Wissenswertes aus der Welt des Kletterns und Boulderns: Tipps zu Grifftechniken
17.05.2017
Sport & Events
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Natürlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, neben der Beachtung unserer wertvollen Tipps, ist natürlich auch das Üben von zentraler Bedeutung. Wer sich zu Hause eine eigene Boulderwand zum Üben aufbauen möchte, findet auf der Website http://www.klettergriffe.org eine große Vielfalt an Kletter- und Bouldergriffen.
Für die unterschiedlichen Griffformen gibt es verschiedene Greifmöglichkeiten bzw. Greiftechniken. Aus dem Namen der Griffart, ergibt sich, was getan werden muss. Oft lässt sich auch die Belastungsrichtung aus dem Namen des Griffes erkennen. Beim Obergriff greifen die Finger so weit wie möglich in den Griff ein. Der Untergriff wird von unten gefasst. Je höher der Fuß steht, desto besser kann man den Untergriff belasten. Der Sloper hat weder Kanten noch Leisten. Hier wird die gesamte Hand möglichst formschlüssig aufgelegt. Bei Leisten und Kanten gibt es verschiedene Möglichkeiten die Griffe zu belasten: Entweder mit aufgestellten Fingern, mit gestreckten bzw. hängenden Fingern oder mit spitz aufgestellten Fingern. Der Name des Zangengriffs verrät, dass die Finger und der Daumen den Griff aus verschiedenen Richtungen belasten. Fingerlöcher, in die meist nur ein, manchmal auch zwei Finger passen, werden am besten mit Mittel und/ oder Ringfinger gegriffen.
Die Möglichkeiten des Greifens beim Klettern und Bouldern sind nahezu unzählig. Es gehört einiges an Kreativität und Einfallsreichtum dazu, eben nicht nur "die" Kante oder "den" Seitgriff zu benutzen. Wer pfiffig ist und sein Potenzial ausschöpfen möchte, bezieht auch die sloprigen Seitgriffe, die Sloper mit Kanten oder Zangen, welche man einseitig als Seitgriff benutzen kann oder die senkrechten Kanten in seine Greiftechnik mit ein.
Bei Rissen sollte man möglichst viele Finger in den Riss schieben und verklemmen. Die Herausforderung bei Rissen ist es, eine effektive und schmerzarme Position für das Halten zu finden.
Um die Griffe besser und fingerschonender zu nutzen, ist es ratsam, einige Regeln zu beachten. Die vorhandene Grifffläche sollte prinzipiell immer optimal belastet werden. Dafür sollten so viele Finger wie möglich auf oder an den Griff kommen. Sogar der Daumen kann fast immer dazu genommen werden, dies gilt besonders beim Hallenklettern. Manche Griffe werden so überhaupt erst haltbar. Denn der Daumen kann für gegenläufige Kräfte sorgen, wenn er am Griff den Fingern gegenüberliegt und von dieser Position aus Kraft auf den Griff ausübt.
Ganz wichtig ist, dass der Kletterer nicht zu hoch greift. Hintergrund dieses Tipps ist, dass der Kletterer es riskiert mit den Füßen von den Tritten zu rutschen, wenn er sich beim Weitergreifen überstreckt.
Es hängt jedoch nicht nur von der Fingerkraft ab, ob man einen Griff halten kann oder nicht, sondern auch ganz stark von der Körperposition. Denn wer gut steht und sich optimal bewegt, muss weniger am Griff ziehen, da er schon viel Gewicht mit den Füßen wegnimmt.
Bevor man in der Natur an hohen und gefährlichen Felsen klettert, sollte man sich in einem Boulderraum ausprobieren, um den Einfluss der Körperposition auszuprobieren und kennenzulernen.
Außerdem kann man eine große Haltekraft mit einem möglichst geringen Kraftaufwand erreichen, wenn man "weich" greift. Das bedeutet, dass ein Griff nur mit der minimal nötigen Kraft gehalten wird, also nicht maximal belastet wird. Dadurch kann man lockerer klettern und spart Kraft für die anspruchsvollen und schwierigen Stellen in der Wand. Das "weiche Greifen" ist besonders beim Routenklettern wichtig.
Beim Bouldern ist manchmal auch das Gegenteil von Greifen nötig, nämlich: Wenn man am Limit ist oder einem die Füße von den Tritten rutschen, sollte man auch loslassen können, um Verletzungen vorzubeugen.
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