Verdacht auf Investmentbetrug durch Taipeier Finanzunternehmen
12.12.2019 / ID: 334568
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Taipei (fh/red.) Nach Informationen europäischer Investigativjournalisten kam es zwischen Januar und November dieses Jahres zu einem großangelegten Investmentbetrug durch zwei Taipeier Vermögensverwaltungunternehmen, bei dem ein Schaden von über 2 Mio. USD entstanden ist. Mindestens vier Deutsche und ein Schweizer Geschäftsmann klagen nun gegen die Unternehmen.
Die Opfer erklärten in einer gemeinsamen Pressemitteilung, dass die in Taipei ansässigen Firmen
professionell und systematisch kriminell gehandelt haben. So seien Firmennamen an Big Player der Vermögensverwaltungsbranche angelehnt gewesen, hätten aber mit ihren Namensvettern sonst nichts gemein. Auch die Firmenadressen führen zu privaten, bewachten Wohnungen oder ins Leere.
Über die Vorgehensweise sagten die Betroffenen*, dass sie jeweils zunächst einen fünfstelligen
Geldbetrag auf Konten von HSBC und der Bank of China überwiesen, um einen Aktienkauf zu tätigen, zu dem ihnen von ihrem Taipeier Finanzverwalter geraten wurde. "Die Investitionen wirkten zunächst seriös", sagte einer der Betroffenen - ausgestellte Dokument der Bank of China sollten ihre Echtheit beweisen. Doch sie stellen sich als gefälscht heraus und als eine Dividende abfallen soll, werden die Aktionäre abgewiesen: "Ständig gab es neue Gründe, weshalb sich unsere Auszahlung verzögert, mal waren es unterwartete Unternehmensfusionen, ein anderes Mal war es wegen der Krise in Hongkong" sagt einer der Geschädigten. Als die Unternehmer daraufhin skeptisch werden, verhalten sich ihre taiwanesischen Kontaktpartner unseriös, werden aggressiv, beleidigend und zuletzt vollständig unkooperativ. So verloren sie alle am Ende Summen zwischen 400.000 und 900.000 USD.
Es folgte eine Strafanzeige in Deutschland gegen die Unternehmen, nun hat auch die taiwanesische Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. "Wir wollen entschädigt werden, aber wichtiger ist uns, dass dieser Betrug endlich ein Ende findet" mahnt eines der Opfer, das anonym bleiben will. *Die Namen sind der Redaktion bekannt. Betroffene wenden sich bitte mit einer Anzeige direkt an die Kriminalpolizei in Taipei oder an den Minister of Justice in Taipei Stadt. Mehr zum Thema finden sie auch unter:
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