Berliner Spielplan Audiodeskription! - Trauerdemonstration für den Erhalt des nachhaltigen Pilotprojektes
15.09.2025 / ID: 433100
Politik, Recht & Gesellschaft
Berlin, 10. September 2025
An diesem Tage tagte im Berliner Abgeordnetenhaus zum ersten Mal der Hauptausschuss, um über den Haushalt 2026/ 2027 zu beraten. Im Haushalt ist von der Berliner Landesregierung eine sehr starke Kürzung im Kultur-Etat vorgesehen. Das betrifft auch das Projekt "Berliner Spielplan Audiodeskription". Der "Berliner Spielplan Audiodeskription" richtet Bühnenaufführungen mit Live-Beschreibung speziell für blinde und sehbehinderte Theatergänger ein. Das Projekt läuft Ende des Jahres aus. Eine Verlängerung ist nicht in Sicht. Insbesondere gibt es keine Hoffnung auf eine nachhaltige verlässliche Finanzierung: Eine Übernahme in den regulären Kulturhaushalt ist nicht geplant.
Die blinden Theatergänger sollen aus der Berliner Bühnenkultur total ausgeschlossen werden!
Ist das echt der Plan von CDU und SPD?
Zu Beginn der Haushaltsberatungen in den Ausschüssen und im Parlament riefen Team und blinde Unterstützer des Berliner Spielplan Audiodeskription zu einem demonstrativen Trauerumzug vor dem Abgeordnetenhaus auf. Diesen Aufruf unterstützten mit Anwesenheit des Berliner Blindenverein ABSV und die Selbsthilfeorganisation Pro Retina. Auch das Netzwerk "Berlin ist Kultur" verbreitete den Demoaufruf.
Die Teilnehmenden zogen in einer Trauerprozession über den Vorplatz des Abgeordnetenhauses. Im Anschluss sprachen die sehbehinderte Bloggerin Lavinia Knop-Walling und zwei Theaterbesucher die Trauerrede und klagten die mangelnde Unterstützung der Berliner Kulturpolitiker an. Noch im letzten Jahr war auf einem Podium in der Volksbühne von Vertretern der CDU, der SPD und der Grünen Unterstützung bei dem Kampf um den Erhalt des Spielplans versprochen worden.
Nach Trauerrede und Blindenminute (Schweigeminute) legte die Trauergemeinde einen Kranz vor dem Parlament ab. Viermal trafen sich die Teilnehmenden zur Trauerprozession im Zeitraum zwischen 15 und 17 Uhr.
Leider zeigten sich keine Abgeordneten, um mit den blinden Aktivisten zu sprechen. Seit Kurzem gibt es bundesweit das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, welches mehr Barrierefreiheit und soziale Teilhabe ermöglichen soll. Die Berliner Landesregierung ignoriert diese gesetzlichen Grundlagen.
Den blinden Theatergängern ist es egal, welche Senatsverwaltung die Finanzierung übernimmt, Hauptsache nächstes Jahr können die blinden und sehbehinderten Menschen weiterhin Theaterfreuden genießen!
Dieses supertolle Projekt ist ein Musterbeispiel für sozial-kulturelle Teilhabe. Es gehört ausgeweitet und nicht gestrichen!
Ein CDU-Abgeordneter sagte im Vorfeld, dass bei einem Haushalt von 44 Milliarden der kleine Betrag, den es brauchen würde, um den Spielplan weiter zu führen, nur ein Müh (noch viel weniger als Peanuts) wäre.
Auch einige SPD-Kulturpolitiker/Innen sagten per Mail ihre Unterstützung zum Erhalt des Spielplanes zu.
Die Veranstalter des Trauerumzuges machten klar: Die soziale und kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist ein Menschenrecht und kein zusätzliches Nice to have, wenn die kapitalistischen Interessen es gerade zulassen.
Sie nutzten die Demonstration, um auf ihre Petition
https://www.openpetition.de/mqflw
zum Erhalt des Spielplans hinzuweisen.
Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen. Vielleicht werden die Aufführungen für blinde Theaterbesucher doch noch finanziert. Die Beratungen fangen ja erst an - und welcher Politiker will sich schon als blindenfeindlich bezeichnen lassen?
Bericht: Hans Peter Sperber
Sperbys Musikplantage
Herr Hans Peter Sperber
Weisestraße 55
12049 Berlin
Deutschland
fon ..: 01723832237
web ..: http://Sperbys-Musikplantage.de
email : kontakt@sperbys-musikplantage.de
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