Pressemitteilung von Italica e. K.

Hitze, Dürre, Starkregen: Klimarisiken werden zum neuen Standortfaktor beim Immobilienkauf in Italien


14.09.2026 / ID: 445892
Immobilien

Hitze, Dürre, Starkregen: Klimarisiken werden zum neuen Standortfaktor beim Immobilienkauf in ItalienItalien bleibt für internationale Käuferinnen und Käufer ein Sehnsuchtsmarkt: historische Ortskerne, Natursteinhäuser, Meerblick, Weinregionen. Doch der Klimawandel verändert, welche Fragen vor dem Kauf gestellt werden müssen. Neben Kaufpreis, Zustand, Energieklasse und Entfernung zu Meer oder Flughafen gewinnen Hitze, Wasserverfügbarkeit, Starkregen und Hangrisiken als eigenständige Standortkriterien an Bedeutung.

Was die Datenlage zeigt

Das italienische Umweltinstitut ISPRA registrierte für 2025 landesweit rund 25,2 zusätzliche tropische Nächte gegenüber dem Referenzzeitraum 1991–2020 – Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, mit direkter Wirkung auf Schlafqualität und Kühlbedarf. Für Rom war 2024 das wärmste Jahr seit Beginn der Zeitreihe 1991, mit 36 tropischen Nächten und 53 Tagen extremer Hitzebelastung.

Beim Wasser zeigt sich ein langfristiger Trend: Laut einer Auswertung des Lancet Countdown war zwischen 2020 und 2024 im Mittel 60,9 Prozent der italienischen Landesfläche mindestens einen Monat pro Jahr von extremer Dürre betroffen – in den 1950er-Jahren lag dieser Wert noch bei 13,1 Prozent. ISPRA meldete für 2025 erneut moderate bis extreme Dürre in Teilen Mittel- und Süditaliens sowie auf Sardinien und Sizilien.

Auch Starkregen und Hangrisiken sind laut Copernicus Climate Change Service Teil der Entwicklung: häufigere und intensivere Starkniederschläge, Sturzfluten und eine insgesamt sinkende Wasserverfügbarkeit. Nach ISPRA weisen 94,5 Prozent der italienischen Gemeinden Flächen mit mindestens einem Risiko durch Erdrutsch, Überschwemmung, Küstenerosion oder Lawinen auf, rund 19,2 Prozent der Landesfläche gelten als besonders gefährdet durch Erdrutsche und Hochwasser. Diese Zahl beschreibt Gefahrenflächen auf Gemeindeebene – sie bedeutet nicht, dass 94,5 Prozent aller Gebäude betroffen sind. Sie zeigt aber, dass die Prüfung auf Ebene der einzelnen Parzelle erfolgen muss, nicht auf Ebene der Gemeindegrenze.

Regional sehr unterschiedlich verteilt

Klimaprojektionen des CMCC (Centro Euro-Mediterraneo sui Cambiamenti Climatici) zeigen: Unter einem Niedrigemissionsszenario könnten Nord- und Mittelitalien tendenziell mehr Niederschlag erhalten, während Kalabrien, Sizilien und das Binnenland Sardiniens trockener werden dürften. Unter einem hohen Emissionsszenario wird für weite Teile Italiens eine stärkere Austrocknung erwartet.

„Ein Haus mit Pool, Olivenhain oder Südausrichtung klingt nach Lebensqualität. Genauso wichtig ist heute die Frage, wie gut ein Objekt mit langen Hitzeperioden, trockenen Sommern oder intensiven Regenereignissen umgehen kann. Klimarisiken sind kein pauschales Urteil über eine Region. Sie sind eine Aufforderung, genauer auf Mikrostandort, Gebäudesubstanz und technische Ausstattung zu schauen."

Was sich konkret prüfen lässt

Für eine erste Einschätzung stehen öffentliche Datenquellen zur Verfügung: Die ISPRA-Plattform IdroGEO liefert Gefahren- und Risikoindikatoren zu Erdrutschen und Überschwemmungen auf nationaler, regionaler, provinzialer und kommunaler Ebene – ersetzt aber keine objektspezifische technische Prüfung. Vor einem verbindlichen Vorvertrag empfiehlt sich zusätzlich:

- Prüfung aktueller Hochwasser- und Erdrutschkarten für die konkrete Parzelle, nicht nur die Gemeinde
- Technische Einschätzung von Dach, Drainage und Stützmauern durch einen unabhängigen Geometra
- Bei Hanglage, sichtbaren Rissen oder komplexer Entwässerung: zusätzliche Prüfung durch Ingenieur oder Geologe
- Klärung der Wasserversorgung – kommunale Leitung, Brunnen, Zisterne – inklusive rechtlicher und technischer Absicherung
- Abgleich von Energieausweis und tatsächlichem Kühlbedarf im Sommer
- Verfügbarkeit und Kosten einer passenden Wohngebäudeversicherung

Was diese Entwicklung nicht bedeutet

Eine differenzierte Einordnung ist wichtig: Die Daten belegen nicht, dass Italien pauschal ein riskanter Immobilienmarkt ist oder dass Küstenimmobilien grundsätzlich keine gute Investition mehr wären. Eine Klimaanlage allein löst das Hitzethema nicht vollständig, ebenso wenig garantiert eine Zisterne automatisch Wassersicherheit. Klimarisiken sind lokal und objektspezifisch – genau deshalb lohnt sich die Prüfung auf Ebene des einzelnen Grundstücks, nicht die pauschale Bewertung einer ganzen Region.

Wer eine Immobilie in Italien unter Berücksichtigung dieser Klimarisiken sucht, findet Beratung und Objektauswahl bei ItalicaHomes unter https://www.italicahomes.com/de .
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