EU AI Act: Welche Pflichten für den Mittelstand jetzt gelten
27.07.2026 / ID: 444357
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Der EU AI Act ist die weltweit erste umfassende Regulierung für künstliche Intelligenz. Seit dem 1. August 2024 ist die Verordnung (EU) 2024/1689 in Kraft und wird stufenweise anwendbar. Mit dem sogenannten Digital Omnibus hat die EU 2026 zentrale Fristen für Hochrisiko-Systeme nach hinten verschoben. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das mehr Planungsspielraum, aber keinen Grund zur Untätigkeit. Einige Pflichten gelten bereits heute, andere greifen unverändert zum 2. August 2026.
Vier Risikoklassen bestimmen den Aufwand
Der EU AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz und teilt KI-Systeme in vier Klassen ein: inakzeptables Risiko (verbotene Praktiken), hohes Risiko, begrenztes Risiko und minimales Risiko. Je höher das Risiko, desto strenger die Pflichten.
Verbotene Praktiken wie Social Scoring sind bereits seit dem 2. Februar 2025 untersagt. Der Großteil der betrieblichen KI, etwa Textvorschläge oder Spamfilter, fällt in die Klasse mit minimalem Risiko und bringt keine zusätzlichen Pflichten mit sich. Für Chatbots und ähnliche Systeme mit begrenztem Risiko gelten vor allem Transparenzpflichten.
Was sich durch den Digital Omnibus ändert
Der Digital Omnibus verschiebt die vollen Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III vom 2. August 2026 auf den 2. Dezember 2027. Für in Produkte eingebettete Hochrisiko-KI nach Anhang I ist der 2. August 2028 vorgesehen. Diese Verschiebung stand Mitte 2026 noch unter dem Vorbehalt der finalen Verabschiedung.
Wichtig: Die Transparenzpflichten nach Artikel 50, etwa die Kennzeichnung von Chatbots und KI-generierten Inhalten, bleiben weitgehend beim Stichtag 2. August 2026. Wer Chatbots einsetzt, sollte diese Kennzeichnung also unabhängig von den verschobenen Hochrisiko-Fristen vorbereiten.
Die KI-Kompetenzpflicht gilt schon heute
Oft übersehen wird Artikel 4. Die KI-Kompetenzpflicht gilt seit dem 2. Februar 2025 für alle Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, unabhängig von der Risikoklasse. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden über ausreichendes Wissen im Umgang mit KI verfügen, und dies nachvollziehbar dokumentieren.
Bei Verstößen gegen die strengsten Pflichten drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Für die Geschäftsführung kann ein Verstoß zudem als Verletzung der Sorgfaltspflichten gewertet werden.
"Die verschobenen Fristen sind kein Freibrief, sondern gewonnene Zeit. Wer seine KI-Systeme jetzt inventarisiert, die Risikoklassen bestimmt und die Mitarbeitenden schult, ist unabhängig vom genauen Stichtag auf der sicheren Seite."
Jochen Glunk, Geschäftsführung von KI Pioniere
Häufige Fragen (FAQ)
Ab wann gilt der EU AI Act vollständig?
Die Verordnung ist seit dem 1. August 2024 in Kraft. Verbotene Praktiken und die KI-Kompetenzpflicht gelten seit Februar 2025. Die vollen Pflichten für Hochrisiko-Systeme wurden durch den Digital Omnibus voraussichtlich auf den 2. Dezember 2027 verschoben (Stand Mitte 2026, finale Verabschiedung vorbehalten).
Welche Risikoklassen gibt es im EU AI Act?
Vier: inakzeptabel (verboten), hoch, begrenzt und minimal. Die Einordnung eines Systems entscheidet über den gesamten Compliance-Aufwand.
Was müssen mittelständische Unternehmen jetzt konkret tun?
Eingesetzte KI-Systeme erfassen, die Risikoklassen bestimmen, Mitarbeitende schulen und die KI-Kompetenz dokumentieren. Für Chatbots gilt die Kennzeichnungspflicht weiterhin ab August 2026.
KI Pioniere
Herr Jochen Glunk
Römerstraße 39
78183 Hüfingen
Deutschland
fon ..: 0771 89784500
web ..: https://ki-pionier-partner.de/
email : info@ki-pionier-partner.de
Pressekontakt:
Frewert-Media
Herr Jonas Frewert
Leopoldstraße 2-8
32051 Herford
fon ..: 052617000503
email : beyza.bozan@frewert-media.de
Diese Pressemitteilung wurde über Connektar veröffentlicht.
Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich. Newsfenster.de distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.
Empfehlung | devASpr.de
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Weitere Artikel von KI Pioniere
03.09.2026 | KI Pioniere
Standard-Tool oder eigene Entwicklung? Die KI-Make-or-Buy-Frage für den Mittelstand
Standard-Tool oder eigene Entwicklung? Die KI-Make-or-Buy-Frage für den Mittelstand
03.09.2026 | KI Pioniere
KI-Schulung für Mitarbeitende: Warum sie seit 2025 gesetzlich Pflicht ist
KI-Schulung für Mitarbeitende: Warum sie seit 2025 gesetzlich Pflicht ist
03.09.2026 | KI Pioniere
KI im Unternehmen einführen: Der Fahrplan für den Mittelstand in sechs Schritten
KI im Unternehmen einführen: Der Fahrplan für den Mittelstand in sechs Schritten
03.09.2026 | KI Pioniere
Lohnt sich KI für mein Unternehmen? Woran der Mittelstand das Potenzial erkennt
Lohnt sich KI für mein Unternehmen? Woran der Mittelstand das Potenzial erkennt
27.07.2026 | KI Pioniere
Fünf KI-Anwendungsfälle, mit denen der Mittelstand 2026 startet
Fünf KI-Anwendungsfälle, mit denen der Mittelstand 2026 startet
Weitere Artikel in dieser Kategorie
13.09.2026 | JS Research GmbH
Wochenrückblick KW 37-2026! Das Geld wird wieder teurer!
Wochenrückblick KW 37-2026! Das Geld wird wieder teurer!
12.09.2026 | JS Research GmbH
Newcore Gold verbindet ‚PFS'-Basis mit neuem Explorationspotenzial!
Newcore Gold verbindet ‚PFS'-Basis mit neuem Explorationspotenzial!
11.09.2026 | Syngenio AG
Wero jetzt auch am POS
Wero jetzt auch am POS
11.09.2026 | DEUTSCHE PFANDVERWERTUNG Ostermayer & Dr. Gold GbR
Absage der öffentlichen Versteigerung eines Geschäftsanteils an der ROGON Technologies GmbH
Absage der öffentlichen Versteigerung eines Geschäftsanteils an der ROGON Technologies GmbH
11.09.2026 | Kanzlei Consilium
Ein Jahr statt drei: Privatinsolvenz in Irland endet nach zwölf Monaten und wird in Deutschland automatisch anerkannt
Ein Jahr statt drei: Privatinsolvenz in Irland endet nach zwölf Monaten und wird in Deutschland automatisch anerkannt

