Pressemitteilung von FS Future Services GmbH

Wenn Vertriebspartner zur Geisel werden und die Stadtwerke Klagenfurt wegsehen


15.04.2026 / ID: 440358
Umwelt & Energie

Wenn Vertriebspartner zur Geisel werden und die Stadtwerke Klagenfurt wegsehenÜber mehr als zehn Jahre hinweg wurde im Energievertrieb ein Konstrukt aufgebaut, das heute zum massiven Risiko für alle Beteiligten geworden ist. Ein Energielieferant bedient sich eines Ein-Personen-Unternehmens als Handelsvertreter. Dessen primäre Aufgabe: sämtliche Vertriebspartner unter sich zu bündeln. Direkte Vertragsbeziehungen zum Energielieferanten wurden dabei systematisch vermieden. Die Provisionen flossen gesammelt an den Intermediär, der sie anschließend weiterverteilte.

Ein System, das lange funktioniert hat, jedoch heute gefährlich ist. Denn nach über einem Jahrzehnt geht es mittlerweile um monatliche Provisionen in Millionenhöhe. Gelder, die den Vertriebspartnern zustehen, aktuell aber vom Handelsvertreter nicht ausbezahlt, sondern vertrags- und rechtswidrig einbehalten werden. Und das vor den Augen der Stadtwerke Klagenfurt, die dabei untätig zusehen. Bereits im zweiten Monat in Folge fehlt die Abrechnungsgrundlage. Vertriebspartner, die ihre Leistung ordnungsgemäß erbracht haben, stehen erneut vor dem Problem, ihre Provisionen nicht korrekt abrechnen zu können. Wieder bleibt nur eine Notlösung: Einreichungen auf Basis veralteter Daten.

Das ist kein Einzelfall mehr. Das ist Methode.
Und die Stadtwerke üben sich in Passivität, anstatt Entscheidung zu treffen. Es geht längst nicht mehr darum, ein bestehendes Modell zu "stützen". Vielmehr wird eine proaktive Mitwirkung an einer Lösung faktisch verweigert. Man steckt den Kopf in den Sand. Man tut so, als gingen einen die Existenzen und Schicksale jener Vertriebspartner nichts an, die über Jahre hinweg den Vertrieb aufgebaut und getragen haben. Für die Betroffenen hat das schwerwiegende Konsequenzen. Provisionen sind ihr Einkommen. Wenn diese ausbleiben, fehlen liquide Mittel für laufende Kosten, Kredite und den täglichen Lebensunterhalt. Familien geraten unter Druck. Und das alles, obwohl die zugrunde liegende Leistung längst erbracht wurde.

Gleichzeitig zeigt sich die innere Widersprüchlichkeit dieses Konstrukts in aller Deutlichkeit: Für Neuverträge seit Jänner 2026 wurde bereits ein Direktmodell ohne Handelsvertreter etabliert. Das bedeutet im Klartext: Man weiß, wie es richtig geht. Man entscheidet sich aber bewusst dagegen, dieses Modell auch auf bestehende Strukturen anzuwenden.

Warum? Die Antwort darauf bleibt aus.

Was jetzt gebraucht wird: zwei klare Schritte
Was es braucht, ist kein weiteres Abwarten, sondern konsequentes Handeln, in zwei klar definierten Schritten. Erstens: Ein unmittelbares Durchgreifen durch die Stadtwerke in Form von Direktzahlungen an die betroffenen Vertriebspartner. Nur so kann die akute Situation entschärft und die Zahlungsfähigkeit sichergestellt werden. Gleichzeitig bedeutet das die faktische Entmachtung des Handelsvertreters - und das ist kein Kollateralschaden, sondern das erklärte Ziel. Zweitens: Eine klare strukturelle Trennung vom bestehenden System. Der Handelsvertreter muss aus der Abwicklung entfernt werden, um künftig stabile, transparente und rechtssichere Prozesse zu gewährleisten.

Erst die Sicherung der Zahlungen. Dann die nachhaltige Stabilisierung des Systems. Alles andere ist keine Lösung, sondern ein weiteres Hinauszögern auf dem Rücken jener, die dieses System überhaupt erst möglich gemacht haben. Ein funktionierender Energiemarkt braucht klare Verantwortlichkeiten, transparente Abrechnungen und faire Bedingungen für alle Beteiligten. Konstruktionen, in denen zentrale Zahlungsflüsse von einzelnen Akteuren kontrolliert werden, sind nicht nur riskant, sie sind in dieser Form nicht tragbar.

Am Ende bleibt eine einfache Frage: Wie lange wollen die Stadtwerke hier noch zusehen?

(Bildquelle: FS Future Services GmbH)

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