Minenopfer brauchen Barrierefreiheit
24.06.2014 / ID: 170543
Politik, Recht & Gesellschaft
Maputo/Genf, 24. Juni 2014: Laut dem Landminenbericht 2013 gibt es weltweit bis zu 500.000 Opfer von Minen, die mit einer Behinderung überlebt haben und lebenslange Unterstützung brauchen. Bei der dritten Vertragsstaaten-Konferenz der UN-Anti-Minen-Konvention in Maputo wies die österreichische Delegation eindringlich auf die Bedeutung der Schaffung von Barrierefreiheit für Minenopfer hin: "Die 161 Vertragsstaaten der Anti-Personenminenkonvention haben eine Verantwortung, die Überlebenden von Minen, die häufig eine Behinderung davontragen, sowie ihre Familien und Gemeinschaften bestmöglich zu unterstützen," betonte Caroline Wörgötter, deren Delegation seit 2012 den Ko-Vorsitz für die Koordinierung der Unterstützung von Minenopfern unter der Konvention führt.
"Ohne die Schaffung von umfassender Barrierefreiheit ist Minenopferhilfe nur begrenzt nachhaltig. Der Zero Project Report 2014 zeigt vorbildliche Praxis- und Politikbeispiele auf, die erfolgreich Barrieren abgebaut haben und sich zur Nachahmung empfehlen, und zwar in allen Bereichen der Barrierefreiheit, von der gebauten Umgebung über Transport, Produkte und Dienstleistungen bis zur Informations- und Kommunikationstechnologie", so Ingrid Heindorf vom World Future Council, der das Zero Project gemeinsam mit der Essl Stiftung und dem European Foundation Centre betreibt. "Vorbildlich ist beispielsweise Ugandas Einführung von verbindlichen Normen zur Barrierefreiheit, deren Umsetzung den Zugang von allen Menschen mit Behinderungen zu Wasserpumpen oder Schultoiletten ermöglichen. Ebenso gut ist das Beispiel von Kapstadts Bussystem, welches umfassend auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen Rücksicht nimmt."
Im Rahmen der Podiumsdiskussion in der mosambikanischen Hauptstadt wurde die Bedeutung von Barrierefreiheit in all ihren Aspekten hervorgehoben. Mehr als 40 hochrangige Teilnehmer und Teilnehmerinnen hörten zum Auftakt die Grundsatzrede der mosambikanischen Ministerin für Frauen und Soziales, Iolanda Maria Pedro Campos Cintura. Im Anschluss sprachen Ingrid Heindorf vom World Future Council (WFC), die den Zero Project Report 2014 zum Thema Barrierefreiheit vorstellte, Firoz Ali Alizada vom NGO-Netzwerk Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL), Claude Tardif vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), Albino Forquilha von der mosambikanischen NGO FOMICRES, sowie Norman Lizano von der Delegation Costa Ricas, der insbesondere den derzeit international diskutierten Aktionsplan zum Thema Opferhilfe hervorhob.
Die Podiumsdiskussion wurde von der österreichischen Delegation und dem Zero Project organisiert. Das vollständige Programm sowie weitere Informationen sind online verfügbar unter: http://www.zeroproject.org
Hintergrundinfos:
Das Ziel des Zero Projects ist eine Welt ohne Barrieren, auf den Grundlagen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK). Das Zero Project recherchiert weltweit innovative Praxis- und Politikbeispiele, welche das Leben von Menschen mit Behinderungen vorantreiben, und erforscht Sozialindikatoren, welche den Stand der nationalen BRK-Umsetzung aufzeigen. Das Projekt wurde offiziell von der Essl Foundation (www.esslfoundation.org) im Jahr 2011 initiiert und ist in Partnerschaft mit dem World Future Council (www.worldfuturecouncil.org) und dem European Foundation Centre (www.efc.be) organisiert.
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