Ob KMU oder Konzern: Die meisten Krisen sind hausgemacht!
20.04.2026 / ID: 440477
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Insolvenzen oder gar Pleiten kommen selten aus dem Nichts. Im Gegenteil: Sie entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum hinweg. Zu den bekannten Ursachen solcher Fehlentwicklungen zählen fehlende Planung, Entscheidungen aus dem Bauch heraus und verzögerte Korrekturen. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Konzernen und KMUs. Gerade das Hinauszögern notwendiger Maßnahmen ist es, das nicht selten zu einer Krise führt.In der Regel werden als Begründung für solche Krisen äußere Umstände - wie Marktveränderungen, Konjunkturschwäche oder Wettbewerbsdruck - angeführt. Doch die Ursache liegt oft in den internen Strukturen: Warnsignale werden zwar erkannt, notwendige Entscheidungen dagegen zu lange hinausgezögert. Untersuchungen belegen das: Es mangelt es nicht selten an strukturierter Planung, aktuellen Kennzahlen und klaren Steuerungsinstrumenten. Schrittweise verschärfen sich Fehlentwicklungen dadurch, während Chancen hingegen ungenutzt bleiben, was wiederum den Handlungsspielraum kontinuierlich sinken lässt. Experten betonen daher immer wieder, dass gerade das Zögern bei notwendigen Maßnahmen Krisen verlängert, verteuert und im schlimmsten Fall erst entstehen lässt. "In der Luftfahrt sieht es dagegen anders aus. In kritischen Situationen haben Piloten keine Zeit für langes Zögern. Entscheidungen müssen oft innerhalb von Sekunden getroffen werden, denn Menschenleben und hohe Sachwerte stehen auf dem Spiel. Genau darin liegt eine wichtige Erkenntnis, die auch Unternehmen für sich nutzen sollten", rät der ehemalige Flugkapitän und heutige Unternehmensberater Bruno Dobler.
Fehlerketten entstehen sowohl in Konzernen als auch in KMU durch unklare Kommunikation, hohen Druck sowie knappe Ressourcen wie Zeit und Personal. Das führt zu Stress - nicht nur bei den Mitarbeitern, sondern auch bei den Unternehmensverantwortlichen. Doch gerade sie müssen einen kühlen Kopf bewahren, um vorausschauende Entscheidungen zu treffen. In Aktionismus zu verfallen, hilft in solchen Fällen niemandem. In seinem Vortrag "Rechtzeitig entscheiden heißt sicher landen" zeigt der Schweizer Keynote-Speaker Bruno Dobler, wie eine saubere Entscheidungsfindung funktioniert: Führungskräfte stellen die richtigen Fragen, bewerten Optionen strukturiert und erkennen Chancen, wodurch sie schneller entscheiden können. Der Schweizer hat bereits während seiner Zeit als Pilot Unternehmen gegründet und verfügt über umfassendes Wissen, das er als ehemaliger Flugkapitän, früherer Aufsichtsrat der Zürcher Kantonalbank und aktiver Unternehmensberater erworben hat. Die Grundlage seines unternehmerischen Handelns sind die Erkenntnisse besonders in der Luftfahrt, in der entschlossenes Handeln die Sicherheit an Bord garantiert.
Aus dieser Cockpit-Logik leitet Dobler ein klares Führungsprinzip ab: Orientierung entsteht nicht durch Abwarten - und schon gar nicht unter Druck. Sie entsteht durch klare Zuständigkeiten, präzise Kommunikation und rechtzeitige Entscheidungen. Entschlüsse mit absehbaren Folgen werden in Unternehmen jedoch oft aus Angst vor Fehlern oder aufgrund unklarer Verantwortlichkeiten hinausgezögert. Professionelles Entscheiden, wie es Piloten lernen und regelmäßig trainieren, bedeutet, Optionen frühzeitig zu prüfen, sauber abzuwägen und dann konsequent zu handeln. "Eine Entscheidung ist oft lebensverändernd und sollte daher gut überlegt sein, auch wenn man unter enormem Stress steht. Nur wer das beherzigt, wird seine Entscheidungen weder beruflich noch privat bereuen", sagt der ehemalige Flugkapitän und Unternehmensberater.
(Bildquelle: iStock / BongkarnThanyakij)
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