Steingräber zeugen von Kulturrevolution der Menschheit
16.08.2017 / ID: 268750
Tourismus & Reisen
Mächtige Steinfelsen sieht man am Wegesrand an vielen Orten im Emsland liegen, so als ob Riesen sie zum Boule spielen benutzt und dann vergessen haben, sie wegzuräumen. Was hat es mit diesen Steinansammlungen in der deutsch-niederländischen Grenzregion auf sich? Dieser Frage geht die Straße der Megalithkultur [griechisch: mega = groß, lithos = Stein] nach, die sich auf einer Strecke von rund 330 Kilometern durch Nordwestdeutschland zieht. In dieser Region, zwischen Osnabrück und Oldenburg, Meppen und Wildeshausen, trifft man auf eine beeindruckende Zahl jungsteinzeitlicher Großsteingräber (ca. 3.500 bis 2.700 v. Chr.). Die Anlagen sind zum Teil gut tausend Jahre älter als die berühmten Pyramiden in Ägypten und damit wichtige Zeitzeugen der Menschheitsgeschichte. Außerordentlich vielgestaltig konzipiert, zählen sie zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Europas.
Steinerne Zeugen der Neolithischen Revolution
Die Zeit um 3.500 vor Christus stellte eine regelrechte Revolution in der Geschichte der menschlichen Entwicklung dar. Es war der Beginn der frühesten Bauernkultur in Nordwestdeutschland. Die Menschen - zuvor nomadische Jäger und Sammler - wurden sesshaft und begannen, Getreide, Erbsen und Bohnen anzubauen sowie Vieh zu züchten, zum Beispiel Schafe, Ziegen und Rinder. Auch der Umgang mit dem Tod änderte sich: Die Steinzeit-Bauern errichteten für ihre Verstorbenen eindrucksvolle Gräber aus Findlingen - die Großsteingräber.
Die Straße der Megalithkultur trägt zu einem besseren Verständnis dieser vergangenen Lebenswelten bei. An 33 Stationen entlang des Weges werden Gräberfunktion und Konstruktion, Jenseitsvorstellungen, Naturverständnis und Alltagsleben thematisiert. Insgesamt gibt es über 70 Monumente zu bestaunen - unter anderem die berühmte "Hünengräberstraße des Hümmlings" im Emsland. Die Ferienstraße führt auch zu bronze- und eisenzeitlichen Grabhügelgruppen aus jüngerer Zeit. Weitere Infos: http://www.strassedermegalithkultur.de und http://www.emsland.com.
Bildquelle: http://www.emsland.com
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