Lebensretter im Wasser
28.07.2023 / ID: 396028
Freizeit, Buntes & Vermischtes
2022 kamen in Deutschland insgesamt 355 Personen durch Ertrinken ums Leben. 836 Menschen konnten dank ausgebildeter Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) gerettet werden. Eine beeindruckende Zahl, an der sichtbar wird, wie wichtig Rettungsschwimmer sind. Doch wie wird man Lebensretter im Wasser? Zum Tag der Seenotrettung geben die ARAG Experten einen Überblick. Wie werde ich Rettungsschwimmer?
Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass die genauen Anforderungen und Inhalte je nach Bundesland und Organisation variieren können. Es gibt verschiedene Vereine und Verbände, die Rettungsschwimmerausbildungen anbieten. Zum Beispiel die DLRG oder das Deutsche Rote Kreuz e. V. (DRK). Die Ausbildung umfasst in der Regel 16 Lehreinheiten à 45 Minuten mit theoretischen Lerninhalten und praktischen Übungen im Wasser. Je nach Einsatzgebiet in Schwimmbädern oder Freiwassern sowie bei der Wasserrettung unterscheidet man die Rettungsschwimmerabzeichen nach Bronze, Silber und Gold.
Welche Voraussetzungen gelten für den Rettungsschwimmer?
Ist man wasserfit und möchte als Helfer und Retter am Wasser tätig werden, bedarf es laut ARAG Experten nicht viel. Schon mit zwölf Jahren kann man das bronzene Rettungsschwimmerabzeichen ablegen. Für das Silber-Abzeichen beträgt das Mindestalter 14 Jahre. Zusätzlich wird bei dem zweithöchsten Abzeichen ein erfolgreich absolvierter Erste-Hilfe-Kurs mit neun Lerneinheiten verlangt. Wer das goldene Rettungsschwimmerabzeichen erwerben möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein, bereits das silberne Abzeichen besitzen und ebenfalls einen Erste-Hilfe-Kurs innerhalb der letzten zwei Jahre absolviert haben. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass auch der Nachweis über das Silberabzeichen nicht älter als drei Jahre sein darf. Darüber hinaus ist beim Goldabzeichen eine ärztliche Untersuchung im Vorfeld erforderlich.
Was lernt ein Rettungsschwimmer?
Der theoretische Teil der Ausbildung vermittelt den angehenden Rettungsschwimmern das Wissen über Gefahren des Wassers, spezielle Rettungstechniken im Wasser und Notfallmanagement. Dabei ist es laut den ARAG Experten nicht nur wichtig, eine Gefahrensituationen schon früh zu erkennen, sondern zu entscheiden, welche Rettungsmaßnahme eingeleitet werden muss. Zudem lernen Rettungsschwimmer die Funktionsweise von Rettungsgeräten wie Rettungsbojen oder Rettungsseile zu verstehen.
Nach dem Motto "Grau ist alle Theorie" folgt nach dem ersten Teil die praktische Ausbildung. Damit die Übungen so realistisch wie möglich durchgeführt werden können, finden sie oft in Schwimmbädern oder an Strandabschnitten statt. Die angehenden Rettungsschwimmer üben Rettungsmanöver, Schwimmen mit Rettungsgeräten und führen erlernte Erste-Hilfe-Maßnahmen direkt im und am Wasser durch. Erfahrene Ausbilder sind immer vor Ort, leiten an, geben Tipps sowie regelmäßiges Feedback, sorgen aber auch für den Schutz ihrer angehenden Mitarbeiter oder Kollegen.
Wie viel kostet die Ausbildung zum Rettungsschwimmer?
Die Kosten für die Ausbildung zum Rettungsschwimmer liegen je nach Land, Organisation und Kursanbieter zwischen 40 bis 100 Euro. Diese beinhalten normalerweise die Kurs- und Prüfungsgebühren, den Schwimmbadeintritt und das Lehrmaterial. Hinzu kommen gegebenenfalls noch die Kosten für den Erste-Hilfe-Kurs. Zeitlich sollten für das Abzeichen ein bis zwei Wochenenden investiert werden. Einige Badbetreiber übernehmen auch die Kosten, weil sie aufgrund von Personalmangel in den Schwimmbädern auf Rettungsschwimmer zurückgreifen müssen. Zudem können die Gebühren und dazugehörigen Aufwendungen steuerlich als Fort- und Weiterbildungskosten abgesetzt werden. Die ARAG Experten empfehlen daher, sich direkt an örtliche Schwimm- oder Rettungsorganisationen zu wenden, um genaue Informationen rund um die Rettungsschwimmerausbildung in ihrer Region zu erhalten.
Auffrischung ein Muss?
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhalten die frisch gebackenen Rettungsschwimmer eine Lizenz und Zertifizierung, die ihre Kompetenz und ihr Wissen in der Wasserrettung bescheinigt. Mit dieser Qualifikation sind sie berechtigt, als Rettungsschwimmer an Stränden, in Schwimmbädern oder anderen Gewässern zu arbeiten und die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.
Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass das Rettungsschwimmabzeichen grundsätzlich seine Gültigkeit behält, ohne dass eine Verlängerung notwendig ist. Je nach Zweck und Einsatz ist jedoch ein Aktualisierungsrhythmus notwendig. Zum Beispiel bei einer Tätigkeit als Rettungsschwimmer an einer Schule. Hier richtet sich der Auffrischungs-Rhythmus nach dem Erlass des jeweiligen Kultusministeriums. Um neu entwickelte Rettungstechniken und Erste-Hilfe-Maßnahmen zu lernen und mit den aktuellen "Best Practices" vertraut zu sein, rät die DLRG, sein Knowhow mindestens alle vier Jahre zu erneuern.
Verdient man als Rettungsschwimmer etwas?
Rettungsschwimmer wie beispielsweise die der DLRG sind keine Bade- oder Schwimmmeister mit Anstellungsvertrag. Vielmehr arbeiten sie grundsätzlich ehrenamtlich und erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung. Doch der Gesetzgeber würdigt diesen Einsatz: Seit 2021 darf jeder Ehrenamtler bis zu 840 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei kassieren. Wer sich als Übungsleiter ausbilden lässt, kann laut ARAG Experten über die sogenannte Übungsleiterpauschale sogar Einnahmen bis zu 3.000 Euro im Jahr steuerfrei erhalten.
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