Bäume statt Beton im Hamburger Hafen
22.07.2026 / ID: 444143
Umwelt & Energie
Während die Bauherren der umstrittenen Hafenwesterweiterung sich, so das Hamburger Abendblatt, aufgrund mangelnder Finanzierungszusagen „gegenseitig blockieren“, gehen die Gegner des milliardenschweren Projektes in die Offensive: Der Verein Elbwald retten hat jetzt ein konkretes Konzept zur Aufforstung des 24 Hektar großen Brachlandes hinter den von der Rodung bedrohten Bäumen vorgestellt: Dabei geht es darum, diese für den nicht mehr zeitgemäßen Hafenausbau reservierte Fläche mit 3000 Bäumen zu begrünen. Grundlage für das ehrgeizige Vorhaben ist die Tatsache, dass sich die Prognosen für die Zukunft des Hamburger Hafens als komplett falsch erwiesen haben: Statt der im Hafenentwicklungsplan von 2012 für das Jahr 2025 vorhergesagten 25,3 Millionen Standardcontainer (TEU) wurde gerade einmal ein Umschlag von rund acht Millionen Einheiten erreicht. Das bedeutet, dass nur etwa 60 Prozent der vorhandenen Containerplätze benötigt wurden.Franz Hermann, Vorsitzender des Vereins Elbwald retten, betonte: „Jetzt ist es an der Zeit, Konsequenzen aus der Fehlplanung zu ziehen: Da der Hamburger Hafen keine neuen Containerliegeplätze benötigt, sollten dafür auch keine Fläche mehr freigehalten werden. Wir fordern deshalb, das Gebiet hinter dem Elbwald freizugeben und zu einem Mischwald aufzuforsten.“ Der renommierte Umweltgutachter Markus Mössel hat für den Verein ein Konzept entwickelt, das vorsieht, in dem Industriegebiet Waltershof ein ökologisch optimal ausbalanciertes Biotop zu schaffen. Diese grüne Lunge zwischen Containerhafen und Airbus-Werk hätte eine wichtige Funktion zur CO2-, Feinstaub- und Schadstoffbindung und würde perspektivisch täglich rund sechs Millionen Liter Sauerstoff produzieren. Der aufgeforstete Elbwald wäre somit ein wichtiger Beitrag, um die im Hamburger Koalitionsvertrag für die jetzige Legislaturperiode festgelegte Baumförderung umzusetzen und die im Volksentscheid vom Oktober 2025 beschlossenen Klimaziele zu erreichen. Da absehbar ist, dass die Volkspetition Elbwald retten in den nächsten Wochen die erforderliche Menge von 10.000 Unterschriften erreicht, wird die Hamburgische Bürgerschaft sich nach der Sommerpause mit den Plänen zu Erhalt und Erweiterung der das Elbufer säumenden Bäume beschäftigen müssen.
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