Interview: Serviceroboter in Hotellerie & Gastronomie
11.05.2026 / ID: 441264
Wissenschaft, Forschung & Technik
„Nicht die Anschaffung entscheidet – sondern die Integration in den Alltag.“Im Gespräch mit Bernd C. Strunk von GENESYS die kreativen Köpfe und Chanfang Wang von Genie InBotBernd:Chanfang, viele Hotels und Restaurants beschäftigen sich aktuell mit Service- und Reinigungsrobotern. Viele glauben aber noch immer, die Einführung beginnt mit dem Kauf des Roboters.
Chanfang:Genau das ist der Denkfehler. Die eigentliche Einführung beginnt nicht mit der ersten Nutzung – sondern mit der täglichen Routine danach. In der Praxis sehe ich oft: Das Team akzeptiert den Roboter irgendwann als hilfreichen Kollegen. Aber trotzdem wird er im Alltag nicht konsequent mitgedacht.
Bernd:Das erleben wir in der Beratung ähnlich. Gerade an ruhigeren Tagen heißt es schnell: „Heute brauchen wir den Roboter nicht.“
Chanfang:Ja, und genau dort entscheidet sich, ob ein stabiler Prozess entsteht oder nicht. Wenn der Roboter nur an stressigen Tagen eingesetzt wird, bleibt er ein Sonderfall. Erst wenn er selbstverständlich mitläuft, wird er ein echter Bestandteil des Betriebsablaufs.
Bernd:Viele Unternehmer unterschätzen dabei, wie viel freie Kapazität im Alltag entstehen kann.
Chanfang:Absolut. Gerade an ruhigeren Tagen kann der Roboter Aufgaben übernehmen, die sonst oft liegen bleiben:
- Tische sauber und ordentlich halten
- Geschirr und Gläser bündeln
- Buffets schneller nachfüllen
- das Team entlasten, damit parallel vorbereitet werden kann
- mehr Zeit schaffen für echten Gästeservice
Robotik schafft eben nicht nur Entlastung in Spitzenzeiten. Sie verbessert Abläufe dauerhaft.
Bernd:Und genau das ist ja aktuell ein Riesenthema in der Hospitality-Branche: steigende Kosten, Personalmangel und gleichzeitig der Wunsch nach besserem Service.
Chanfang:Richtig. Deshalb sehe ich meine Aufgabe nicht darin, einfach Technik zu verkaufen. Entscheidend ist die Begleitung bei der Integration in den Betrieb. Aus einem Roboter muss ein stabiler Serviceprozess werden.
Nicht Gadget.Nicht Showeffekt.Sondern ein echter Mehrwert im Alltag.
Bernd:Ich glaube, genau davor haben manche Teams zunächst Respekt – dass Technik den Menschen ersetzt.
Chanfang:Dabei ist eigentlich das Gegenteil der Fall. Roboter entlasten – Menschlichkeit bleibt. Der Mitarbeiter gewinnt Zeit für den Gast, für Aufmerksamkeit, für Servicequalität. Genau dort entsteht am Ende auch wirtschaftlicher Nutzen.
Bernd:Wenn du die Entwicklung zusammenfassen müsstest – wie läuft dieser Prozess typischerweise ab?
Chanfang:Eigentlich immer in drei Schritten:
Von: „Kennen wir.“
Zu: „Akzeptieren wir.“
Und schließlich zu: „Nutzen wir selbstverständlich im täglichen Ablauf.“
Erst auf dieser letzten Stufe entsteht der eigentliche Hebel: mehr Verlässlichkeit, mehr Entlastung und mehr Raum für wertschöpfende Arbeit.
Bernd:Ein spannender Ansatz. Gerade für Hotels und Gastronomiebetriebe, die trotz Personalknappheit ihre Qualität halten oder sogar verbessern wollen.
Chanfang:Definitiv. Die Zukunft liegt nicht im Ersatz von Menschen – sondern in intelligent unterstützten Teams.
GENESYS – die kreativen Köpfe unterstützt Hoteliers, Gastronomen und Destinationen dabei, genau diese Potenziale strategisch und wirtschaftlich erfolgreich zu nutzen.
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(Bildquelle: Genie InBot)
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