Schnabelkürzen bei Legehennen wird praktisch bundesweit abgeschafft - Auswirkungen auf andere Länder - 65 Mio. Hennen betroffen
25.07.2014 / ID: 173559
Vereine & Verbände
Die Haltungsbedingungen für Legehennen sind bislang so schlecht, dass die Hennen Verhaltensstörungen entwickeln und sich gegenseitig verletzen und töten würden, wenn man ihnen nicht als Küken die Schnabelspitzen entfernen würde.
Da diese Prozedur äußerst schmerzhaft ist und auch nicht die Ursache des Problems angeht, setzt sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt seit 2010 für ein Ende dieser Amputationen unter gleichzeitiger Verbesserung der Haltungsbedingungen ein. Letzteres kann die Amputationen unnötig machen.
Die Forderung fand auch bei der Politik gehör. So wurde der Ausstieg aus dem Schnabelkürzen zunächst mit in den niedersächsischen Tierschutzplan aufgenommen. Landwirtschaftsminister Meyer hat kürzlich per Erlass festgelegt, dass das Schnabelkürzen in Niedersachsen bis Ende 2016 auslaufen wird.
Das Verbot in Niedersachsen wurde schon vor der Herausgabe des Erlasses angekündigt. Deshalb hat sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Anfang des Jahres an alle großen Supermarktketten gewendet und sich dafür stark gemacht, das niedersächsische Verbot auf alle Hennenhalter im In- und Ausland auszuweiten, die Eier an deutsche Supermärkte liefern. Die Supermärkte können dies von ihren Lieferanten einfordern. Koordinieren lassen sich solche Schritte am besten über den Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung (KAT). Die Supermarktketten fordern schon jetzt von ihren Lieferanten, KAT-zertifiziert zu sein, weshalb sich auch fast alle Halter am System beteiligen. KAT kann Anforderungen festlegen, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen. Als Ergänzung zu den Gesprächen mit den Supermarktketten hat die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt deshalb den KAT-Vorstand im Rahmen eines Online-Appells aufgefordert, das niedersächsische Schnabelkürzverbot für alle Halter im System zu übernehmen.
Der KAT-Vorstand ist dieser Forderung jetzt nachgekommen. "Dieser Beschluss bedeutet das Ende des Schnabelkürzens für die meisten der 38 Millionen deutschen Legehennen sowie für rund 30 Millionen Hennen im Ausland, die für den deutschen Markt Eier legen müssen", erläutert Mahi Klosterhalfen, geschäftsführender Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung und schließt mit: "Jetzt müssen die Bedingungen für die Hennen deutlich besser werden, damit der Schnabelkürz-Ausstieg ein Erfolg wird. Ohne Preiserhöhungen ist der Ausstieg nicht machbar."
Die Stiftung geht davon aus, dass die Preise um mindestens 4 Cent pro Ei steigen müssen. Die Mehrkosten entstehen u. a. durch eine bessere Aufzucht, Beschäftigungsmaterial, besseres Futter und ein intensiveres Stallmanagement.
Mehr zum Thema erfahren Sie im Positionspapier der Stiftung, das Sie auf http://albert-schweitzer-stiftung.de/kampagnen/schnabelkuerzen-beenden finden.
http://albert-schweitzer-stiftung.de/
Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Dircksenstraße 47 10178 Berlin
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