Patchwork, zweite Ehe, Unternehmervermögen: Finanzplanung für komplexe Familienstrukturen
18.02.2026 / ID: 438001
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Patchwork-Familien, zweite Ehen, Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen - die Realität vieler Unternehmerhaushalte ist deutlich komplexer als das klassische Modell "Vater, Mutter, zwei Kinder". Finanzplanung und Vermögensarchitektur werden dadurch zur anspruchsvollen Gestaltungsaufgabe. Es reicht nicht, "irgendwie genug Vermögen" zu haben. Entscheidend ist, dass im Ernstfall klar ist, wer wann wovon leben kann - und welche Personen lebenslang abgesichert sein sollen. Finanz-Analytiker Haimo H. Wassmer von Wassmer Wealth Management in Nettetal entwickelt für solche Konstellationen strukturierte Finanzmodelle, die Versorgung, Fairness und Gestaltungswünsche in Einklang bringen.Ausgangspunkt ist eine detaillierte Analyse der familiären Situation und der finanziellen Verpflichtungen. Wer ist wovon abhängig, welche Einkommen bestehen heute, welche sollen in Zukunft bestehen bleiben oder neu hinzukommen, welche Personen müssen im Fall von Krankheit, Trennung oder Tod abgesichert sein. Parallel werden Vermögenswerte - darunter Unternehmen, Beteiligungen, Immobilien, Wertpapierdepots, Altersvorsorgeansprüche und Versicherungen - nach Liquidität, Verfügbarkeit und Zweckzuordnung geordnet. "Wir übersetzen Beziehungsgeflechte in Finanzströme", beschreibt Haimo Wassmer. "Erst wenn klar ist, welche Personengruppe welche Mittel wann braucht, lässt sich beurteilen, ob die Struktur trägt."
Im nächsten Schritt werden Szenarien gerechnet, die über das "Normalleben" hinausgehen. Dazu gehören etwa der Todesfall eines Partners, das frühere Ausscheiden aus dem Beruf, eine teure Pflegephase, die Trennung in einer späteren Lebensphase oder eine größere Nachfolge- bzw. Unternehmensverkaufssituation. WWM simuliert für diese Szenarien, wie sich Einkünfte und Vermögen zwischen den Beteiligten verschieben würden, wo Versorgungslücken entstehen und welche Personen besonders verwundbar sind. "Viele Menschen sind überrascht, wie stark sich die finanzielle Lage einzelner Familienmitglieder verändert, wenn nur eine Annahme kippt", berichtet Wassmer. "Genau deshalb ist es wichtig, nicht nur Erbquoten oder Vertragsklauseln zu betrachten, sondern die Cashflows, die sich daraus über Jahre ergeben."
Aus den Ergebnissen werden Gestaltungsoptionen abgeleitet, die mit Recht und Steuern eng verzahnt werden müssen - in Zusammenarbeit mit spezialisierten Anwältinnen, Notaren und Steuerberatern. Finanzplanung ersetzt rechtliche Gestaltungen nicht, sondern schafft die Grundlage, auf der Entscheidungen sinnvoll getroffen werden können. Denkbar sind etwa gezielte Vermögensübertragungen zu Lebzeiten, klar definierte Versorgungsbausteine für Partner, separate Vermögenstöpfe für Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen, zweckgebundene Rücklagen oder strukturiert aufgebaute Ruhestandsportfolios, aus denen bestimmte Personen lebenslange Zahlungen erhalten. Die Rolle von Unternehmensanteilen wird dabei besonders geprüft, um zu vermeiden, dass einzelne Familienmitglieder zu stark von einem illiquiden Unternehmenswert abhängig sind.
Ein zentrales Ziel ist Transparenz innerhalb der Familie. In moderierten Gesprächen arbeitet Wassmer mit den Beteiligten heraus, welche Erwartungen bestehen und welche finanziellen Mindeststandards in Krisenfällen gesichert sein sollen. Daraus entsteht eine Art "Versorgungslandkarte" der Familie, die verdeutlicht, wer an welcher Stelle abgesichert ist und wo noch Handlungsbedarf besteht. "Gerade in Patchwork-Familien ist es wichtig, Missverständnisse früh auszuräumen", sagt der Finanz-Analytiker. "Eine klare, nachvollziehbare Finanzarchitektur verhindert, dass im Ernstfall Emotionen, Rechtslage und Liquidität auseinanderlaufen."
Die technische Umsetzung erfolgt bei WWM mit Hilfe softwaregestützter Finanz- und Ruhestandsplanung, die Einnahmen, Ausgaben, Steuern, Vermögensentwicklung und mögliche Entnahmepfade abbildet. So lässt sich prüfen, ob definierte Versorgungsziele mit den vorhandenen Mitteln realistisch erreichbar sind, an welchen Stellen Anpassungen notwendig werden und welcher Zeitplan sinnvoll ist. Die Planungen werden in regelmäßigen Abständen überprüft und an neue Lebensereignisse angepasst - etwa eine weitere Eheschließung, die Gründung eines Unternehmens, der Verkauf von Immobilien oder eine Erbschaft. "Finanzarchitektur für komplexe Familien ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess", betont Wassmer. "Je früher man ihn beginnt, desto mehr Optionen stehen zur Verfügung."
Für Unternehmerfamilien mit Patchwork-Strukturen bietet dieser Ansatz einen doppelten Mehrwert: Zum einen entsteht eine robuste Versorgung für alle Beteiligten, zum anderen werden Konflikte im Erb- und Nachfolgefall deutlich reduziert, weil finanzielle Erwartungen im Vorfeld kalkuliert und strukturiert wurden. Die Finanzstrategie der Familie wird so zu einem Ordnungsrahmen, der auch in sensiblen Situationen Orientierung gibt.
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Herr Haimo H. Wassmer
Wevelinghoven 3
41334 Nettetal
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fon ..: +49 (0) 171 8095 929
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