Die doppelte Verantwortung: Effektivität und Effizienz
02.04.2025
Bildung, Karriere & Schulungen

Die effektive Führungskraft tut nicht nur etwas richtig, sondern auch das Richtige. Dieser prägnante Satz, der den Unterschied zwischen technischer Präzision und ethischer Verantwortung auf den Punkt bringt, ist heute relevanter denn je. In einer Welt, die von Komplexität, Unsicherheit und schnellem Wandel geprägt ist, reicht es in der Führungsetage nicht mehr aus, Aufgaben lediglich korrekt auszuführen und zu delegieren. Es bedarf vielmehr einer Führung, die sich ihrer ethischen Dimension bewusst ist und Entscheidungen trifft, die zwar effektiv aber vor allem auch werteorientiert sind.
Der kleine, auf den ersten Blick irrtümliche Unterschied zwischen "etwas richtig tun" und "das Richtige tun" ist jedoch fundamental. Er markiert die Grenze zwischen Effizienz und Effektivität, zwischen blinder Pflichterfüllung und verantwortlichem Handeln. Während sich Effizienz auf die Optimierung von Prozessen und Ressourcen konzentriert, ist das Ziel der Effektivität die Erreichung sinnvoller und nachhaltiger Ergebnisse.
Effektivität vs. Effizienz
Man sagt "Gleich und Gleich gesellt sich gern", doch dies könnte im Falle der beiden Begriffe Effektivität und Effizienz nicht falscher sein. Im allgemeinen Sprachgebrauch oft synonym verwendet, sind ihre Bedeutungen völlig unterschiedlich. In der einen Ecke steht die Effektivität, die ihr Ziel ohne Rücksicht auf Verluste erreichen will, quasi das Richtige tun, unabhängig vom Aufwand. In der anderen Ecke steht die Effizienz, die ihr Ziel mit minimalem Aufwand erreichen will und das Richtige tun möchte, auf dem richtigen Weg. Anders ausgedrückt: Ein Bergsteiger, der den Gipfel erreicht, ist effektiv. Wer den Gipfel auf dem kürzesten und einfachsten Weg erreicht, ist effizient. Doch was nützt die effizienteste Route, wenn sie am Ende nicht zum Gipfel führt?
Der eigene Kompass sein
Das Richtige zu tun bedeutet, Entscheidungen im Einklang mit den eigenen Werten, Überzeugungen und Zielen zu treffen, die langfristigen Konsequenzen des Handelns zu berücksichtigen und die Interessen aller Beteiligten abzuwägen. Das ist leichter gesagt als getan, aber warum ist Effektivität heute so entscheidend?
Die heutige Geschäftswelt ist von Komplexität und Unsicherheit geprägt. Führungskräfte müssen in der Lage sein, schnell und flexibel auf Veränderungen zu reagieren und Entscheidungen unter unklaren Bedingungen zu treffen. Zudem hat die Globalisierung zu einem intensiven Wettbewerb geführt. Unternehmen müssen sich ständig verbessern, um wettbewerbsfähig zu bleiben und der rasante technologische Wandel erfordert von Führungskräften, dass sie sich ständig weiterbilden und neue Technologien in ihre Arbeit integrieren. Hinzu kommt ein Wertewandel in der Gesellschaft. Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität und soziale Verantwortung gewinnen immer mehr an Bedeutung und, in einer zunehmend transparenten Welt, werden Führungskräfte für ihr Handeln stärker zur Verantwortung gezogen. Vertrauen ist zu einer entscheidenden Währung geworden.
Consequentia est: Der Allrounder
Für die Führungspraxis bedeutet dies, dass Führungskräfte nicht nur über fachliche Kompetenz verfügen müssen, sondern auch über ethische Reflexionsfähigkeit, Empathie und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen. Sie müssen in der Lage sein, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die von Werten, Integrität und Verantwortungsbewusstsein geprägt ist. Es braucht Führungskräfte, die nicht nur wissen, wie man Dinge richtig macht, sondern auch, was das Richtige ist.
Meeting-Hölle und die Illusion des "Mehr"
Wir messen heute Fleiß in Stunden, nicht in Ergebnissen. Aber ist das effektiv? Nein! Ganz im Gegenteil, es verursacht eine kollektive Lähmung. Kaum zu fassen, aber wahr. Ein ganzer Arbeitstag pro Woche wird in endlosen Meetings, ineffizienten Prozessen und sich im Kreis drehenden E-Mail-Abstimmungen verschwendet. Es ist schlichtweg eine Überforderung, über das normale Maß hinaus zu kooperieren und in einer Flut von Kommunikation zu ertrinken, während die eigentliche Arbeit auf der Strecke bleibt.
Der fatale Fehler besteht darin, Aktivität mit Produktivität und Fleiß mit Effektivität zu verwechseln. Mehr Arbeit ist nicht gleichbedeutend mit mehr Erfolg. Die Ineffizienz muss weichen und Platz machen für das Wesentliche, nämlich die richtigen Dinge gezielt und effizient anzugehen. Und hier kommt die Führung ins Spiel. Ohne sie bedeutet es den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, die Demotivation der Mitarbeiter und die pure Verschwendung von Ressourcen. Die Führungskräfte müssen sich von der Illusion des "Mehr" verabschieden, Prioritäten setzen, Prozesse optimieren und eine Kultur der Effektivität etablieren.
Kernkompetenz: Effektivität
Effektivität ist die Kernkompetenz unserer Zeit. Sie ist der Kompass, der uns in stürmischen Zeiten den Weg weist. Führung ist dabei die Kunst, Purpose, Werte, Talente und Know-how in konkrete Ergebnisse umzusetzen. Nur so können die individuellen Stärken der Mitarbeiter in Leistung umgesetzt werden. Die Wahrheit liegt dabei nicht in der Anzahl der Arbeitsstunden, sondern in der Qualität der Ergebnisse. Und nur so sichern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und gestalten eine Zukunft, in der Arbeit nicht zur Last, sondern zur Quelle von Sinn und Erfüllung wird.
Die Essenz der Führung
Bereits in den 1960er Jahren erkannte Peter Drucker die Notwendigkeit effektiver Führung. In seinem Werk "The Effective Executive" definierte er sechs Kompetenzen, die jede Führungskraft beherrschen muss. Demnach soll Wirkung durch Ergebnisse und nicht nur durch Arbeit erzielt werden. Werden klare, messbare Ziele gesetzt, die regelmäßig überprüft werden, wird das kostbare Gut Zeit optimal genutzt. Immens wichtig ist hier auch eine klare und verbindliche Kommunikation. Effektivität ist die Essenz für nachhaltigen Erfolg. Sie ermöglicht es, individuelle Stärken zu fördern und die Ziele der Organisation im Blick zu behalten. Doch Effektivität ohne Effizienz ist wie ein Schiff ohne Ruder. Nur wer beide Prinzipien beherrscht, kann erfolgreich durch die stürmische See der Wirtschaft navigieren.
Das Rad dreht sich weiter
Die Prinzipien von Peter Drucker sind natürlich nicht in Stein gemeißelt, aber sie bilden ein Fundament, das sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Der Kern ist geblieben, aber er hat sich dem digitalen Zeitalter und seiner Realität angepasst.
Die digitale Revolution hat die Entscheidungsprozesse in eine komplexe Rechenaufgabe verwandelt. Es dominieren Big Data und Algorithmen. Führungskräfte müssen nicht nur Entscheidungen treffen, sondern auch Daten interpretieren und in strategische Bahnen lenken. Die Maschine als Berater, der Mensch als Stratege. Und als solcher muss der Mensch traditionelle Managementmethoden hinter sich lassen und auf Agilität und Anpassungsfähigkeit als Überlebensstrategie setzen. Denn Unternehmen, insbesondere in der Technologiebranche, setzen auf agile Methoden, die es den Führungskräften ermöglichen, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Dies erfordert nicht nur Effizienz, sondern auch eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und des Lernens. Dabei ist die Eigenverantwortung des Einzelnen gefragt und es muss jedem klar sein, dass die Zeit der Einzelkämpfer vorbei ist und Führung zur Teamleistung wird bzw. die Führungskraft zum Moderator und Facilitator. Motivation, Vielfalt und Inklusion sind die neuen Gebote. Moderne Führungskräfte sind Coaches, die das Potenzial ihrer Teams entfesseln.
Wenn Achtsamkeit zur Pflicht verkommt
Wenn wundert es da, dass die Belastungen für Führungskräfte exponentiell zugenommen haben. Achtsamkeit und mentale Gesundheit sind zur Pflicht geworden. Resilienz-Training und emotionale Intelligenz sind die Werkzeuge, um die Stürme und Flauten der Wirtschaft zu überstehen. Aber auch diese Konzepte der Nachhaltigkeit und der ethischen Unternehmensführung haben nun einmal eine neue Dimension erreicht. In der heutigen Geschäftswelt ist eine "effektive Führungskraft" nicht nur jemand, der profitable Entscheidungen trifft, sondern auch jemand, der Verantwortung für die Umwelt, die Gesellschaft und die langfristige Entwicklung des Unternehmens übernimmt. Nachhaltigkeit und CSR sind die neuen Prüfsteine. Währenddessen ist Wissen in der Wissensgesellschaft zur wichtigsten Ressource geworden. Führungskräfte müssen Wissen managen und fördern, Kreativität und Innovation in ihre Teams integrieren. "Lernen in Echtzeit" und agile Wissensprozesse sind die neuen Gebote.
Die neuen Gebote für den beruflichen Erfolg
Technologische Entwicklungen, Globalisierung und veränderte gesellschaftliche Erwartungen sind die Eckpfeiler, durch die sich die Aufgaben von Führungskräften stark gewandelt haben. Der Fokus hat sich verlagert. Flexibilität, Agilität, Resilienz sind die neuen Tugenden. Soziales und ethisches Verhalten, Teamarbeit, emotionale Intelligenz, Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion sind die neuen Prüfsteine. Lernen in Echtzeit ist die neue Wirklichkeit. Wissen ist bekanntlich Macht und die wichtigste Ressource, die von Führungskräften gemanagt und gefördert werden muss. Erfolge im Beruf sind in allen Organisationen letztlich vor allem das Ergebnis effektiver Führung.
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