Auswertung belegt 83 schwere Übergriffe im Schlachthof von Dithmarscher-Geflügel
12.02.2026 / ID: 437913
Wissenschaft, Forschung & Technik
Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte ANINOVA erstmals umfangreiches Bildmaterial aus dem Schlachthof in Seddiner See (Brandenburg) veröffentlicht. Die Aufnahmen stammen aus dem Zeitraum 08.11.2025 bis 05.12.2025 und sorgten bundesweit für großes Aufsehen. In der Folge reagierten zahlreiche Supermarktketten - darunter REWE, die Bünting-Gruppe, EDEKA und Kaufland - mit einem Stopp beziehungsweise der Aussetzung weiterer Belieferungen mit Produkten des Unternehmens. Zudem stellte der Bundesverband Tierschutz e. V. die Zertifizierung der Freilandhaltung ein und untersagte dem Unternehmen ausdrücklich, weiterhin mit dieser Zertifizierung zu werben. Die Webseite des Schlachthofs wurde daraufhin bereits entsprechend angepasst.Die nun abgeschlossene Auswertung umfasst insgesamt 1.455 Stunden Videomaterial, darunter rund 215 Stunden aus tierschutzkritischen Bereichen wie Verladung, Aufhängung und Entblutung. Die Aufnahmen zeigen unter anderem, wie Gänse und Enten grob an Hälsen und Köpfen gepackt, aus Transportboxen gerissen, geschlagen und gewürgt werden. Zu sehen ist zudem, wie Transportboxen mit lebenden Tieren geworfen werden, Tiere kopfüber hängen, während Förderbänder minutenlang stillstehen, und wie Mitarbeitende wiederholt und teils offensichtlich willkürlich Gewalt gegen die Tiere ausüben.
Die Auswertung dokumentiert 83 Übergriffe, die als mittel bis schwer eingestuft wurden. In diesen Fällen wurden den Tieren länger anhaltende oder erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt. Aus fachlicher Sicht von ANINOVA erfüllen diese Handlungen den Tatbestand der Tierquälerei und sind strafrechtlich als relevant zu bewerten.
ANINOVA hat das gesamte Videomaterial sowie sämtliche Auswertungslisten und Dokumentationen der Staatsanwaltschaft Potsdam sowie dem zuständigen Veterinäramt Potsdam-Mittelmark vollständig übermittelt.
"Wir erwarten, dass die Staatsanwaltschaft nun konsequent ermittelt und es zu Anklagen und Verurteilungen kommt. Tierquälerei darf nicht folgenlos bleiben", erklärt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.
Kritisch bewertet ANINOVA auch das Verhalten des Schlachthofbetreibers nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Der Betrieb ging juristisch gegen ANINOVA vor und forderte unter anderem anwaltlich die Löschung des Bildmaterials. ANINOVA kam dieser Forderung nicht nach, sondern stellte den Behörden im Gegenteil sämtliche Beweise vollständig zur Verfügung.
Arbeitsrechtlich reagierte der Schlachthof lediglich mit begrenzten Maßnahmen: Eine mitarbeitende Person wurde entlassen, eine weitere - die sich unbefugt in einem tierschutzkritischen Bereich aufhielt und dort Tiere misshandelte - lediglich verwarnt und angewiesen, diesen Bereich künftig nicht mehr zu betreten. ANINOVA hält dieses Vorgehen für nicht konsequent. Zudem widersprechen die Ergebnisse der Auswertung der Darstellung des Schlachthofbetreibers, wonach lediglich zwei Personen an Tierquälerei beteiligt gewesen seien. Tatsächlich belegt das Material, dass mindestens drei Personen tierschutzwidrig handelten. "Die Auswertung zeigt klar, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. Wer angesichts dieser Beweislage nicht konsequent handelt, stellt das gesamte Management des Betriebs infrage", so Peifer.
Die Aufnahmen zeigen erneut, wie viel Leid hinter der Fleischproduktion steckt. Wer dieses Leid vermeiden will, kann sich bewusst für eine vegane Lebensweise entscheiden und damit Tierleid konsequent vermeiden.
Weitere Informationen und Hintergrundmaterial hier.
Bildmaterial kann angefordert werden
Dithmarscher-Geflügel Schlachthof Seddiner See Tierquälerei Gänse Enten Staatsanwaltschaft Potsdam ANINOVA Tierschutzverstoß Brandenburg
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