Neue Handy-Auslandstarife bei rund 50 Prozent der Kunden ungültig
29.06.2012 / ID: 67530
PC, Information & Telekommunikation
Ab 1. Juli 2012 werden aufgrund der Vorgaben der EU-Komission die Preise für Telefonate mit dem Handy im Ausland um 16 Prozent gesenkt. "Viele Kunden werden die neuen Minutenpreise in der Praxis jedoch nicht bezahlen," sagt Philipp Jorek vom bekannten Tarifvergleichsportal Billig-Tarife.de. "Eine Analyse von Kundenverträgen hat ergeben, dass Millionen von Neukunden bei großen Mobilfunkanbietern standardmäßig einen speziellen Auslandstarif eingestellt bekommen." Die Minutenpreise hierfür sind aber meist ganz andere als von der EU vorgegeben," so Jorek weiter.
Laut EU-Verordnung dürfen Mobilfunkanbieter deren Kunden besondere Auslandsoptionen Alternativ zum EU-Tarif anbieten. "Doch bereits bei Vertragsunterzeichnung oder Kauf einer Prepaidkarte wird eine derartige Auslandsoption standardmäßig voreingestellt," kritisiert Jorek. "Die in vielen Medien beschriebenen neuen 10 Cent für ankommende Telefonate gelten damit nicht in der Praxis." Tarife mit Einwahlgebühren von bis zu 75 Cent sind die Praxis. Im Vergleich zum EU-Tarif gibt es dann zwar keinen zusätzlichen Minutenpreis, doch Kurzanrufe können damit extrem teuer werden. Zwei von vier großen Mobilfunkanbieter haben derartige Einwahlgebühren. Einen Überblick zeigt die folgende Auslandstabelle unter http://www.billig-tarife.de/handytarife/ausland.php. Wenn beispielsweise jemand aus Deutschland in Spanien anruft, so muss derjenige in Spanien für ein Zwei-Minuten-Telefonat nach dem EU-Tarif 20 Cent bezahlen. Mit der Voreinstellung der Auslandsoption zahlt der Kunde nun aber 75 Cent. Wird hingegen 20 Minuten telefoniert, so muss der Angerufene 2 Euro im EU-Tarif und 75 Cent mit Option bezahlen. Ob der EU-Tarif nun wirklich besser für den Kunden ist, entscheidet das Telefonieverhalten jedes einzelnen.
"Ob nun der EU-Minutenpreis von 35 Cent für abgehende und 10 Cent für ankommende Telefonate oder aber die spezielle Auslandsoption gültig ist, erfahren Verbraucher meist erst per SMS, wenn sie bereits im Ausland sind," kritisiert Jorek weiter (Preise ab 1. Juli 2012). Ein Tarifwechsel per Hotline oder Internet ist aus dem Ausland dann meist sehr teuer. "Verbraucher sollten vor der Auslandsreise bereits im Ladengeschäft oder über die Telefonhotline bei Ihrem Anbieter direkt nachfragen, welcher Preis genau gilt. Dann kann auch noch in Ruhe der Tarif gewechselt werden," rät Jorek.
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