Diskriminierung - ein Problem der Digitalisierung?
17.08.2016 / ID: 236642
Politik, Recht & Gesellschaft
17. August 2016. Diskriminierung ein wachsendes Problem in der Gesellschaft. Erschreckend sei, so Uwe Hoffmann, der Geschäftsführer des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung e. V. (DSD, http://www.gegendiskriminierung.de ), dass es mittlerweile eine Kultur der persönlichen Diffamierung gäbe. Ein Grund dafür sei die aussterbende kritische Vernunft. Ein Kommentar des DSD-Geschäftsführers.
Unsere Gesellschaft verliert die kritische Vernunft, die öffentliche, sachliche Diskussion und den öffentlichen Streit. Die knüppelharte Franz-Josef-Strauß-Rhetorik ist - in den Zeiten der Vorverurteilung, Diffamierung und Verdächtigung - nicht mehr existent. Es wird geschrien statt gestritten und an die Stelle der lautstarken Wirtshausdiskussion mit Versöhnungsbier treten Social-Media-Kommentare mit persönlicher Beleidigung und Diskriminierung. Aus kampfeslustigen Streithähnen von einst sind handzahme Papageie geworden, die jeden meinungspolitischen Trend nachplappern und mangels kritischer Argumentation, beleidigend und diskriminierend werden.
Dabei sollte unsere aufgeklärte Gesellschaft zwischenzeitlich begriffen haben, dass die eigene Lebensform - von der sexuellen Ausrichtung über den Glauben bis zur Ernährung - Ausdruck der Persönlichkeit ist. Moderne Kritik beschränkt sich auf Herabsetzung und der autonome Betroffene wird dauerdiskriminiert. Eine Bundeskanzlerin wird nicht mehr an ihren Taten gemessen, sondern gewertet. Wertung anhand ihrer Herkunft, Vergangenheit, Aussehen oder dem Sprach- und Kleidungsstil.
Mit der digitalen Beleidigungs-Kommunikation, wächst auch die Zahl derer, die sich von ihr diskriminiert fühlen. Unsere Blabla-Gesellschaft produziert so ständig neue verbal ausgegrenzte Gruppen, sät Hass und Neid und sorgt dafür, dass die Saat von Radikalen, gleich welcher Couleur, politisch gedüngt und bewirtschaftet wird. Auf dem digitalen Screen unserer Kommunikation, wird aus jeder Behauptung eine Verschwörung, aus jedem Statement eine Täuschung. Aus der Argumentation ist die Bejahung oder Ablehnung einer bestehenden Meinung geworden. Im positiven Fall wird sie überhöht, im negativen mit Beleidigungen derer, die sie geäußert haben, geahndet. Das geht so lange gut, bis sich jemand in der virtuellen Realität massiv diskriminiert fühlt und in der realen Welt dagegen vorgehen will. Deshalb appelliere ich an die Vernunft: Streit? Ja, gern. Der ist auch nötig. Wer aber mitreden möchte, sollte sich vorher informieren. Und nicht nur über das Volkshirn Google.
http://www.gegendiskriminierung.de
Deutscher Schutzverband gegen Diskriminierung
Löbdergraben 11 07743 Jena
Pressekontakt
http://www.gegendiskriminierung.de
Deutscher Schutzverband gegen Diskriminierung
Löbdergraben 11 07743 Jena
Diese Pressemitteilung wurde über PR-Gateway veröffentlicht.
Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich. Newsfenster.de distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.
Empfehlung | devASpr.de
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Weitere Artikel von Uwe Hoffmann
29.08.2016 | Uwe Hoffmann
Keine Notvorräte für Hartz-IV-Empfänger - DSD startet Petition
Keine Notvorräte für Hartz-IV-Empfänger - DSD startet Petition
23.05.2016 | Uwe Hoffmann
Rechtssicherheit für Homosexuelle: Rehabilitierung der Justizopfer
Rechtssicherheit für Homosexuelle: Rehabilitierung der Justizopfer
22.03.2016 | Uwe Hoffmann
Schutzverband gegen Diskriminierung spendet für Torgauer Tafel
Schutzverband gegen Diskriminierung spendet für Torgauer Tafel
09.03.2016 | Uwe Hoffmann
"Alles Gute zum Frauentag", oder: der scheinheilige Feiertag
"Alles Gute zum Frauentag", oder: der scheinheilige Feiertag
03.03.2016 | Uwe Hoffmann
Unerträglich: die positive Darstellung des desolaten Arbeitsmarktes
Unerträglich: die positive Darstellung des desolaten Arbeitsmarktes
Weitere Artikel in dieser Kategorie
22.05.2026 | miteinander e.V.
Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann und miteinander.de übergeben 20.000 Euro an den Düsseldorfer Kinderhospizdienst
Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann und miteinander.de übergeben 20.000 Euro an den Düsseldorfer Kinderhospizdienst
22.05.2026 | Rechtsanwalt Reinhard Scholz
WhatsApp statt Zeugenaussage: Wie digitale Beweismittel das Familienrecht revolutionieren
WhatsApp statt Zeugenaussage: Wie digitale Beweismittel das Familienrecht revolutionieren
21.05.2026 | KSR Rechtsanwaltskanzlei
ThomasLloyd: Cleantech Infrastruktur GmbH - Wegweisendes Urteil OLG Frankfurt am Main - Erfolge für Kapitalanleger
ThomasLloyd: Cleantech Infrastruktur GmbH - Wegweisendes Urteil OLG Frankfurt am Main - Erfolge für Kapitalanleger
20.05.2026 | MAROKKO ZEITUNG
Bericht des Stimson Center: "Marokko, der vielversprechendste Staat Afrikas"
Bericht des Stimson Center: "Marokko, der vielversprechendste Staat Afrikas"
20.05.2026 | ARAG SE
ARAG Recht schnell...
ARAG Recht schnell...

