Wachsende Proteste gegen Ausweisung von Großschutzgebieten
08.07.2015 / ID: 199849
Umwelt & Energie
Immer häufiger und vehementer begehren Landwirte auf, wenn ihre Flächen in Naturschutzgebiete einbezogen werden sollen. Nach Einschätzung der betroffenen Betriebe werden nicht nur die ausgewiesenen Schutzgebiete immer größer. Die damit verordneten Extensivierungsauflagen ziehen erhebliche Einkommensverluste und eine Einschränkung der betrieblichen Weiterentwicklung sowie erhebliche Wertminderungen der noch nutzbaren Flächen nach sich.
Zu diesen Ergebnisse kommt jetzt eine am Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel verfasste wissenschaftlichen Arbeit: Mährlein, A., Jaborg, G.: Wertminderung landwirtschaftlicher Nutzflächen durch Naturschutzmaßnahmen. Die zentralen Inhalte der Untersuchung sind in der aktuellen Ausgabe Nr. 3/2015 der Fachzeitschrift "Agrarbetrieb" nachzulesen.
So weisen die Autoren nach, dass auch eine lediglich den Status Quo festschreibende Unterschutzstellung den Wert des Grund und Bodens um rd. 20 % mindert. Zudem sind bei verordneten Extensivierungsauflagen Wertminderungen von 70 bis 80 % möglich, insbesondere dann, wenn Flächen wiedervernässt werden. Zudem werden derartige Wertminderungen zunehmend von Kreditinstituten kritisch zur Kenntnis genommen, da die naturschutzbedingte Wertminderung die Beleihungswerte und im Ergebnis die Kreditwürdigkeit beeinträchtigten.
Aufgrund der genannten Fakten formiert sich zunehmend Widerstand gegen beabsichtigte Unterschutzstellungen, so unter anderem gegen die geplante Ausweisung des Naturschutzgebietes "Kehdinger Marsch" im Landkreis Stade. Nach Ansicht der Autoren liegt es auf der Hand, dass die Betriebseigentümer die sich abzeichnenden Einkommensminderungen, vor allem aber die gravierenden Vermögensverluste, nicht akzeptieren können.
Die Fachzeitschrift "Agrarbetrieb (AgrB)", herausgegeben vom HLBS, informiert fachübergreifend über Agrar-Steuern, Agrar-Recht und Agrar-Taxation. AgrB wendet sich an landwirtschaftliche Buchstellen, Steuerberater mit landwirtschaftlicher Mandantschaft, landwirtschaftliche Sachverständige, Agrar-Unternehmensberater sowie Juristen und Fachanwälte für Agrarrecht.
"Agrarbetrieb" erscheint sechs Mal im Jahr, Jahresabo-Preis EUR 198,- zzgl. Versandkosten, HLBS-Mitglieder zahlen EUR 134,-. Umfang: 48 bis 64 Seiten pro Ausgabe, Auflage: 1.500. Kontakt: Tel: 030/200 89 67 50, http://www.hlbs.de. Redaktion: agrarbetrieb@hlbs.de
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