Die Oper des 21. Jahrhunderts
13.11.2012 / ID: 87961
Tourismus & Reisen
Was für 19. Jahrhundert die Oper von Charles Garnier in Paris darstellte, war für das 20. Jahrhundert die von Jorn Utzon entworfene Oper in Sydney. Und auch das 21. Jahrhundert hat nun "seine" Oper bekommen: Im Februar 2011 wurde nach 8-jähriger Bauzeit das neue Opernhaus in Guangzhou (http://www.china-entdecken.com/China-Sehenswuerdigkeiten/Guangzhou.htm) eröffnet. Und schon heute ist klar, dass die chinesische Metropole mit diesem Gebäude neue Maßstäbe gesetzt hat.
Die Architektin hinter der neuen Oper in Guangzhou, Zaha Hadid, wurde 1950 in Bagdad geboren und ist heute britische Staatsbürgerin. Im Jahr 2004 erhielt sie den Pritzker-Preis und war damit weltweit die erste Frau, der der "Nobelpreis der Architektur" überreicht wurde. Ihr Entwurf stellte die Bauherren der Oper jedoch vor eine große Herausforderung. So war insbesondere der Innenausbau sehr komplex und erforderte den Einsatz spezieller Materialien, wie unter anderem dem sogenannten "HI-MACS".
Von außen gleicht das 42.000 Quadratmeter große Bauwerk zwei Kieselsteinen, die in vielen Jahren im Flussbett glatt geschliffen wurden. Und so, wie auch in der Natur selbst, gibt es an der neuen Oper von Guangzhou nicht einen einzigen rechten Winkel und keine Wand steht senkrecht. Mit dieser optischen Anlehnung an ein natürliches Vorbild fügt sich der Bau optimal in seine Lage an den Ufern des Perlflusses ein. Und auch die Umgebung der beiden Gebäude - einerseits dem Grand Theater und andererseits der Mehrzweckhalle - ist an dieses Bild angelehnt. So sind die beiden Hallen nicht streng voneinander abgegrenzt, sondern werden organisch durch Rampen für Fußgänger und Fahrradfahrer miteinander verbunden, die wie ein lebendiger Strom zwischen den Gebäuden umher fließen. So wird auch das Leben um der Oper herum in die Architektur mit eingebunden und die Oper wird zum lebendigen Teil der Stadt.
Und auch im Inneren hat die neue Oper in Guangzhou (http://www.china-entdecken.com/China-Sehenswuerdigkeiten/Guangzhou.htm) sowohl quantitativ als auch qualitativ einiges zu bieten. So haben im 70.000 Quadratmeter großen Neubau ein großer Konzertsaal für 1.800 Besucher, einen Empfangsbereich mit Lobby und Lounge, ein kleineres Mehrzweck-Theater mit 400 Sitzplätzen sowie selbstverständlich Büros und Verwaltungsräume Platz. Selbstredend ist die Technologie im Theater auf dem neuesten Stand, um den Besuchern ein Optimum an Opern-, Ballett-, Konzert- oder Theatergenuss zu bieten. Und auch im Innenraum wird die einmalige Architektur deutlich. So gibt es auch hier nicht einen rechten Winkel, keine Wand steht senkrecht und keine Decke ist vollkommen waagerecht konstruiert. Die Gänge sind so fließend und lebendig geformt, wie auch die Rampen um das Gebäude herum. Zugleich wird die organische Formensprache jedoch durch eine kristalline Formgebung beispielsweise in Stützen und Fenstern aufgebrochen und ergänzt. Das Ergebnis ist spektakulär. Denn durch das Verformen und "Falten" der unterschiedlichen Elemente wird der Eindruck und Nahtlosigkeit und Fluss ebenso wie von Schluchten und Wachstum vermittelt und Tageslicht kann tief in das Gebäude dringen.
Mit diesem herausragenden Gebäude hat Guangzhou sich und seinem neuen Geschäftsviertel Zhu Jiang, in welchem sich die Oper befindet, mit Sicherheit ein Denkmal gesetzt. Doch auch für den wachsenden kulturellen Status, den China in diesem Jahrhundert mehr und mehr innehat, ist die neue Oper in ein eindrucksvolles Symbol.
Markus Bo
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