Ostukraine: In Lugansk schweigen die Waffen
17.02.2015 / ID: 187588
Politik, Recht & Gesellschaft
(Mynewsdesk) Lugansk/München –
Die Waffenruhe in der Ostukraine bleibt brüchig. "Die Lage in Lugansk ist derzeit ruhig: Es wird nicht mehr geschossen, aber in der Ferne sind noch Detonationen zu hören", sagte eine Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer am Montag in Lugansk.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag, um 0.00 Uhr, war die Feuerpause in der Ostukraine in Kraft getreten. Danach flauten die Gefechte ab. Militär und Separatisten beschuldigen sich jedoch gegenseitig, die Waffenruhe wiederholt gebrochen zu haben. So flammten in der Stadt Debalzewe neue Gefechte auf.
In Lugansk hielt die Feuerpause dagegen am Montag weiter an. "Seit zwei Tagen ist es in Lugansk ruhig", berichtete die SOS-Mitarbeiterin, die aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden will. Die Stimmung in der Bevölkerung beschrieb sie als verhalten optimistisch: "Die Menschen sind froh, dass es keine Schiessereien mehr gibt. Aber sie sind weiter sehr vorsichtig."
Die humanitäre Notlage in Lugansk bleibt trotz der Feuerpause bestehen. "Die Menschen haben immer noch kein Geld und Essen und Medizin sind teuer", so die SOS-Mitarbeiterin. "Zudem führt der einzige Weg aus der Ukraine über Russland. Wir wissen nicht, wann die Straßenblockaden aufgehoben werden."
Auch Schulen und Kindergärten bleiben in Lugansk geschlossen. Offiziell wird dies mit einer Krankheits- und Grippewelle begründet. "Inoffiziell heißt es jedoch, dass das Risiko weiterhin zu groß ist und immer noch nicht alle bewaffneten Gruppen unter Kontrolle sind", sagte die SOS-Mitarbeiterin.
Die SOS-Kinderdörfer sind derzeit als einzige internationale Hilfsorganisation in der Region Lugansk aktiv und leisten dort Nothilfe.
München, 16.2.2015
Weitere Informationen:
http://www.sos-kinderdoerfer.de/ukraine
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