Wissensmanagement ist Vertrauenssache
14.09.2012 / ID: 78547
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
(NL/5991295661) Wissenstransfer wird in vielen Unternehmen immer noch über Datenbanken gemanagt. Doch dieser Ansatz ist nicht nachhaltig und entspricht ebenfalls nicht den Bedürfnissen der Mitarbeiter nach Wertschätzung und Sicherheit. Erfolgreicher Wissenstransfer kann nur im Rahmen einer wertschätzenden Unternehmenskultur realisiert werden, stellen die Ratinger Wissens- und Generationenexperten Ralf Overbeck und Christian Weber fest. Nur der wertschätzende Umgang über alle Generationen fördert den direkten Austausch und sichert das Wissen im Unternehmen.
Die TU Chemnitz stellt in einer repräsentativen Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie fest, dass Unternehmen Wissensmanagement vor allem zur strategische Bewertung und Bilanzierung von Unternehmenswissen und Schaffung einer gemeinsamen IT-Plattform zum Informations- und Wissensaustausch nutzen. Dies zeigt, dass Wissensmanagement oder der Wissenstransfer in vielen Unternehmen weiterhin sehr IT-lastig gehandhabt wird.
Das ist immer noch ein fatales Ergebnis, so Overbeck, da wir an das Wissen in den Köüfen der Menschen nur über den Bauch kommen. Ein gutes Betriebsklima bzw. eine gelebte Unternehmenskultur basiert auf Vertrauen und dies ist die elementare Basis, damit überhaupt eine Atmosphäre der Offenheit unter den Mitarbeitern entstehen kann. Datenbanken können allenfalls explizites Wissen wie Prozessabläufe, Spezifikationen etc. abbilden. Das entscheidende Wissen, welches deutsche Unternehmen auch künftig konkurrenzfähig macht, ist das sogennannte implizite Wissen, das sich Mitarbeiter über Jahre erarbeitet haben. Dieses Erfahrungswissen, sagt Weber, insbesondere aus der Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung muss gesichert werden. Der tägliche Austausch über Erfahrungswissen sowie das gemeinsame Erleben sind der Schlüssel für einen erfolgreichen Wissenstransfer. Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung bedarf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung und kann nicht nur über den Kopf oder die IT-Plattform abgearbeitet werden, so Overbeck.
In zahlreichen deutschen Konzernen und Mittelständischen Unternehmen werden immer noch Datenbanken aufgebaut, die durch die Mitarbeiter mit ihrem Wissen gefüllt werden sollen, um es so einer breiten Masse im Unternehmen zugänglich zu machen. Diese Initiativen wurden und werden in der Praxis in der Regel durch die Mitarbeiter ignoriert. Wissenstransfer kann nicht verordnet bzw. von oben angeordnet werden, sagt Weber. Entscheidende Barrieren für den Wissensaustausch sind das Wollen, Können und Dürfen der Mitarbeiter. Dabei kommt dem Wollen die entscheidende Bedeutung zu. Eine zentrale Rolle beim Wissenstransfer haben die Führungskräfte, stellt Overbeck fest, da sie die Rahmenbedingungen für ein vertrauensvolles und generationenübergreifendes Miteinander schaffen und sicherstellen müssen. Overbeck sagt abschließend: Wir brauchen jede Generation im Unternehmen für einen nachhaltigen Wissenstransfer, da jede Generation etwas geleistet hat.
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Ralf Overbeck Consulting
Brachter Straße 99 40882 Ratingen
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