Torschlusspanik bei Immobilien beschert dem Staat Rekordeinnahmen durch Schenkungsteuer
04.11.2026 / ID: 448112
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Essen - Roland Franz, Geschäftsführender Gesellschafter der Steuerberatungskanzlei Roland Franz & Partner in Essen und Velbert, weist darauf hin, dass das Statistische Bundesamt aktuell mitteilt, die Finanzverwaltungen in Deutschland haben im Jahr 2025 Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von 21,4 Milliarden Euro festgesetzt.Die festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 60,8 Prozent und erreichte einen neuen Höchstwert.
Ein Blick auf die Fieberkurve der amtlichen Statistik offenbart das wahre Ausmaß dieses staatlichen Geldsegens. Während die Gesamteinnahmen aus Erbschaften und Schenkungen zwischen 2009 und 2015 mit vier bis fünf Milliarden Euro eher moderat ausfielen, gleicht die grafische Entwicklung ab 2021 einer ungebremsten Rakete. Aus dem einst sanften Anstieg ist ein exponentieller Ausbruch nach oben geworden, der den Finanzämtern nun diesen Milliardenregen beschert.
Besonders drastisch zeigt sich diese absurde Dynamik bei der isolierten Betrachtung der Schenkungsteuer. Ein ganzes Jahrzehnt lang blieb diese Linie mit ein bis zwei Milliarden Euro am unteren Rand der Skala nahezu unverändert. Doch dann folgt der Bruch: Ab 2021 schießt die Kurve in einem fast senkrechten Winkel nach oben und erreicht zum Ende des Betrachtungszeitraums geschätzte acht Milliarden Euro.
„Was hier schwarz auf weiß auf dem Papier steht, ist schlichtweg die in Zahlen gegossene Torschlusspanik der Steuerzahler. Aus nackter Angst vor verschärften Bewertungsregeln für Immobilien haben in den vergangenen zwei Jahren unzählige Familien ihr Hab und Gut in hastigen Notar-Marathons vorzeitig an die nächste Generation überschrieben. Vater Staat hat bei dieser Fluchtbewegung kräftig mitkassiert“, erklärt Steuerberater Roland Franz. Auch die klassische Erbschaftsteuer vollzieht am Ende der Skala einen steilen Satz nach oben und durchbricht mühelos die Marke von 13 Milliarden Euro.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung v. 26.8.2026 (il)
Fundstelle: NWB - Verlag CAAAK-22633
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