FICO-Studie prognostiziert wachsende Wohlstandslücke und mehr Zahlungsrückstände bei Verbraucherkrediten
18.03.2015 / ID: 190454
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München, 18. März 2015 - Wachsende Zahlungsrückstände bei Verbraucherkrediten und eine problematische Wohlstandslücke könnten die nordamerikanische Wirtschaft in diesem Jahr nachhaltig beeinflussen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Dezember 2014 von FICO (http://www.fico.com/) , einem führenden Anbieter von Predictive Analytics und Software für Entscheidungsmanagement, unter 148 Risikomanagern nordamerikanischer Banken durchgeführt wurde. 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einen Anstieg der Zahlungsausfälle bei Verbraucherkrediten erwarten. Nur etwa jeder zehnte Studienteilnehmer geht hier von einem Rückgang aus (11 Prozent).
Drei von vier Risikomanagern sind zudem überzeugt, dass "die Schere zwischen Arm und Reich ein Risiko für das Finanzsystem in Nordamerika darstellt" (74 Prozent). Auf die Frage nach den Auswirkungen auf Privatkredite sind 83 Prozent der Meinung, dass dies die Kreditqualität der Verbraucher negativ beeinflussen wird. Etwa ein Viertel meint, die Wohlstandslücke habe dazu geführt, dass die Institute ihre Standards für die Risikozeichnung angepasst haben.
Wohlstandslücke könnte auch Europa treffen - Kreditnachfrage in den USA steigt
"Es ist offensichtlich, dass Banker wegen der Wohlstandslücke besorgt sind", sagt Dr. Andrew Jennings, Chief Analytics Officer bei FICO. "Die Besorgnis wegen der Risiken dieser Ungleichheit ist noch einmal um 12 Prozent gegenüber der letzten Auflage der Studie gestiegen. Dies hat gesamtwirtschaftliche Auswirkungen, etwa auf die Qualität, die Verfügbarkeit und die Risiken von Verbraucherkrediten." Phillip Sertel, Vice President Central & Eastern Europe and the Middle East bei FICO, kommentiert: "Die Diskussion in Nordamerika um die Schere zwischen Arm und Reich betrifft uns in doppelter Hinsicht: Das Thema ist als gesellschaftliche Debatte auch in Deutschland nach wie vor aktuell. Und sollten sich in Nordamerika die daraus resultierenden Risiken für das Finanzsystem auch nur teilweise bewahrheiten, würden wir das hierzulande ebenfalls zu spüren bekommen."
Ungeachtet des möglichen Anstiegs der Zahlungsausfälle im Endkundengeschäft, erwarten 57 Prozent einen Zuwachs der Kreditkartenschulden im ersten Halbjahr 2015. Die Befragten schätzen, dass die Nachfrage nach Verbraucherkrediten steigen wird: Dieser Meinung sind 58 Prozent der Umfrageteilnehmer, lediglich sechs Prozent erwarten ein Nachlassen der Nachfrage.
Weniger Pessimismus bei Studienkrediten
44 Prozent der Befragten geben sich optimistisch und prognostizieren, dass die Zahlungsausfälle bei Studienkrediten zurückgehen werden. Das zweite Mal in Folge liegt dieser Wert damit unter 50 Prozent: In der letzten Auflage der Studie sahen dies 41 Prozent so. "Es gibt noch keinen Grund für Optimismus, aber die Umfrageergebnisse zu den Studienkrediten sind die am wenigsten pessimistischen, seit wir diese Studie vor vier Jahren ins Leben gerufen haben", sagt Andrew Jennings. "Darin spiegelt sich der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt wieder, den wir im letzten Jahr erlebt haben. Zwar sind die Kreditgeber immer noch wegen möglicher Zahlungsausfälle bei Studienkrediten besorgt, aber sie haben auch gesehen, dass die Kreditnehmer es etwas leichter haben, einen Job zu finden."
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