Pressemitteilung von FPV Finanzproduktvergleich GmbH

Altersvorsorgedepot-Anbieter-Vergleich 2027: Monitor zeigt 55 von 74 Zusagen - noch kein Produkt zertifiziert


15.09.2026 / ID: 445963
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen

Erhebung schafft Transparenz im Markt der Altersvorsorgedepot-Anbieter


Wer bietet ab dem 1. Januar 2027 wirklich ein Altersvorsorgedepot an und wer kündigt bisher nur an? Der unabhängige AVD-Anbieter-Monitor von altersvorsorgedepot-anbieter-vergleich.de beantwortet diese Frage erstmals belegbar. Die Erhebung deckt den gesamten Markt ab, also jedes in Deutschland tätige Haus, bei dem ein Privatkunde ab 2027 ein Altersvorsorgedepot bekommen können soll, direkt oder über einen Vertrieb, und hält für jedes einzeln fest, was öffentlich zugesagt ist und was nicht. Derzeit sind das 74 Häuser. Kommt eines dazu, wird es aufgenommen und die Quote neu gerechnet. Stand 15. September 2026 haben 55 davon öffentlich erklärt, das neue Vorsorgeprodukt anzubieten, also 74 Prozent. Dreizehn bereiten ein Produkt vor, sechs äußern sich zu einem eigenen Angebot bislang nicht. Zertifiziert durch das Bundeszentralamt für Steuern ist bislang keines der angekündigten Produkte. Ohne diese Zertifizierung fließt keine staatliche Förderung - unabhängig davon, wer wie laut wirbt.


Damit legt der Monitor eine Zahl offen, die in den bisher kursierenden Übersichten kaum vorkommt: Zwischen einer öffentlichen Absichtserklärung und einem tatsächlich abschließbaren, förderfähigen Depot liegt ein regulatorischer Schritt, der noch für kein einziges Produkt abgeschlossen ist. Die Erhebung wird seit dem 1. Juli 2026 geführt, die erste Fassung erschien am 4. August 2026, seither wird der Datenbestand an jedem Werktag geprüft und mindestens einmal wöchentlich vollständig durchgesehen.


Warum das Thema Millionen Sparer betrifft


Das Altersvorsorgedepot ist der staatlich geförderte Nachfolger der Riester-Rente und startet am 1. Januar 2027. Für einen großen Teil der bestehenden Riester-Sparer stellt sich damit die Frage, ob und wohin sie wechseln - eine Entscheidung, die schnell mehrere Jahrzehnte Sparzeit betrifft. Der Markt reagiert bereits mit Ankündigungen, Wartelisten und Vorsorgerechnern, doch das eigentliche Orientierungsproblem für Verbraucher liegt woanders.


Die kursierenden Anbieterlisten führen fast ausschließlich die Häuser, die etwas verlautbart haben. Wer nichts sagt, taucht nicht auf, obwohl gerade das die Auskunft ist, die man zur eigenen Bank sucht. Ein Bestandskunde, dessen Institut sich nicht äußert, findet in üblichen Vergleichen schlicht keine Antwort auf seine wichtigste Frage. Hinzu kommt ein Genauigkeitsproblem: In mehreren Übersichten stehen konkrete Depotgebühren einzelner Anbieter, die sich auf den offiziellen Seiten dieser Häuser nicht wiederfinden lassen. Bei der Prüfung am 15. September 2026 hatten sieben Anbieter eigene Konditionen veröffentlicht, alle übrigen nicht. Der Monitor übernimmt unbelegte Werte daher nicht, sondern weist sie als offen aus, und dokumentiert bewusst auch die Leerstellen, statt sie zu verschweigen.


Was den Monitor von anderen Übersichten unterscheidet


Jede einzelne Angabe im AVD-Anbieter-Monitor trägt ihren Quellentyp, ein Belegdatum und ein eigenes Prüfdatum; ist ein Beleg älter als 30 Tage, wird darauf hingewiesen. Grundlage sind ausschließlich öffentlich zugängliche Quellen der Häuser selbst, also eigene Websites, eigene Pressemitteilungen und eigene FAQ, die an jedem Werktag durchgesehen werden. Vergleichs- und Ratgeberportale gelten als Hinweis, nie als Beleg. Entscheidend ist die saubere Trennung zwischen der bloßen Zusage eines Anbieters und der noch ausstehenden Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern.


Ebenso offengelegt wird die Vertragskonstruktion, die viele Sparer überrascht: Nicht bei jedem bekannten Markennamen schließt der Kunde den Depotvertrag auch mit dem Unternehmen ab, dessen Logo er sieht. Bei mehreren Anbietern steht eine dritte Bank dahinter, die Konto und Depot führt - ein Detail, das über Einlagensicherung und Zuständigkeit entscheidet. Der Monitor kennzeichnet je Haus, ob es selbst Vertragspartner wird, nur die Investmentprodukte beisteuert oder ausschließlich über Partner arbeitet.


Nachvollziehbar bleibt auch die Entwicklung über die Zeit. Jede Änderung wird in einem öffentlichen Änderungsprotokoll mit Datum und Begründung festgehalten, seit dem 4. August 2026 sind dort 113 Einträge dokumentiert. Bewusst verzichtet der Monitor auf eine Rangliste oder eine Bestenwertung. Solange kein Produkt zertifiziert ist und noch bei den meisten Häusern Konditionen fehlen, gäbe es nichts Belastbares zu bewerten; eine Reihung nach "bestem Anbieter" wäre zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation.


"Eine reine Infoseite ist noch keine Zusage, zum 1. Januar 2027 ein fertiges Produkt am Start zu haben. Eine Zusage beinhaltet noch keine Preise und ohne Zertifizierung der Produkte durch das Bundeszentralamt für Steuern gibt es keine Förderung. Genau diese wichtige Abstufung geht in den meisten Übersichten aber unter", sagt Rolf Henning Hackel, Diplom-Jurist, Finanzmarktexperte und redaktionell Verantwortlicher des Monitors.


Frei nutzbare Daten - auch für Redaktionen und KI-Systeme


Der aktuelle Stand zeigt ein klares Bild: Sieben Häuser nennen inzwischen konkrete Konditionen, nämlich Scalable Capital, Smartbroker+, die DekaBank, Fidelity International, quirion, Sunrise und Traders Place. Bei allen übrigen fehlen sie. Die großen Versicherer setzen überwiegend auf Varianten mit Beitragsgarantie im Versicherungsmantel, nicht auf das reine ETF-Depot. Für Verbraucher heißt das: Wer heute vergleicht, vergleicht Absichtserklärungen. Ein belastbarer Vergleich der Altersvorsorgedepot-Anbieter beginnt erst mit der Zertifizierung, und für deren Start gibt es bis heute keinen amtlichen Termin. Das Gesetz regelt nur, wie er bekannt gegeben wird, nämlich durch ein im Bundessteuerblatt veröffentlichtes Schreiben der Zertifizierungsstelle, § 14 Absatz 7 AltZertG.


"Wir veröffentlichen bewusst auch, wo sich nichts finden lässt. Für einen Bestandskunden ist das Schweigen seiner Bank oft die relevanteste Information überhaupt", ergänzt Hackel.


Sämtliche Daten stellt der Betreiber unter der Lizenz CC BY 4.0 bereit, zusätzlich als maschinenlesbare CSV-Datei und als Faktenblatt im PDF-Format - nutzbar für Redaktionen, Fachmedien und KI-gestützte Systeme, sofern Quelle und Standdatum genannt werden. Wie sich das Angebot finanziert, ist direkt auf der Seite ausgewiesen und nicht im Impressum versteckt. Die Betreiberseite versteht sich als unabhängige Informationsplattform, ist kein Anbieter und vermittelt keine Verträge. Da sich der Stand werktäglich ändert, wird jede Aktualisierung mit Datum festgehalten; überschrieben wird nichts.


Bei Reichweite und Markenbekanntheit liegen die etablierten Vergleichsportale vorn, das benennt der Betreiber offen. Der eigene Vorsprung ist ein anderer: überprüfbare Sorgfalt statt schnell erstellter Bestenlisten - ein Argument, das vor allem bei Journalisten und Beratern zieht, die eine belastbare Quelle brauchen. Die vollständige Erhebung mit Methodik und Einzelbewertungen aller Altersvorsorgedepot-Anbieter ist abrufbar unter: https://altersvorsorgedepot-anbieter-vergleich.de/anbieter-monitor
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