Depressionen: Patienten in Deutschland mangelhaft versorgt
19.03.2014 / ID: 160947
Medizin, Gesundheit & Wellness
Gütersloh, 19. März 2014. Drei von vier Patienten in Deutschland, die an einer schweren Depression erkrankt sind, erhalten keine angemessene Therapie. Laut aktuellem "Faktencheck Gesundheit" (http://depression.faktencheck-gesundheit.de) der Bertelsmann Stiftung werden bundesweit mehr als die Hälfte der schwer Depressiven unzureichend, 18 Prozent sogar gar nicht behandelt. Wie hoch die Chance eines Patienten auf eine angemessene Therapie ist, hängt nicht zuletzt vom Wohnort ab.
Hohe regionale Unterschiede
So erhalten nur 13 Prozent der Menschen in Zwickau (Sachsen) eine angemessene Versorgung, während es in Münster (NRW) mit 40 Prozent dreimal so viele sind. Im Bundesländervergleich erreichen Nordrhein-Westfalen (30 Prozent) und Hessen (29 Prozent) die besten Versorgungsquoten. Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt (22 Prozent), Thüringen (20 Prozent) und das Saarland (20 Prozent). Eine Ursache für die Versorgungsunterschiede ist das regional unterschiedliche Angebot an Psychotherapeuten sowie psychiatrischen und psychosomatischen Fachärzten. So gibt es in Berlin, Bremen und Hamburg viermal mehr Psychotherapeuten und Fachärzte pro 100.000 Einwohner als in den ostdeutschen Bundesländern.
Neun Millionen Betroffene
Depressionen gehören zu den häufigsten und folgenreichsten Erkrankungen. Derzeit leiden ca. neun Millionen Deutsche an einer behandlungsbedürftigen Depression. Prof. Martin Härter (Autor der Studie und Direktor Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie/Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf): "Die Ergebnisse sind alarmierend. Werden Depressionen (https://depression.faktencheck-gesundheit.de/tipps-fuer-betroffene/depression-die-diagnose-ist-wichtig/) nicht angemessen behandelt, können sie chronisch werden." Durchschnittlich nimmt sich jeder siebte schwer Depressive das Leben.
Nur ein Viertel erhält angemessene Therapie
Die angemessene Versorgung von schweren Depressionen besteht aus einer Kombination von Psychotherapie und der Einnahme von Antidepressiva. Doch nur ein Viertel der Betroffenen wird laut Faktencheck Gesundheit auf diese Weise behandelt. Viele Schwerkranke bekommen ausschließlich Medikamente. Der Großteil der Patienten erhält keine oder eine zu kurze Therapie. Hinzu kommen Wartezeiten von durchschnittlich 17 Wochen auf einen Therapieplatz. Dr. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung: "Insbesondere schwer Erkrankte benötigen eine schnelle und angemessene Versorgung. Dafür müssen die Therapieplätze bedarfsgerechter verteilt werden."
Neue Internetseite bietet Hilfe für Betroffene
Die komplette Studie, Hintergrundinformationen und Entscheidungshilfen für Betroffene und Angehörige finden sich auf http://www.faktencheck-depression.de (http://depression.faktencheck-gesundheit.de) . Interaktive Karten (http://depression.faktencheck-gesundheit.de/interaktive-karten/) bilden die unterschiedliche Versorgungssituation der 402 Kreise in Deutschland ab.
http://www.impressum.de
impressum health & science communication
Hohe Brücke 1 20459 Hamburg
Pressekontakt
http://www.faktencheck-depression.de
Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann Straße 256 33311 Gütersloh
Diese Pressemitteilung wurde über PR-Gateway veröffentlicht.
Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich. Newsfenster.de distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.
Empfehlung | devASpr.de
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Weitere Artikel von Claudia Haschke
10.07.2014 | Claudia Haschke
Ärztedichte in Deutschland: Landärztegesetz verfehlt sein Ziel
Ärztedichte in Deutschland: Landärztegesetz verfehlt sein Ziel
Weitere Artikel in dieser Kategorie
08.05.2026 | MaxLab Nutrition Americas Inc
Lipopax™ startet offiziell auf dem deutschen Markt
Lipopax™ startet offiziell auf dem deutschen Markt
08.05.2026 | Spitta GmbH
Zahnärztliche & KFO-Abrechnung optimieren und sparen!
Zahnärztliche & KFO-Abrechnung optimieren und sparen!
08.05.2026 | Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege e. V.
BHK warnt vor Kollaps der außerklinischen Versorgung - Offener Brief an Bundesgesundheitsministerin Warken
BHK warnt vor Kollaps der außerklinischen Versorgung - Offener Brief an Bundesgesundheitsministerin Warken
08.05.2026 | PEARL GmbH
Neue Nahrungsergänzungsmittel von PeriNature
Neue Nahrungsergänzungsmittel von PeriNature
07.05.2026 | InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH
Neueinführung von Winlevi®: Das erste topische Anti-Androgen zur Akne-Therapie
Neueinführung von Winlevi®: Das erste topische Anti-Androgen zur Akne-Therapie

