Kein Teamgeist: Wenn Dienst nach Vorschrift zum Führungsproblem wird
13.07.2026 / ID: 443775
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Dienst nach Vorschrift entsteht nicht allein aus Bequemlichkeit. Er ist häufig ein Symptom dafür, dass Führung, Wertschätzung und Identifikation im Unternehmen nicht mehr ausreichend vorhanden sind. Die anhaltende Debatte darüber zeigt: Wer Motivation, Vertrauen und Bindung verliert, wird langfristig auch an Leistung verlieren.In Deutschland arbeiten viele Beschäftigte weiterhin mit nur geringer emotionaler Bindung an ihren Arbeitgeber. Das hat erhebliche Folgen für die Produktivität, die Fehlzeiten und die Wettbewerbsfähigkeit. Dieser Eindruck wird durch den Gallup Engagement Index 2025 bestätigt: Laut der Studie haben 77 Prozent der befragten Arbeitnehmer nur eine schwache Bindung an ihr Unternehmen. Lediglich zehn Prozent gelten als hoch gebunden. Dadurch entstehen Produktivitätseinbußen – und die werden auf 119,2 bis 142,3 Milliarden Euro geschätzt. Als zentrale Ursache nennt die Untersuchung weniger die Einstellung der Beschäftigten, sondern vor allem die Qualität von Führung, Kommunikation und Mitarbeiterbindung. Überraschend dabei ist, dass sich trotz der verbreiteten inneren Distanz der Wunsch nach Stabilität zeigt: 56 Prozent der Befragten wollen beim aktuellen Arbeitgeber bleiben. Dieser Wert liegt allerdings deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 78 Prozent. Der Unternehmensberater, ehemalige Flugkapitän und Schweizer Keynote Speaker Bruno Dobler sieht darin ein Warnsignal an die Verantwortlichen in Unternehmen: „Mitarbeiterbindung ist kein Wohlfühlthema, sondern ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor! Sie wirkt sich direkt auf Leistung, Fehlzeiten und Wechselbereitschaft aus.”
Nach seiner Überzeugung kann die Luftfahrt der Wirtschaft als Vorbild dienen. Dort ist Teamarbeit keine Floskel, sondern ein sicherheitsrelevanter Faktor. Ein Pilot kann sein Ziel nur erreichen, wenn Bodenpersonal, Bordmannschaft und Cockpit als motivierte Crew zuverlässig zusammenarbeiten. In seinem Vortrag „Cross Check completed – ohne Crew keine sichere Landung!“ überträgt der Keynote-Speaker dieses Prinzip der Luftfahrt auf Unternehmen und zeigt, warum Zusammenarbeit, Verständigung und eine konstruktive Streitkultur gerade in Phasen der Transformation entscheidend sind. Denn wenn Veränderungen auftreten, reicht formale Führung allein nicht aus. Vertrauen, klare Kommunikation und gemeinsame Verantwortung werden dann zu Faktoren, die nicht nur den Erfolg, sondern auch die Reputation des Unternehmens sichern.
Genau hier sieht der international gefragte Unternehmensberater einen wesentlichen Unterschied zwischen der Luftfahrt und vielen anderen Branchen. In Unternehmen kann unausgesprochener Frust lange schwelen, bis er in Widerstand, Rückzug oder offene Konflikte umschlägt. In der Luftfahrt wäre eine solche Dynamik aber sicherheitskritisch. In einer Ausnahmesituation können Piloten nicht auf langwierige Entscheidungswege warten, sondern müssen gemeinsam mit ihrer Crew auf jeden Fall handlungsfähig bleiben. „Natürlich gibt es auch mal Stress an Bord. Aber die Möglichkeit, situativ zu entscheiden, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und hilft, in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Wirtschaft sollte sich davon inspirieren lassen“, empfiehlt der Schweizer Keynote Speaker Bruno Dobler.
(Bildquelle: iStock / SBWorldphotography)
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