenauere Versorgungen und Zahnrestaurationen, die sich in Form, Farbe und Lichtwirkung kaum noch von natürlichen Zähnen unterscheiden.
Firmenkontakt:
Initiative proDente e.V.
Aachener Straße
50858 Köln
Deutschland
022117099740
http://www.prodente.de
Pressekontakt:
proDente
Köln
Dalmus
022117099740
Diese Pressemitteilung wurde über PR-Gateway veröffentlicht.
Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich. Newsfenster.de distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.
Empfehlung | devASpr.de
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Weitere Artikel von Initiative proDente e.V.
06.10.2026 | Initiative proDente e.V.
Wenn die Angst vor dem Zahnarzt krank macht
Wenn die Angst vor dem Zahnarzt krank macht
08.09.2026 | Initiative proDente e.V.
Sepsis: Wenn der Zahn zum Notfall wird
Sepsis: Wenn der Zahn zum Notfall wird
01.09.2026 | Initiative proDente e.V.
Pressemeldung - Fluorid unter Beschuss: Experten warnen vor Fehlinformation
Pressemeldung - Fluorid unter Beschuss: Experten warnen vor Fehlinformation
28.08.2026 | Initiative proDente e.V.
Startklar für die Bundesliga – auch die Zähne?
Startklar für die Bundesliga – auch die Zähne?
20.08.2026 | Initiative proDente e.V.
Kauen ist der Schlüssel für gesundes Altern
Kauen ist der Schlüssel für gesundes Altern
Weitere Artikel in dieser Kategorie
19.10.2026 | Rückgrat Donaueschingen
Stress abbauen mit Bewegung: Balance für Körper und Kopf
Stress abbauen mit Bewegung: Balance für Körper und Kopf
17.10.2026 | PhytoLife Pharma GmbH
Befragung unter 188 Heilpraktiker:innen: 99 Prozent würden menoelle® Kolleg:innen weiterempfehlen
Befragung unter 188 Heilpraktiker:innen: 99 Prozent würden menoelle® Kolleg:innen weiterempfehlen
16.10.2026 | Rückgrat Donaueschingen
Immunsystem stärken: wie regelmäßige Bewegung die Abwehrkräfte unterstützt
Immunsystem stärken: wie regelmäßige Bewegung die Abwehrkräfte unterstützt
16.10.2026 | PEARL GmbH
newgen medicals Smartes Oberarm-Blutdruckmessgerät OB-330
newgen medicals Smartes Oberarm-Blutdruckmessgerät OB-330
16.10.2026 | Dr. Jakob Ebner - https://kardiologie-ebner.at
kardiologie-ebner.at - Facharzt für Kardiologie & Internist Dr. Ebner Jakob Kirchdorf/Micheldorf
kardiologie-ebner.at - Facharzt für Kardiologie & Internist Dr. Ebner Jakob Kirchdorf/Micheldorf

