Wie viele Zähne hat ein Mensch?
13.02.2024 / ID: 406930
Medizin, Gesundheit & Wellness
32 Zähne – das ist das natürliche Gebiss erwachsener Menschen. Individuell kann die Anzahl der Zähne jedoch auch davon abweichen. So können einzelne oder mehrere Zähne im Kiefer nicht oder sogar zusätzlich angelegt sein. Im Verlauf der Evolution hat sich auch das Gebiss immer wieder verändert.
Bereits vor der Geburt werden die Zähne im Kiefer des Embryos angelegt. In der Regel sind dies 20 Milchzähne und 32 bleibende Zähne, wenn alle vier Weisheitszähne vorhanden sind. Denn nicht selten sind einzelne Weisheitszähne nicht angelegt oder alle vier fehlen komplett. Oder sie sind angelegt, aber brechen nicht bzw. nur teilweise durch. Auch bei verschiedenen Erkrankungen wie z.B. einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Trisomie 21 kann es zu einer Unterzahl (Hypodontie) bzw. Überzahl (Hyperdontie) von Zähnen kommen.
Seit wann hat der Mensch 32 Zähne?
Höhere Säugetiere wie z.B. Elefanten haben 44 Zähne. Durch die Spezialisierung der Ernährung verringerte sich im Laufe der Evolution die Anzahl der Zähne bei bestimmten Spezies. So besaßen die Altweltaffen, unsere frühen Vorfahren, bereits nur 32 Zähne. Hatten ihre ersten Vertreter noch zwei große längliche Eckzähne im Oberkiefer und dort zwei Zahnlücken, in die die Eckzähne des Unterkiefers passten, wurden die Eckzähne bis zum heutigen menschlichen Gebiss immer flacher. Auch die beiden Zahnlücken verschwanden. Ebenso verringerte sich im Laufe der Zeit die Anzahl der Zahnwurzeln, die den Zahn im Kiefer fest verankern.
Weisheitszähne: Überbleibsel aus vergangenen Tagen
„Durch Umstellung der Ernährungsgewohnheiten verkürzten sich die Kiefer im Laufe der Evolution. Archäologische Funde zeigen, dass Jäger und Sammler längere und schmalere Unterkiefer hatten als die späteren sesshaften Menschen“, erläutert Prof. Dr. Dr. Werner E. Gerabek vom Institut für Geschichte der Medizin, Universität Würzburg. „Zudem nahm die Größe des Gehirns deutlich zu und beanspruchte mehr Platz, seit unsere Vorfahren begannen, Werkzeuge zu benutzen.“
Daher ist bei vielen Menschen heutzutage im Kiefer nicht mehr genügend Platz für alle Zähne. Das gilt vor allem für die Weisheitszähne, die ganz hinten im Mund am Ende jeder Zahnreihe durchbrechen. Sie sind ein Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Als letzte Zähne des bleibenden Gebisses entwickeln sie sich häufig erst zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr oder sogar noch später, also dann, wenn der Mensch schon „weise“ geworden ist. Häufig sind sie nicht angelegt. Wurde noch vor einigen Jahren dazu geraten, auch beschwerdefreie Weisheitszähne vorsorglich zu ziehen, werden sie heute nur entfernt, wenn gesundheitliche Probleme auftreten oder abzusehen sind.
Kannten frühzeitliche Menschen Karies?
Die Behandlung von Zähnen ist keine Erfindung der Neuzeit. Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass bereits vor mehr als 14.000 Jahren Karies an menschlichen Zähnen behandelt wurde. Forscher konnten mittels eines speziellen Mikroskops feststellen, dass die Zahnhartsubstanz mit sogenannten Mikrolithen bearbeitet wurde. Das waren kleine steinzeitliche Klingen oder Spitzen von bis zu 3 cm Länge. Mit diesen hat der Behandler das durch die Karies entstandene Loch zunächst erweitert und dann die kranke Zahnsubstanz entfernt. Eine Mischung aus Bitumen, einem Klebstoff, und Haar- sowie Pflanzenresten verschloss schließlich das Loch im Zahn.
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