Pressemitteilung von IMpunkt - Inklusions Meeting Point & Exoskelett Experience Center - Muggendorf

Kuchen löst die Energiekrise? Backpulver als Wasserstoff-Speicher


12.08.2026 / ID: 444766
Wissenschaft, Forschung & Technik

Kuchen löst die Energiekrise? Backpulver als Wasserstoff-SpeicherKann eine Küchenzutat die Energiewende einfacher machen?

Die Frage klingt zunächst nach einer jener Meldungen, bei denen man schmunzelt und weiterliest. Doch genau hier beginnt es spannend zu werden: Forschende des Leibniz-Instituts für Katalyse und von H2APEX arbeiten an einem Verfahren, bei dem Wasserstoff mithilfe von Bikarbonat – also einer Verbindung, die aus Natron oder Backpulver bekannt ist – chemisch gespeichert werden kann. Das ist kein Kochtrick, sondern ein möglicher Baustein für eine der größten praktischen Herausforderungen der Energiewende: Wie speichern, transportieren und nutzen wir grünen Wasserstoff so, dass er im Alltag wirklich ankommt?

Gerade für Regionen, in denen Versorgungssicherheit, Mobilität und dezentrale Infrastruktur zusammen gedacht werden müssen, ist das mehr als eine technische Fußnote. Denn die Energiewende entscheidet sich nicht nur in Großkraftwerken oder an internationalen Leitmärkten, sondern auch dort, wo Energie lokal gebraucht wird: in Betrieben, bei Ladepunkten, in kleinen Ortszentren, in Tourismusbetrieben und in saisonal stark belasteten Regionen.

Was hinter der Idee steckt

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger der Zukunft, ist aber in der Praxis schwierig zu handhaben. Er ist leicht, flüchtig, braucht hohen Druck oder tiefe Temperaturen und damit komplexe Infrastruktur. Genau hier setzt die neue Forschungsrichtung an: Wasserstoff soll nicht einfach als Gas gelagert werden, sondern chemisch in Formiat gebunden werden. Ermöglicht wird das durch einen Ruthenium-Katalysator und eine Bikarbonat-basierte Reaktion.

Vereinfacht gesagt: Der Wasserstoff wird in eine Form gebracht, die sich besser lagern und transportieren lässt. Bei Bedarf kann er wieder freigesetzt werden. Das System wirkt damit ähnlich wie eine Batterie – nur eben nicht elektrisch, sondern chemisch. Für erneuerbare Energien ist das interessant, weil Strom aus Wind oder Sonne nicht immer dann verfügbar ist, wenn er gebraucht wird. Speicher sind deshalb der Schlüssel, um Überschüsse nutzbar zu machen.

Warum das für die Praxis relevant ist
- Wasserstoff könnte einfacher transportiert werden.
- Die Lagerung könnte sicherer und steuerbarer werden.
- Dezentrale Anwendungen werden realistischer.
- Erneuerbare Energie lässt sich flexibler einbinden.

Das klingt nach Chemie-Labor, hat aber praktische Konsequenzen. Denn je einfacher sich Wasserstoff speichern lässt, desto eher kann er dort zum Einsatz kommen, wo Netze schwach sind, Energie gebraucht wird oder saisonale Schwankungen überbrückt werden müssen.

Von der Labormeldung zur regionalen Frage

Im ländlichen Raum wird Energie oft noch als Kostenfaktor oder als Infrastrukturthema betrachtet. Dabei ist sie längst auch ein Standortfaktor. Wer im Tourismus arbeitet, kennt die Realität: volle Nächte im Sommer, hohe Lasten an Feiertagen, Kühlketten, Mobilitätsbedarf, Laden von E-Fahrzeugen, Wärmeversorgung, Verfügbarkeit. Eine Region, die Energie nur aus dem Stromnetz denkt, bleibt anfällig. Eine Region, die Speicher, Eigenproduktion und flexible Nutzung mitdenkt, gewinnt Handlungsspielraum.

Gerade für kleinere Gemeinden oder Betriebe kann das relevant werden, wenn sich künftig neue Energielösungen ergänzen: Photovoltaik auf Dachflächen, Batteriespeicher, E-Mobilität, vielleicht in Zukunft auch Wasserstoff-basierte Speicherlösungen für bestimmte Anwendungsfälle. Das Bikarbonat-Verfahren ist dabei noch kein Alltagsprodukt. Aber es zeigt, wohin sich Forschung bewegt: weg von der reinen Erzeugung, hin zu besserer Nutzbarkeit.

Was daran gesellschaftlich spannend ist

IMpunkt schaut bei solchen Entwicklungen nicht nur auf die Technik selbst, sondern auf ihre Wirkung für Menschen. Eine Speicherlösung ist dann relevant, wenn sie Alltagsprobleme reduziert: Versorgungssicherheit, Kostenstabilität, Unabhängigkeit, Planbarkeit. Gerade in strukturschwächeren Räumen kann technische Innovation helfen, Abhängigkeiten zu verringern – vorausgesetzt, sie wird verständlich, wirtschaftlich und zugänglich umgesetzt.

Ein Wasserstoffspeicher auf Basis von Bikarbonat wird nicht morgen den Heizkessel im Wirtshaus ersetzen. Aber er kann ein Signal sein: Die Energiewende braucht nicht nur mehr Erzeugung, sondern alltagstaugliche Speicherlogik. Und genau da liegt der eigentliche Fortschritt.

Was Tourismusbetriebe und regionale Akteure daraus mitnehmen können

Warum sollte sich ein Tourismusbetrieb, eine Gemeinde oder ein regionaler Freizeitanbieter mit so einem Forschungsthema beschäftigen? Weil Innovationen im Energiesektor immer auch über Betriebsfähigkeit entscheiden. Wer Gäste empfängt, Veranstaltungen organisiert oder Mobilität in der Region mitdenkt, braucht verlässliche Energieinfrastruktur.

Besonders wichtig wird das in drei Bereichen:

1. Energie als Service statt als Nebenthema

Gäste erwarten heute nicht nur schöne Zimmer oder gute Wanderwege, sondern funktionierende Ladepunkte, verlässliche Wärme, Licht, digitale Infrastruktur und zunehmend auch nachhaltige Angebote. Wenn Energiesysteme robuster werden, kann das den Service stabilisieren.

2. Eigenständigkeit in Randlagen

Gerade in abgelegenen Lagen ist Versorgungssicherheit ein Wettbewerbsvorteil. Lösungen, die Energie speicherbar machen, helfen dabei, Lastspitzen abzufedern und Engpässe zu vermeiden.

3. Kommunikation von Zukunftsfähigkeit

Regionen, die offen über Energieinnovation sprechen, senden ein Signal: Wir warten nicht nur auf den nächsten Fördertopf, sondern denken aktiv an morgen. Das stärkt Vertrauen – bei Betrieben, Einheimischen und Gästen.

Was noch offen bleibt

So interessant das Verfahren ist: Es handelt sich zunächst um Forschung. Zwischen Laborerfolg und marktreifer Anwendung liegen meist Jahre. Entscheidend sind dabei Fragen nach Kosten, Skalierbarkeit, Sicherheit, Materialverfügbarkeit und realem Nutzen. Ruthenium ist ein Edelmetall, also nicht beliebig günstig. Auch die Ökobilanz muss stimmen, wenn das Verfahren Teil einer nachhaltigen Energiewirtschaft werden soll.

Genau deshalb ist nüchterne Einordnung wichtig. Nicht jede gute Idee wird automatisch zur breiten Lösung. Aber jede gute Idee erweitert den Möglichkeitsraum. Und manchmal reicht das schon, um neue Wege sichtbar zu machen.

Warum solche Entwicklungen im Blick behalten werden sollten

Die eigentliche Botschaft dieser Forschung ist größer als die Küchenmetapher. Sie zeigt, dass die Energiewende nicht nur auf mehr Windräder oder mehr Solarmodule hinausläuft, sondern auf intelligente Verknüpfung von Erzeugung, Speicherung und Nutzung. Wer Energie in eine besser handhabbare Form überführen kann, schafft Flexibilität – und damit Freiheit.

Für IMpunkt ist genau das der entscheidende Punkt: Technik ist dann wertvoll, wenn sie Menschen hilft, selbstbestimmter zu handeln. Das gilt für Barrierefreiheit, für Mobilität und eben auch für Energie. Eine Speicherlösung, die einfacher transportierbar, gut steuerbar und sicher lagerbar ist, kann langfristig einen Beitrag leisten, um Regionen resilienter zu machen.

Fazit aus der Praxis

Die Bikarbonat-Idee zeigt vor allem eines: Wer über die Energiewende spricht, sollte Speicher nicht als Randthema behandeln. Für die Praxis heißt das: Regionen, Gemeinden und Tourismusbetriebe sollten jetzt prüfen, wo Energieflexibilität schon heute gebraucht wird – bei Ladeinfrastruktur, Spitzenlasten, saisonalen Schwankungen und Versorgungssicherheit. Mein Rat aus der Beratung: Nicht auf die „perfekte“ Großlösung warten, sondern Energie immer als Teil der Standortqualität mitdenken. Wer heute Dachflächen, Lastprofile und künftige Speicheroptionen gemeinsam betrachtet, schafft morgen mehr Unabhängigkeit.

Quellen
- Leibniz-Gemeinschaft: Meldung zum chemischen Wasserstoffspeicher mit Bikarbonat
- H2APEX: Informationen zu Wasserstoffspeicher- und Infrastrukturthemen
- H2-news.de: Berichterstattung zur Forschung am Bikarbonat-basierten Speichersystem
- Fraunhofer ISE: Grundlagen zu Wasserstoffspeicherung und Energietechnik
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Wasserstoffstrategie und Speicherrolle
innovation wasserstoff energiewende gruenerwasserstoff technologie

Firmenkontakt:

IMpunkt - Inklusions Meeting Point & Exoskelett Experience Center - Muggendorf
Schulberg 9
91346 Wiesenttal
Deutschland
017628224770
martin@ebner-cv.de
https://im-punkt.de

Pressekontakt:
Martin Ebner
Martin ebner







Diese Pressemitteilung wurde über devASpr.de veröffentlicht.

Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich. Newsfenster.de distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.

Weitere Artikel in dieser Kategorie
10.08.2026 | AG Reederei Norden-Frisia
Reederei Norden-Frisia eröffnet "Inselsicht"
S-IMG
Über Newsfenster.de
seit: Januar 2011
PM (Pressemitteilung) heute: 18
PM gesamt: 441.409
PM aufgerufen: 78.607.762