Caritas befragt Bundestagskandidaten zu Wahlthema Familie
19.09.2013 / ID: 137140
Politik, Recht & Gesellschaft
Stuttgart, 18. September - Preiswerter Wohnraum ist in Baden-Württemberg rar: Eine vierköpfige Familie gibt in der Regel ein Drittel ihres Einkommens für Wohnen aus, arme Familien im Schnitt sogar die Hälfte. Die Caritas Rottenburg-Stuttgart weist darauf hin, dass in Baden-Württemberg knapp 500 000 Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen oder mit Hartz-IV-Bezug fehlen. Daher fordert der Verband, dass der Bund wieder in den staatlich geförderten Wohnungsbau einsteigt. Dies ist eine von sechs familienpolitischen Forderungen, die die Caritas Rottenburg-Stuttgart sämtlichen Bundestagskandidaten in Württemberg im Vorfeld der Bundestagswahl zur Bewertung vorlegte. Die Kandidaten waren aufgefordert, ihre Haltung zu diesen aktuellen Themen darzulegen.
"Wir halten es für einen Skandal, wenn Familien nach Abzug der Miete noch weniger zur Verfügung haben, als wenn sie Hartz IV beziehen würden", erklärt Prälat Wolfgang Tripp, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. "Denn das Niveau der Regelsätze ist bereits so niedrig bemessen, dass eine Familie kaum davon leben kann." Laut der Bertelsmann-Studie "Wohnungsangebot für arme Familien in Großstädten" ist Wohnen im Südwesten in einer Großstadt deutlich teurer als in den anderen Bundesländern. Nach Abzug der Mietkosten verbleibt den Familien mit geringem Einkommen sehr wenig für das tägliche Leben.
In der Landeshauptstadt Stuttgart etwa bewegt sich eine vierköpfige Familie mit einem Einkommen von knapp 1900 Euro netto an der Armutsschwelle. Nach Abzug der Wohnkosten im unteren Preissegment verbleiben noch 1167 Euro für Essen, Kleidung, Bildung und was sonst noch anfällt. Heilbronn bietet laut Studie günstigen Wohnraum (1.941 Euro verbleiben nach Abzug der Miete). Freiburgs Wohnungen sind dagegen extrem teuer; 784 Euro bleiben für die Familie. Damit haben diese Familien ein Drittel weniger Geld zur Verfügung als wenn sie Hartz IV beziehen würden. "Aufgrund dieser hohen Mieten können viele Familien nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen", erklärt Tripp. Er kritisiert, dass Familien mit geringem Einkommen und im Hartz-IV-Bezug in ihrer Wohnungswahl stark eingeschränkt sind. "Arme Familien müssen nehmen, was sie bekommen. Insbesondere in Städten kann aber die Lage der Wohnung darüber entscheiden, ob sich ein Kind gut oder schlecht entwickelt."
Unter http://www.caritas-waehlt.de kann jeder Bürger ersehen, welche Haltung die Bundestagskandidaten in seinem Wahlkreis zu aktuellen familienpolitischen Themen einnehmen. So stimmen zwei Drittel der antwortenden Kandidaten der Caritas-Forderung nach mehr sozialem Wohnungsbau zu. 50 Prozent der 162 Bundestagskandidaten aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart haben sich an der Umfrage des Caritasverbandes beteiligt.
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