Erfolgsfaktoren der Digitalisierung der Produktion
29.03.2017 / ID: 257299
IT, NewMedia & Software
Zwar widmen sich auch die Produktionsbereiche der Fertigungsunternehmen zunehmend der Digitalisierung ihrer Prozesse. Doch nach den Beobachtungen der Berater der FELTEN Group werden dabei häufig keine in sich stimmigen Ansätze verfolgt oder es kommen Konzepte in Richtung Industrie 4.0 zum Einsatz, die keinen zeitnahen Nutzen erzielen. Konrad Steinmetz, Senior Consultant bei FELTEN, hat deshalb erfolgskritische Faktoren zur Digitalisierung der Produktion zusammengestellt:
1. Für eine klare strategische Roadmap als Basis sorgen: Die Digitalisierungsplanung ist abhängig von der unternehmensindividuellen Ausgangssituation. Deshalb ist zu Beginn ein Workshop erforderlich, in dem die aktuelle Situation der Produktionsprozesse analysiert und die möglichen Digitalisierungspotenziale identifiziert werden. Ebenso gilt es, deren wirtschaftlichen Nutzen zu bewerten sowie ROI-Betrachtungen vorzunehmen.
2. Keine Erfolgsperspektive ohne ganzheitliche Konzeption: Die anschließende konzeptionelle Planung für die Digitalisierung beginnt bei einer Systemanalyse der Ist-Prozesse, der die Industrie 4.0-Vision des Unternehmens gegenüber gestellt wird. Aus dieser Gegenüberstellung werden die notwendigen Maßnahmen und damit der Projektplan abgeleitet. Er beinhaltet auch eine Bewertung des Aufwands und der Realisierungsbedingungen. Vor allem aber ist auf eine ganzheitliche statt nur punktuelle Ausrichtung zu achten.
3. Auf die Details bei der Systemauswahl achten: Die Digitalisierung kann nicht ohne technische Lösungen erfolgen, demzufolge gilt es, ein Lastenheft für die Auswahl der anforderungsgerechten Systeme zu erarbeiten. Dies erfolgt auf Basis der definierten strategischen Ziele und erarbeiteten konzeptionellen Ausrichtung. Daraus leitet sich die Ausschreibung mit Auswahl der geeigneten Systeme ab, die wiederum unter ROI-Aspekten betrachtet werden und ob sie den ganzheitlichen Ansatz unterstützen.
4. Die digitale Produktion benötigt ein MES als Datendrehscheibe: Zu den Basiselementen einer Digitalisierungsstrategie gehört in jedem Fall ein MES-System. Es stellt als Datendrehscheibe eine entscheidende Brücke zur Industrie 4.0-Welt dar. Denn die Digitalisierung verlangt, dass dezentrale Echtzeitdaten zu den Maschinenauslastungen, Fertigungszeiten, Personalressourcen, Material- und Energieverbräuchen und mehr bereitgestellt werden. Ohne eine MES-Infrastruktur mit ERP-Integration und digitaler Informationslogistik ist im Produktionsmanagement kein Zukunftsmodell denkbar.
5. Auf Best Practices in der Realisierung setzen: Wichtig sind im Umsetzungsprozess klare Spezifikationen, an deren Definition in entsprechenden Workshops alle relevanten Stakeholder mitwirken müssen. Bei der Implementierung des Testsystems und der anschließenden iterativen Umsetzung auf dessen Grundlage sollten erfahrungsbewährte Methoden genutzt werden, dies gilt auch für die Entwicklung erforderlicher Schnittstellen und Validierungsprozesse. Zudem ist zu empfehlen, den Rollout mit einer schrittweisen Implementierung der Digitalisierungsmodule vorzunehmen.
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